28.1.10

Figurinen im Museum XVIII




Volkskundemuseum Graz. Trachtensaal

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27.11.09

Bonusmaterial zu Neuchâtel: Schokolade

Das Plakat stimmt eher nostalgisch, doch die Ausstellung ist es nur bedingt: Le monde selon Suchard im Musée d'Art et d'Histoire in Neuchâtel. Natürlich weiss man auch sofort, um was es geht - um die Schokolade von Suchard, hierzulande sofort mit der lilafarbenen Packung von Milka assoziert. Suchard wurde 1825 von Philippe Suchard in Neuchâtel gegründet und bestand - mit wechselnden Besitzern bis 1996, als der damalige Besitzer Kraft Foods die Herstellung einstellte.

So beginnt die Ausstellung erst einmal mit dem Ende: mit der Schließung der Schokoladenfabrik, die ein Teil der Identität für Neuchâtel darstellte. Es sind große Installationen, die die Besucherin als erstes erwarten: ein Büro, eine Kneipe und eine leere Fabrikecke. Überall erzählen Menschen auf Bildschirmen über die Schließung. Nachdem man den Teil passiert hat, in dem es um die städteplanerischen Konsequenzen des Fabrikgeländes geht, taucht man nun ein in die Welt der Schokolade, beginnend beim Kakao, der als Pflanze hier beeindruckt, über die Herstellung bis hin zur Werbung und Implantierung der Marke in den Alltag.

Das Besondere an der Ausstellung ist, dass alle Raumthemen zu einer Art begehbaren Bild inszeniert werden. Die verschiedenen Geschmacksrichtungen werden zum Beispiel in einem Labor plaziert, das gar nichts Sinnliches vorweist, sondern vor allem darauf, das schon von Anfang an die Schokolade eigentlich nichts Schweizerisches enthielt - fast alle Rohstoffe wurde importiert. In einem bürgerlichen Salon der Jahrhundertwende, erfährt man mehr von Fabrik- und Familiengeschichte, indem man in einem Fauteuil sitzend in einem Fotoalbum blättert, und erfährt, warum diese lukrative Liaison von Schokolade und Familie letztendlich geplatzt ist. Natürlich dürfen auch die vielfältigen Verpackungen und Werbeplakate nicht fehlen, die in einer Ladeninstallation zur Geltung gebracht werden. Die Marketingstrategie war hier von Anfang an vorgegeben: Die Schokolade Suchard als ein Stück Schweiz - visualisiert mit den Klischees Alpen und Kühe. Das diese Strategie wunderbar funktioniert hat, kann an den vielen Verpackungen, Werbegrafiken oder Fernsehspots nachvollzogen werden.

Etwas weniger gelungen ist der Teil der Ausstellung, in dem es um die Implantierung von Suchard-Produkten im täglichen Leben geht: Dies findet in einer Wohnung statt, die an eine Arbeiterwohnung erinnern soll, die die Familie Suchard für ihre Arbeiter bauen ließ. Hier hätte man gerne etwas mehr über diese Wohnformen erfahren. Thema ist aber die Omnipräsenz von Suchard in allen Lebensbereichen, mit dem Effekt, das man sich geradezu von Gegenständen visuell erschlagen lassen muss.

Die Ausstellung wird, so heißt es auf der Seite des Museums, von zahlreichen Degustationen begleitet. Wer sich aber vorstellt, sich im Museumsshop mit Schokoladen-Devotionalien eindecken zu können, der sei vorgewarnt: außer eine überteuerten Tafel Schokolade und ein paar Postkarten gab es leider nichts kaufen. Der Ausstellungskatalog liegt auf französisch vor; die Ausstellungstexte sind auf deutsch und auf französisch.

Hier gibt es auf DRS etwas zu hören über die Ausstellung und hier bei Schweiz aktuell einen Blick in die Ausstellung werfen (fotografieren war leider nicht erlaubt).

Noch bis zum 3. Januar ist die Ausstellung noch zu sehen - also noch ein Grund, um nach Neuenburg zu fahren - sozusagen das Bonusmaterial, zu der doch sicherlich schon geplanten museologischen Bildungsreise, um sich die Ausstellungen Helvetia Park, Retour d'Angola oder Parce que anzuschauen.

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28.9.09

Im Gammelgard des Herrn Zorn

Das ist der ehemalige Eingang eines ungewöhnlichen Freilichtmuseums: sein Begründer Anders Zorn (1860-1920)war kein Museumsfachmann oder Volkskundler, sondern einer der bekanntesten Künstler Schwedens, der schon zu Lebzeiten sehr erfolgreich war. Zorn ist berühmt für seine Landschaftsbilder, Porträts, Akte und Druckgraphik - die war vor einiger Zeit auch in Hamburg zu sehen. Heute präsentiert das ZornMuseet vor allem seine Werke, aber auch Teile seiner Kunstsammlung.

Zorn reiste viel in Europa umher, identifizierte sich aber vor allem mit seiner Heimatregion Dalarna. Ihre spezifische ländliche Kultur wollte er seinen Mitmenschen ans Herz legen. Dafür gründete er 1914 in Mora ein Museum. Doch nicht alle seine Vorhaben waren verwirklicht, als er 1920 starb. Seine Frau Emma Zorn setzte sein Anliegen weiter um.


Zorn wollte vor allem die für die Region typischen Blockhäuser vor ihrem Verfall retten. Mit der Gründung von Zorns Gammelgård steht er natürlich in bester schwedischer Tradition: Artur Hazelius hatte 1891 Skansen (Als Annex des Nordiska Museet in Stockholm) gegründet, das zum Vorbild aller Freilichtmuseen in Europa wurde.
Zorn ließ die für Dalarna typischen Gebäude aus Holzbalken wie Schuppen, Kuhstall, Scheune oder Wohngebäude ins Museum translozieren. Die Gebäude sind wohl nicht immer originalgetreu aufgestellt, wie man es aus der etwas kargen deutschen Beschreibung entnehmen kann: Zorn ging es vor allem darum zu vermitteln, wie in früheren Jahrhunderten in Dalarna gewohnt und gearbeitet wurde.

So ließ er zwischen 1916 und 1918 einen Hof aufstellen, wie er in Mora typisch war: die Gebäude wie Scheune, Schuppen oder Handwerkshaus formen einen Innenhof. Sie stammen aus unterschiedlichen Zeiten; einige Gebäude gehen auf das 14. Jahrhundert zurück.


In einige Gebäude dieses Hofes kann man hineinsehen, in andere hineingehen und Wohnarrangements anschauen. Besonders interessant ist die Bergkarlascheune: hier sind Objektarrangements zu sehen, die auf Zorn zurückgehen. Zorn sammelte nicht nur Häuser, sondern stellte hier so etwas wie ein Inventar der ländlichen Gesellschaft auf. Hier zählt vor allem die Masse - und die Vielfalt.


In späteren Jahren wurde der Hof noch um weiteren Gebäudekomplexe ergänzt - wie Sennhütten, Handwerkshäuser und Bootshäuser.

Zorns Gammelgård steht für das Bildungs- und Sendungsbewusstsein eines engagierten Paares, das Kultur und Kunsthandwerk bewahrt sehen wollte - nach welchen Kriterien, konnte ich nicht herausfinden, da die Informationen auf englisch oder deutsch eher spärlich sind. Es steht aber mit Sicherheit auch für die Erfindung von Traditionen, als Museum im Museum - wie es die meisten musealen Institutionen, die um diese Zeit gegründet wurde, tun. Zorns Gammelgård ist auf jeden Fall einen Besuch wert, wirkt es doch durch seine Kargheit - an Informationen, an living history oder sonstigen events sehr eindrucksvoll.

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7.9.09

Figurinen XII

Figurinen lauern überall. In der kleinen Stadt Rain am Lech lümmeln sie auf diese Weise im Heimatmuseum:*


mit Dank an Beate Spiegel!

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10.6.09

Kommt hier zusammen, was zusammengehört?



In Wien gibt es Neues zu vermelden: das Museum für Völkerkunde und das Museum für Volkskunde fusionieren. Laut Wiener Standard vom 6. Mai wird "die Zusammenlegung der beiden Museen" immer wahrscheinlicher. Geredet wurde ja schon lange darüber und hinter den Kulissen agierten die Beteiligten. Nun soll eine Museumsreform Klarheit bringen.

Zum Vorschlag der Zusammenlegung der beiden Museen war es u.a. gekommen, als sich abzeichnete, dass das Museum für Volkskunde die Sanierung für den wunderbaren Schönbornpalast in der Laudongasse alleine nicht leisten kann und die Stadt dafür nicht aufkommen möchte...

Die zuständige Kulturministerin Claudia Schmied kann der geplanten Fusion einiges abgewinnen:
"Einem solchen 'neuen Museum' läge ein ganz neues museumspolitisches Konzept zugrunde, wonach die im 19. Jahrhundert zwischen 'eigen' und 'fremd' (europäische und außereuropäische Ethnologien) unterschiedenen Sammlungs- und Vermittlungsansätze erstmals weltweit zu einem integrativen Gesamtansatz entwickelt würden."

Es sei jetzt einmal dahingestellt, ob es sich wirklich weltweit um den ersten integrativen Gesamtansatz handelt - es wäre zumindest eine neue Option, mit zwei herausragenden Sammlungen neue Positionen im 21. Jahrhundert zu entwickeln.
Das Museum für Völkerkunde, von dem nur ein kleiner Teil der Sammlung in der Neuen Hofburg zu besichtigen ist, (hier im Museumsblog) wird dann wahrscheinlich wieder aus dem Verband des Kunsthistorischen Museum (KHM) ausscheren, in den es 2001 eingebunden worden war. Es sind noch einige Fragen zu klären: Wo soll das neue Museum künftig seinen Standort haben? Wie wird es heißen? Was soll gezeigt werden? usw. Die beteiligten Museen stehen der Entwicklung positiv gegenüber.

Bedenken wurden von deutscher Seite geäußert. Schon im Dezember 2008 konnte sich der Ethnologe Karl-Heinz Kohl nicht mit der Idee anfreunden. So hieß es im Falter:
"Von der geplanten Fusion von MVK und Volkskundemuseum hält Kohl übrigens nichts. Die Aufteilung von Kunst und Volkskunst folge der Hierarchie der europäischen Feudalgesellschaft; stets sei die Kunst des Volkes stark von der Hochkultur beeinflusst worden.
Außereuropäische Kulturen dagegen hätten sich autonom entwickelt, brachten eigene Stile hervor, die keine Klassenabstände widerspiegeln. „Ich fände eine Zusammenführung herabsetzend.“

Auf den Seiten des bm:uk (Bundesministerium für Kunst und Kultur) kann man alles über die geplante Museumsreform in den österreichischen Bundesmuseen nachlesen.

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25.5.09

Figurinen im Museum VIII


Diesem freundlichen Herrn mit Pfeife im Mund kann man in einem kleinen Museum im Hunsrück begutachten, genauer im Agrarhistorischem Museum Emmelshausen. Der Förster in seinem Büro - so heisst die Inszenierung - wird völlig ungebrochen dargeboten; man könnte sich theoretisch zum Förster an den Schreibtisch setzen. Möchte man das im Museum wirklich erreichen?

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20.5.09

Katze aus dem Sack!

Schon seit längerem schwirrten die Gerüchte, wurden Namen genannt, gab es Vermutungen jeglicher Art... nun ist die Katze aus dem Sack!
In einem heute veröffentlichten Communiqué gab die Kulturministerin Christine Albanel nun die neue Marschrichtung für das Marseiller MuCEM vor und nahm gleichzeitig dem amtierenden Direktor Michel Colardelle das Steuer aus den Händen.
"Wir stehen vor einer neuen wichtigen Phase des Projektes", sagte Albanel, das MuCEM sei "ein bedeutendes Projekt im Rahmen der Mittelmeer-Union, eine offene und pluridisziplinäre Kultureinrichtung" dem aber auch, Dank einer aktiven Leihgabenpolitik, eine Hauptrolle im Bereich der Kulturanthropologie zukomme.
Um die Eröffnung des Museums 2012 zu gewährleisten, ernannte die Ministerin Bruno Suzzarelli zum Direktor der "mission de préfiguration" mit der Auflage sich bereits in den nächsten Wochen in Marseille zu installieren um vor Ort die Realisierung des Projektes zu gewährleisten. Suzzarelli ist ein verdienter Beamter, inspecteur général des affaires culturelles und ehemaliger Verwaltungsdirektor des Kulturministeriums, das heisst ein Insider mit wichtigen Verbindungen zu den einzelnen Abteilungen aber weder ein Wissenschaftler noch ein Kulturmanager mit internationaler Erfahrung.
Neben der baulichen und administrativen Realisierung, den Verhandlungen mit den verschiedenen Instanzen und Partnern des zukünftigen MuCEM wird Suzzarelli auch mit der Erarbeitung der kulturellen Programmation sowie der Eröffnungsausstellung betraut.
Alles was die Sammlungen betrifft, die bereits vorhandenen ebenso wie die zu erstellenden, bleibt weiterhin in Paris unter der Leitung des amtierenden Teams...
Ein harter Schlag für Michel Colardelle aber auch für seinen wissenschaftlichen Beirat die seit fast einem Jahrzehnt an einem Konzept arbeiten. Auch wenn schon seit langem (zum grossen Teil berechtigte) Kritik an diesem Konzept und auch am Management geübt wurde, ist diese Neubesetzung, und vor allem ihre Art und Weise, nicht gerade ein Zeichen von Eleganz!

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7.5.09

Figurinen im Museum VI



















Und noch einmal täuschend echte Figurinen, diesmal gänzlich ungebrochen: Gewandet in Kleidung des 18. und 19. Jahrhunderts befinden sie sich im Haus Riensberg, einem Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert, das Teil des Focke-Museums Bremen ist und bremische Wohnkultur, europäische Glaskunst vom 16. bis zum 20. Jahrhundert und das neue Kindermuseum mit der Spielzeugsammlung beherbergt. Ein Ort, um sich lange aufzuhalten, ist im übrigen das wunderbare Schaumagazin des Focke-Museums.

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18.4.09

Figurinen "völkischer" Art


Anklässlich der Neuaufstellung (2003; weitere Erneuerung 2008) hat das Grazer Volkskundemuseum im  "Joanneum" einige Vitrinen des sogenannten Trachtensaales übernommen, als eine Art von "Museum eines Museums". Diese Figurinen wurden in den 30er Jahren geschaffen und der Schnitzer hat sich, im Auftrag des damaligen Museumsleiters Viktor von Geramb, an "echten" Bauern inspiriert.

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13.3.09

Alles über das Witzerland

Eher selten gelten Schweizerinnen und Schweizer als besonders schlagfertig oder sogar witzig.

Dieser Satz ist nicht ausgedacht, sondern steht so auf der Internetseite des Schweizerischen Landesmuseums in Zürich. Hier wird die Ausstellung Witzerland geplant:
"Humor, Witz und Satire sind das Thema der Schau: eine multimediale Zusammenstellung humoristischer Blicke auf die Schweiz."

Für alle, die bei Schweizer Humor immer noch oder nur an Emil denken, könnte diese Ausstellung interessant werden.

Ab dem 2. April ist die Ausstellung in Zürich zu sehen - und man kann selbst noch dazu beitragen. Witze, Zeichnungen oder Videos sind dem Museum willkommen, alles weitere dazu findet sich bei Witzerland.

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3.3.09

Volkskundliches in Vorarlberg

Richard Beitl war in verschiedenen Welten zu Hause: er lebte in der Großstadt und auf dem Land, er war Wissenschaftler und Professor für Volkskunde in Berlin, zugleich auch noch Dichter und Schriftsteller. Vor allem war er auch aus dem Montafon und im kleinen Städtchen Schruns beheimatet, in dem er auch eine Zeitlang als Kulturreferent tätig war. Was klingt wie eine Patchwork-Karriere eines Geisteswissenschaftlers aus der Gegenwart, verweist indessen auf ein bewegtes Leben im letzten Jahrhundert.

Das Montafoner Heimatmuseum widmet den vielen Facetten von Richard Beitl nun die Ausstellung Schruns - Berlin, die wirklich interessant zu sein verspricht. Es geht hier natürlich um Biografisches, um Dichtung und Wissenschaft, wie der Untertitel sagt und um die Heimat - das Montafon.

Beitl fand über die Germanistik zur Volkskunde, studierte in Wien und Berlin. In Berlin fand er auch seine erste Anstellung bei der Zentralstelle des Atlas für deutsche Volkskunde, dem volkskundlichen Großprojekt, dessen Geschichte demnächst in einer Untersuchung erscheint. Aus diesem Themenkreis stammte auch seine Habilitationsschrift Untersuchungen zur Mythologie des Kindes über Korndämonen - die posthum veröffentlicht wurde. Den wissenschaftlichen Aktivitäten fügte er noch viele weitere hinzu; er sammelte etwa Sagen aus Vorarlberg und publizierte sie in Standardwerken und er schrieb erfolgreich Romane, die heute noch in jedem Vorarlberger Bücherregal stehen. Seine Wege führten ihn oft von Schruns nach Berlin und wieder zurück, aber auch weit darüber hinaus.

Die Ausstellung ist noch bis zum 18. April zu sehen.
Im April erscheint dazu noch ein Begleitbuch.

Montafoner Heimatmuseum Schruns
Kirchplatz 15
A-6780 Schruns
Dienstag – Samstag, jeweils 16-18 Uhr

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11.2.09

Hessischer Alltag statt Kunst im Gedränge

Während sich sonntags die BesucherInnen in der Schirn oder im Städel auf die Füße treten, um einen Blick auf die ausgestellten Werke zu erheischen, sollte man lieber der Stadt den Rücken kehren. Das Kloster Lorsch und das Museumszentrum sind eine echte Alternative. Das Gelände des Weltkulturerbes Kloster Lorsch lässt erahnen, wie weitläufig das Kloster einmal war und natürlich kann man gebührend die Königshalle bewundern.

Im Museumszentrum sind drei verschiedene Ausstellungskomplexe zu sehen: die klostergeschichtliche Abteilung wird von der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen präsentiert, das Tabakmuseum und die Sammlungen von der Stadt Lorsch und die hessische Alltagskultur von der Abteilung für Volkskunde des Hessischen Landesmuseums in Darmstadt.
Während die Klostergeschichte fast nur als Textwüste daher kommt, das Tabakmuseum mit Objekten rund um den Tabak und den Anbau und Verarbeitung in Lorsch nicht geizt (und mit keinem Wort die schädliche Seite von Tabak erwähnt), ist die Schaussammlung zur Alltagskultur unter dem Giebeldach ansprechend und spannend inszeniert. Die Ausstellung dreht sich um die Themen Haushalt, Hygiene und Keramik; die Abteilung über Holz befindet sich in Vorbereitung.
Wie sah der Alltag in einer hessischen Küche aus, wie veränderte er sich und wer waren seine Protagonisten, sind die Hauptfragen. Von der gemauerten Feuerstelle geht es zwar nicht ganz bis zum Ceran-Koch-Feld, aber zur Frankfurter Küche der österreichischen Architektin Margarete Schütte-Lihotzky. Nicht nur verschiedene Objektensembles werden gezeigt, sondern auch Objektgeschichten nachvollzogen. Kleine Materialsammlungen werden uns genauso vorgeführt wie Gerätschaften und Geschirr. In der Abteilung über Hygiene lernen wir, wie man sich früher gewaschen hat, wer die Zinkbadewannen benutzte und wie das Wasserklosett aus England nach Hessen kam.
Die Texte sind gut lesbar und informativ und verbinden Hessen zugleich mit der Welt - immer sichtbar gemacht mit einer kleinen Weltkugel. Der Ausflug ins Südhessische lohnt sich auf alle Fälle!






Noch ein Hinweis für diejenigen, die sich zuvor im Internet informieren möchten. Die Internetseite ist leider etwas unübersichtlich: Das Museumszentrum sucht man auf der Seite des Klosters vergeblich; auch auf der sitemap war nichts zu finden. Nur über das Hessische Landesmuseum (Außenstellen) bzw. über google waren die Seiten des Museumszentrums selbst zu finden. Merkwürdigerweise kommt man aber über die Seiten des Museumszentrum dann doch wieder auf die Startseite des Klosters Lorsch....

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30.11.08

Sonntagsausflug


Wer im Rhein-Main-Gebiet wohnt und diesen Sonntag noch nichts vorhat, dem und der sei ein Ausflug in das Rosenmuseum Bad Nauheim-Steinfurth empfohlen. Hier ist nun - für knapp ein Jahr - die Ausstellung Die Sprache der Blumen - eine Blütenlese aus der Schweiz zu sehen. Die von Cornelia Meyer kuratierte und von Trinidad Moreno gestaltete Schau* vermittelt sehr anschaulich, welche Rolle Blumen in der Naturwissenschaft, in der Dichtung und in der mündlichen Kommunikation spielten und vielleicht immer noch spielen. Es gibt natürlich viele Blumen zu sehen - wie die handwerklichen wunderschönen Modelle aus dem Naturkundemuseum - und sehr viel zu lesen. Das Lesepensum lässt sich aber sehr gut bewältigen, denn die Ausstellung hat eine angenehme Größe.
Bei dieser Gelegenheit kann man dann auch gleich die gut inszenierte Schausammlung des Museums anschauen und mehr über die Bedeutung der Rose für die Gemeinde erfahren.
Angenehm ist auch, dass das Rosenmuseum im Erdgeschoss ein nettes Café und einen gut sortierten, natürlich blumig angehauchten Shop hat. Alles in allem wieder einmal ein Beispiel dafür, dass sich auf dem sogenannten Land viel mehr tut als vermutet.

* Die Ausstellung war für den Strauhof in Zürich konzipiert und hier stand schon mal im Museumsblog etwas darüber.

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10.11.08

Evet - Ja, ich will!



Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte in Dortmund zeigt noch bis 25. Januar 2009 eine Ausstellung zu Hochzeitskultur und -mode von 1800 bis heute in Deutschland und in der Türkei. Angesichts der grossen türkischen Community in Dortmund will das Museum in seiner Programmation der veränderten Bevölkerungsstruktur Rechnung tragen.
Bekanntes, Fremdes und Gemeinsames soll aufgezeigt werden. Die Brautkronen und -trachten des 19. Jahrhunderts aus verschiedenen deutschen Regionen muten ebenso exotisch an wie die prächtigen goldbestickten Samtroben wie sie in der Türkei getragen wurden. Henna-Nacht und Polterabend, Hochzeitsgewänder, Kopfschmuck, Aussteuer, religiöser Kontext, die Rolle der Braut etc. werden ebenso behandelt wie die Generalisierung des weissen Brautkleides und die Kreationen aktueller Modeschöpfer und Designer aus beiden Ländern oder die Frage warum junge Menschen heutzutage überhaupt noch heiraten.
Ein umfangreiches Begleitprogramm von Führungen, Konzerten, Lesungen, Kabarett usw. widmet sich den Themen Liebe und Hochzeit
Die Ausstellung wird im Anschluss an Dortmund vom 1. März bis 7. Juni in Mannheim gezeigt werden.

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Junggeblieben

Nicht nur ideenreich, sondern auch junggeblieben: Themen und Museographie sind zeitgebunden; diese Erfahrung kann man immer wieder machen, wenn man Museen nach längerer Zeit wieder aufsucht. Doch manches Museum altert erstaunlicherweise nicht: das Österreichische Museum für Volkskunde gehört für mich dazu. Die Dauerausstellung ist nun um die 15 Jahre alt - jung kann man sagen.
Denn sie ist überhaupt nicht gealtert, weder was der Zugang noch die Inszenierung betrifft. Denn wie kann man die Objekte des "Volkes" präsentieren, ohne zugleich den Blick von den anderen, von ForscherInnen, von Museen, von der Stadtbevölkerung zu erwähnen? Es geht hier auch um Klischees und Stereotypen, um Vorstellungen des anderen, um Kulturgeschichte und um eine geschickte Verflechtung mit der Museumssamlung. Die Ausstellungsarchitektur ist schlicht und zurückhaltend, und bringt manches auf den Punkt - zum Beispiel mit auf Podesten präsentierten Möbeln. Und von den klugen, pointierten Texten könnten manch andere Museen lernen.

Der Besuch lohnt sich, denn zur Zeit sind gleich noch zwei herausragende Fotoausstellungen zu sehen: Die Ausstellung "Places of Worship. Interreligiöse Gebetsräume auf Flughäfen" mit den schönen Fotografien von Andreas Duscha beschäftigt sich mit einem klassischen volkskundlichen Thema - in der Gegenwart (nur noch bis zum 16.11.).
Die zweite Fotoausstellung, Prag 1968 - Fotografien von Heinz Hosch widmet sich einem Pressefotografen, der das Ende des Prager Frühlings 1968 fotografisch festgehalten hat. Schön deutlich wird hier die Verschränkung von weltpolitischem Ereignis und individuellen (Berufs-)Alltag. Kommentiert wird das Fotoarchiv von einer szenischen Installation mit Tönen aus dem aktuellen Prag von Paul Divjak. Unbedingt hingehen!

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7.11.08

Ideenreich

Das österreichische Volkskundemuseum hat bekanntlich - wie zahlreiche andere Museen dieses Sektors - seit Jahrzehnten mit Finanzschwierigkeiten zu kämpfen. Was an Geld fehlt wird in diesem Museum aber durch Ideen reichlich wett gemacht. Jüngstes Beispiel: die Ausstellung kommt zu den Besuchern. Ausgehend von der Überlegung dass ein Grossteil des interessierten und treuen Museumspublikums SeniorInnen sind und dass viele ältere Menschen körperlich und gesundheitlich nicht mehr in der Lage sind, ein Museum zu besuchen eröffnet das ÖMV am 19. November eine Krippenausstellung im Pensionistenwohnheim Türkenschanze. Direktion und Bewohner zeigten sich begeistert von dieser Initiative.

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14.10.08

Erinnerungsstücke ausgestellt

Es waren Daniel Spoerri und Marie Louise von Plessen, die in den 1970er Jahren die Idee des Musée sentimental prägten. Mit Köln fing es an, dann folgten Preußen und Basel. Es ging den beiden darum, alltägliche und außergewöhnliche Dinge und ihre Geschichten zu zeigen, die eine Stadt prägen. Wichtig für die Objekte war stets die Geschichte oder die Erinnerung, die damit verknüpft war. Durch das Arrangement von scheinbar nicht Zusammengehörendes ergibt sich doch ein Ganzes, das darüber hinaus viel Raum zum Assoziieren lässt.
Diese Prinzip haben nun Studierende des BA-Studiengangs Kultur- und Sozialanthropologie in Münster aufgegriffen und umgesetzt: Innerhalb von nur einem Semester stellten sie unter der Leitung von Martin Wörner eine sehenswerte Ausstellung auf die Beine. Studieren in Münster ist das Thema der Ausstellung, für das die Studierenden Objekte recherchierten, Sponsoren suchten, Texte schrieben, Ausstellung aufbauten.... und das zu Zeiten von Bologna.
Das größte Objekt, der VW-Käfer, passte dann aber doch nicht in die Ausstellungsräume. Die beiden oben abgebildeten kann man wohl sehen, und was es damit auf sich hat, kann man auf dem Blog nachlesen.

Bis zum 4. November ist die Ausstellung im Foyer des Fürstenberghauses zu sehen.

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8.10.08

Mal schauen, wo und wie die Oliven wachsen


Firmenmuseen sind ja manchmal eine zweischneidige Sache - man wird hindurch geschleust, und es erinnert alles an eine Verkaufsausstellung. Im Olivenmuseum in Imperia geht es am Ende natürlich auch um's Kaufen, handelt es sich doch um die Sammlung der Firma Fratelli Carli, die Olivenölprodukte herstellt. Museum und Shop sind aber angenehmerweise räumlich voneinander getrennt. In der sehenswerten Ausstellung erfährt die Besucherin, was es mit den Oliven und dem Öl auf sich hat, woher die Oliven kommen, wie und wo die Olivenbäume wachsen, wie das Öl hergestellt wird, wer es nutzt und vieles mehr. Das alles ist großzügig, manchmal etwas plakativ, aber durchaus museal mit sehr schönen Exponaten dargestellt. Auch ohne Italienischkenntnisse hat man Spass an der Sache. So erfährt man endlich mal, weshalb die Amphoren diese und keine andere Form haben.* Leider bleibt die Gegenwart ausgespart - und es wäre doch interessant gewesen zu erfahren, wie heute das Ölgeschäft funktioniert.






Richtig, es geht um den idealen Transport in den Schiffen.

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2.9.08

Das Gluckern des Rheins


Es gluckert, Maschinen dröhnen und das alte Holz entwickelt einen unvergleichlichen Geruch: der Besuch des Museums zu Allerheiligen mitten in der Altstadt von Schaffhausen bietet eine sehr sinnliche Erfahrung. Das Museum, das zum Teil in einem Neubau, zum Teil in einem ehemaligen Benediktinerkloster untergebracht ist, hat einen besonderen Charme. Es widmet sich der Archäologie, Naturkunde, Kunst und Geschichte. Der Gang durch die Gebäudeteile führt auch durch Kreuzsaal und Abtstube - hier duften die Holzbalken unvergleichlich. Die Dauerausstellung wird gerade umgebaut. Klugerweise wird das in Abschnitten gemacht, so dass trotzdem vieles zu sehen ist. So die neukonzipierte Einführung in die Stadtgeschichte - 1000 Jahre im Überblick. Hier gluckert der Rhein in einem Modell fröhlich vor sich hin. Weiter geht es mit der Stadtgeschichte vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Die Industrialisierung spielte eine große Rolle - deswegen auch der Maschinenlärm. Die Geschichten der für Schaffhausen wichtigen Firmen wird in kleinen Monografien erzählt. Vereinsleben, Zweiter Weltkrieg und die Bombardierung durch die amerikanische Armee und der Konsumrausch in den 1950er Jahren sind weitere Themen. Das ist sehr schön und abwechslungsreich mit vielen Objekten inszeniert. Neue Medien werden unauffällig eingebunden und drängen sich nicht in den Vordergrund. Im oberen Stockwerk wird gerade die feine Ausstellung über Käfer - vielseitig erfolgreich präsentiert. Hingehen, wenn man mal in der Gegend ist!

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30.7.08

Das Museum am südwestlichsten Zipfel Europas









Was macht man mit einem verlassenen Dorf? Natürlich ein Museum. So geschehen in Guinea, das auf der kleinsten Kanareninsel El Hierro liegt. Das Ecomuseo Guinea möchte Architektur und Wohnformen vermitteln. Die Siedlung geht auf die Zeit der ersten europäischen Eroberer zurück, die ab dem 15. Jahrhundert auf der Insel kamen. An dem Ort hatten bereits die Ureinwohner gesiedelt, die wohl die langen Lavastollen für sich und ihre Tiere nutzten. Über sie weiß man nur wenig; die Thematik der Eroberung scheint heute kein Thema mehr zu sein. Während der Führung - nur so kann man Guinea besichtigen - sind vier Häuser von innen zu sehen; sie sollen den Alltag des 17. bis 20. Jahrhunderts illustrieren. Arbeitsgeräte, einfaches Essgeschirr und Betten mit Strohmatratzen füllen die kleinen Räume aus.Die Führerin bemüht sich, etwas vom alltäglichen Leben zu erzählen; die Überlieferung wird aber nicht offengelegt. Die Einrichtungen der Häuser ähneln sich, Zeit und Raum verschwimmen, die Gegenstände erscheinen freilich, je näher wir an die Gegenwart rücken, etwas moderner. Während im letzten Haus etwa Porzellangeschirr zu sehen ist, finden sich in den anderen Schüsseln aus Holz. Kurios ist die gewebte Tragevorrichtung für Frauen mit einem Durchschlupf für den Kopf. Die Einrichtungsgegenstände hinterlassen einen schwammigen Eindruck; die chronologische Einteilung lässt sich nicht überprüfen, noch lassen sich soziale oder ökologische Kriterien nachvollziehen. Hier erinnert das Ecomuseo an auch bei uns gängige Praktiken in deutschen Freilichtmuseen, die „gute alte Zeit“ zu beschwören. Diese pittoreske Tendenz wird noch mit dekorativ auf den Mauern liegenden Kürbissen, Blumentöpfen und (leeren) Vogelkäfigen verstärkt.

Die Besucherin nimmt dennoch wahr, dass das Leben hier zu keiner Zeit leicht gewesen sein konnte. Durch die Zeit hinweg wurde sehr einfach und beengt gelebt; die Häuser aus Lavasteinen haben nur einen Raum, kleine Fenster- und Türöffnungen und ein aus Roggenstroh gedecktes Giebeldach. Mauern aus Lavasteinen markierten die Hausgrenzen, dienten aber auch dazu, Wind geschützt Gemüse anbauen zu können sowie die eigenen Tiere einzusperren. Genügend Wasser zu haben, war das größte Problem: wie das dritte Foto zeigt, konstruierte man große, weißgekalkte Flächen, um möglichst viel Regenwasser aufsammeln zu können. Da die Nahrung knapp war, wurde geteilt: nicht mit den Nachbarn, sondern mit den Tieren. Besondere Aufmerksamkeit erzielte die Führerin mit dem Hinweis auf die kleine Stall-Toilette – mit dieser baulichen Konstruktion wurde das Schwein gefüttert.

Ich hätte mir fundiertere Informationen und mehr Geschichte gewünscht, sei es zu den ersten Besiedlern und zur spanischen Eroberung, zum Klima, zu den Abholzungen der Wälder, zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, zum Geschlechterverhältnis und zu Kultur, eben etwas, was den Grundgedanken des Ecomusée charakterisiert.

Doch die meisten BesucherInnen kommen aber nicht wegen der Häuser, sondern wegen der Rieseneidechse, die es einmal auf EL Hierro gab und deren Unterart hier nachgezüchtet wird, um sie wieder auszusiedeln. So findet der erste Teil der Führung in der Zuchtsation der Eidechsen statt. Sowieso ist es relativ sicher, dass jede InselbesucherIn auch das Museum bzw. die Zuchtstation besucht - es ist, neben dem ethnographischem Zentrum, das einzige auf der Insel. Und es ist das südwestlichste Museum Europas, kurz vor dem Ende der Welt - denn hier verlief einmal der Nullmeridian. Insofern hat es sich natürlich voll gelohnt.

Ecomuseo de Guinea, Carretera Gral. de Las Puntas s/n Frontera, El Hierro (Spanien)

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28.3.08

Ein Fenster schliesst sich...

So titelt Matthias Beitl, stellvertretender Direktor des Österreichischen Museums für Volkskunde einen Bericht über die Schliessung des Ethnografischen Museums Schloss Kittsee, nachdem jahrelange Bemühungen um eine ausreichende Finanzierung keinen Erfolg gezeigt hatten. Mit Bitterkeit kommt er auf die visionäre Rolle dieses Hauses zurück: "Es (das Museum) sah sich immer als 'Fenster in den Osten' und hat diese Idee auch Jahr für Jahr über den Eisernen Vorhang hinweg umgesetzt". Vor wie nach der Wende war das EMK Ort für zahlreiche Ausstellungen, Tagungen und Initiator von EU-Projekten. Reinhard Johler (Tübingen) nennt das Museum eine "'contact zone' wie sie quer durch Europa geschaffen und nicht geschlossen werden sollte".
Weder die österreichische Bundesregierung, noch das Land Burgenland oder die Stadtgemeinde Kittsee haben sich diesem Anspruch gewachsen gezeigt. Und so wurde eine weitere wichtige und aktive Kulturinstitution bedenkenlos finanziell ausgehungert!
Der Bericht von Matthias Beitl erscheint im Magazin des Institutes für den Donauraum und Mitteleuropa.

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17.3.08

Mit Kindern unterwegs



Und wenn man schon einmal in Berlin-Dahlem ist, dann sollte man auch die Ausstellung KinderMobil - Kleine Helfer für kleine Helden im Museum Europäischer Kulturen anschauen. Wie kamen Mütter und Väter mit ihren Kindern zu unterschiedlichen Zeiten an unterschiedlichen Orten vorwärts? Hier sieht man auf zeitgenössischen Fotos, dass in den 1950er Jahren schon Frauen in Thüringen mit Tragetücher spazierengingen, man kann eine Kinderwagenparade bewundern oder endlich einmal erfahren, was es mit dem Gängelband auf sich hat. "Tragen, schieben, wuchten" so fasste der Tagespiegel die leichte und beschwingte Ausstellung zusammen. Interessant ist die Ausstellung auch, weil sie so ganz nebenbei vorführt, wie man mit guten Ideen vorhandene Ausstellungsarchitekturen wiederverwertet.
Noch bis zum 31.8.2008 ist Zeit, sich die Ausstellung anzusehen.

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29.1.08

Schöne Fotos aus Museen

Wie vermitteln volkskundlichen Museen ihren Besuchern ihre Vergangenheit? Dieser Frage ging die belgische Fotokünstlerin Karin Borghouts nach. Sie fotografierte in flämischen, holländischen und polnischen Museen, wie dort Szenen der Alltagskultur rekonstruiert werden. Die Serie heißt Verbeeld verleden (Portrayed past) und auf ihrer Internetseite kann man einige Fotos anschauen. Die Fotografien, die sie im Volkskundemuseum in Antwerpen gemacht hat, sind im Buch Poppen aan het dansen veröffentlicht. Wäre schön, alle Fotografien mal in einer Ausstellung zu sehen!
Hier ein kleiner Vorgeschmack:

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4.12.07

In Schränke schauen





MUT, so lautet die Abkürzung für das Museum der Universität Tübingen, das sich seit Oktober 2006 im Aufbau befindet. In der Ausstellung Auf/Zu. Der Schrank in den Wissenschaften kann man nun allerlei schrankartige Möbel der universitären Institute kennenlernen und mehr über die Inhalte erfahren. Der Begriff des Schrankes wird hier sehr weit gefasst, kann es sich doch auch um Ablage, Kühlschrank, Server-Schrank oder Aktenregal handeln. Um dem Ganzen noch eine ästhetische Komponente entgegenzusetzen, haben Simone Demandt und Candida Höfer universitäre Möbel fotografiert. Einige davon werden in der Ausstellung gezeigt. In der Ankündigung heißt es dazu:
"In der Ausstellung entsteht ein visueller Dialog zwischen Möbeln und Fotografien, historischen Fragen und zeitgenössischen Positionen der Kunst. Dabei ist der Ausstellungsort, das sogenannte „Hausmeisterhaus“, selbst ein zentrales Objekt der Wissensgehäuse-Schau: vom Keller bis zur Küche, vom Bad bis zum Dachboden dient es den präsentierten Objekten als Futteral."
Die Idee ist ansprechend umgesetzt: das ehemalige Hausmeisterhaus wurde von oben bis unten mit einer tapetenartigen Hülle versehen; Texte, Fotos und Exponate kommen so gut zur Geltung. Die Ausstellung ist kurzweilig und schön anzuschauen. Die an der Wand angebrachten Texte erschienen mir nur manchmal etwas manieriert.
Die Ausstellung ist noch bis zum 15.2.2008 zu sehen. Die Öffnungszeiten sind löblich: Di- So 16 bis 20 Uhr - da wurde an die Berufstätigen gedacht! Zur Ausstellung erscheint ein gleichnamiger Begleitband (29,90).
(das obere Bild zeigt einen Anatomieschrank, aufgenommen von Candida Höfer)

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11.9.07

Die Volkskunde tagt

Schon über 500 TeilnehmerInnen haben sich für den 36. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde (DGV) angemeldet, der dieses Mal im Deutschen Institut der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Abteilung Kulturanthropologie / Volkskunde vom 23. bis 26. September 2007 in Mainz stattfindet. Es geht um "Bilder-Buecher-Bytes", so der Titel des Kongresses, um die "Bedeutung der Medien im Alltag der Gegenwart und Vergangenheit".
Leider ist der Beitrag von Gottfried Korff mit dem schönen Titel: "Igel oder Kuscheltier? Das Museum im Medienwandel, oder: Die geringe Einschaltquote als Chance" der einzige aus dem musealen Bereich. Dafür gibt es natürlich viele andere spannende Vorträge, über die man sich schon im Vorfeld umfassend informieren kann. Passend zum Thema der Medialität im Alltag ist ergänzend zur gut gemachten Internetseite des Kongresses ein Blog zum Kongress eingerichtet worden, auf dem man neben den Blogeinträgen Filme anschauen kann, in Interviews die ReferentInnen kennenlernen, Podcasts herunterladen kann und und und. Dies alles ist den MacherInnen wirklich sehr gut gelungen! Gratulation! Der Blog wurde schon mächtig etwa hier und hier gelobt. Gerne nehme ich diesen Blog in die Rubrik Lieblingsblogs auf.

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11.7.07

Museum, nach außen gestülpt

Auf ein sehr spannend klingendes Projekt hat mich Matthias Beitl vom Wiener Volkskundemuseum hingewiesen. Um den BesucherInnen einen Eindruck davon zu geben, was Museumsarbeit eigentlich alles beinhaltet, können BesucherInnen von Mittwoch bis Freitag den MuseumsmitarbeiterInnen bei der Arbeit über die Schulter schauen. Das Projekt nennt sich Museum inside out und auf der Internetseite heißt es dazu:

"Die Ausstellungsräume verwandeln sich in multifunktionale Arbeitsplätze: temporäres Depot, Registraturstelle, Inventarisierungsterminal, Photolabor, Restaurieratelier, Bibliothek, Studierplatz. Publikum und Besucher sind so nah am Museum wie nirgendwo sonst. Bei jedem Museumsbesuch in diesem Jahr etwas Neues entdecken, jede Woche ein anderes, frisches Museumserlebnis. Ein Museum erfindet sich neu. Mit dem Projekt "museum inside out" stellt sich das Volkskundemuseum zur Diskussion, macht Museumsarbeit öffentlich, stülpt sich von innen nach außen und denkt sowohl intern als auch mit unterschiedlichen Öffentlichkeiten über seine Inhalte und möglichen Zukunftsperspektiven nach. Die jeglicher Museumsarbeit inhärente Arbeit am Gedächtnis wird so einerseits am Gedächtnis der eigenen Institution geleistet und andererseits dem Publikum als öffentliche Aufgabe für das kollektive Gedächtnis bewusst gemacht."
Parallel dazu finden Veranstaltungen und Expertenrunden statt. Am Donnerstag geht es etwa in der Rubrik "Geschichten aus dem Museumsalltag" um "Tabus" im Museum, am Samstag um Fototechniken und Restaurierung. Der Aspekt der musealen Selbstreflexion gefällt mir gut. Wer zufällig in Wien weilt, sollte unbedingt vorbeigehen, denn ein Besuch im Palais Schönborn lohnt immer; vor allem in den Sommermonaten kann man sich mit einem Cafe im wunderschönen Gastgarten belohnen. Bis zur nächsten Wien-Reise kann man sich auch auf dem Blog von Museum inside out vergnügen - natürlich ersetzt das nicht den Museumsbesuch.

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22.11.06

Wo kann man einen Novembertag besser verbringen als im Museum?

Bei diesem Wetter bietet sich ein Museumsbesuch geradezu an. Ein Museum, in dem man gut und problemlos einen Tag verbringen kann, ist das altehrwürdige Germanische Nationalmuseum in Nürnberg – und hat nach diesem Tag wahrscheinlich nicht einmal einen Bruchteil der Sammlungen gesehen. Denn eigentlich ist das Museum ein Labyrinth mit unerschöpflich erscheinenden Sammlungen, was darauf zurückgeht, das es seit seiner Gründung im 19. Jahrhundert (durch den Herrn von Aufseß) sukzessive angebaut wurde, um die ständig wachsenden Sammlungen unterbringen zu können. Befand man sich eben noch in alten Klostermauern aus Backstein, wartet ums Eck schon der Saal aus den 1960er Jahren. Das macht einerseits den Charme des Museums aus. Trotz Wegeplan weiß man eigentlich nie, wo man sich nun genau befindet. Es kommt vor, dass man minutenlang durch Gänge und Säle läuft, ohne einem Menschen zu begegnen; auch die Aufsicht scheint sich irgendwo zu verstecken. Das ist eigentlich ein schönes Gefühl: Die Vorstellung, dass man hier bleiben kann und unendlich viel Zeit hat, sich die Skulpturen, Musikinstrumente, Bauernstuben Trachten, Gemälde.... anzuschauen – und nicht schnöde um 17 oder 18 Uhr hinausgeschmissen wird. Auf der anderen Seite bekommt man dann doch irgendwann den Museumskoller, da man die Abteilungen, die man gerne noch besichtigen möchte, partout nicht findet. Und irgendwann stellt sich die Frage: Komme ich hier überhaupt wieder raus? Es ist, als würde das Museum einen verschlingen. Den Ausgang gefunden, hat das Museum einen zwar wieder in die Freiheit entlassen, aber auch mal wieder nicht alles preisgegeben. Wieder einmal ist mir die Besichtigung der Frankfurter Küche oder der Apotheke aus Öhringen nicht gelungen. Ob es das nächste Mal wohl klappt?

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26.7.06

Das Küstenmuseum Wilhelmshaven ist wieder offen!

Am Sonntag war es soweit: das Küstenmuseum Wilhelmshaven wurde wieder aufgeschlossen und präsentiert sich mit einer sehenswerten Dauerausstellung. Es geht um die Siedlungs- und Stadtgeschichte, und, wie der Namen schon sagt um die Küste, wie sie entstanden ist, wie sie erhalten bleibt, wie sie besiedelt und wie von ihr aus zu fremden Küsten gestartet wird. In dieser Ausstellung ist für jeden etwas dabei, ohne banal oder oberflächlich zu sein. Hinzu kommt eine angenehme Ausstellungsarchitektur, die atmosphärisch durch die ehemalige Exerzierhalle der Marine begleitet, schöne Objekte wie die Steine, die ein Wilhemshavener Bürger von jedem abgerissenen Bauernhaus sammelte und etikettierte, nette gestalterische Ideen, wie zum Beispiel der Leuchtturm, in dem sich zugleich der Fahrstuhl versteckt. Nicht nur Kinder können im Forscherlabor aktiv werden, indem sie sich wie die WissenschaftlerInnen auf die Spurensuche begeben. Wer sich in der Sommerfrische an der Nordsee befindet, sollte auf jeden Fall einmal hineinschauen!

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14.7.06

Der Ochse vom Hessischen Landesmuseum

Dieser Ochse im Gewicht  von 21 Zentnern wurde am 15. Mai 1893 von der Metzger-Innung Darmstadt als erstes Schlachtvieh im neuen Schlachthof geschlachtetEine Trouvaille im Hessischen Landesmuseum Darmstadt und eine herzzerreißende Geschichte, auch für eine Nicht-Vegetarierin.
Auf der Messingtafel steht:
"Dieser Ochse im Gewicht von 21 Zentnern wurde am 15. Mai 1893 von der Metzger-Innung Darmstadt als erstes Schlachtvieh im neuen Schlachthof geschlachtet."

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10.7.06

Neulich in Champlitte

Durch Champlitte kommt man eher zufällig, denn dieses malerische Örtchen in der französischen Region Franche-Comté liegt eher abseits touristischer Pfade. Der Ort ist aber einen Besuch wert: nicht nur wegen seines Weines, der dort (wieder) angebaut wird, sondern wegen eines Museum, dem Musée d'Art et Traditions populaires, 1957 gegründet von Albert und Félicie Demard. Das Museum gehört zu einem Verbund von drei Departementsmuseen und ist seit den 1960er Jahren im Schloss von Champlitte untergebracht. Die Gemeinde mit etwa 1500 Einwohnern und liegt ca. 50 Kilometer nördlich von Dijon. also in einer eher ländlichen, ursprünglich sehr reichen Gegend. Seit dem 13. Jahrhundert stand hier bereits ein Schloss der Familie de Vergy. Im Laufe der Jahrhunderte wurde es öfters abgerissen, niedergebrannt und wieder aufgebaut. So, wie sich das Gebäude heute präsentiert, stammt es zum großen Teil aus dem 18. Jahrhundert. 1825 verließen es die letzten adligen Besitzer und verkauften das Gebäude an die Gemeinde; seitdem waren dort Rathaus und Schule untergebracht. Dann zog das Museum ein, dessen Sammlung sozusagen en famille entstanden war: Albert Demard aus Champlitte, seine Frau Félicie, (die beide inzwischen verstorben sind), und nun deren Sohn Jean-Christophe widmeten sich ihrer Heimat, indem sie die materielle Kultur zusammentrugen. Interessant dabei ist, dass die Demards keinen (bildungs)bürgerlichen Hintergrund hatten, sondern, wie man so schön sagt, aus einfachen Verhältnissen stammten und das Sammeln ihre große Leidenschaft war.
Der Zugang zum Museum ist eindrucksvoll: Um den Eingang zu erreichen, muss erst der imposante Ehrenhof überquert werden. Mit einem Audio-Guide in der Sprache unserer Wahl versehen, machen wir uns dann im Innern auf den Rundgang. Zunächst werden wir durch Räume geleitet, die mit Beständen der letzten Schlossbewohner eingerichtet sind. Die Referenz an den Ort ist nicht verwunderlich, denn das gehört dazu: Räume mit zerschlissenen Fauteuils, einer Bibliothek, Tischchen und Porträts der vormalige Besitzerfamilie. Was uns anschließend erwartet, ist eine Art in Räume gestopftes Freilichtmuseum - denn das Schloss ist sehr geräumig. Wir werden in einem Zickzack- Kurs in die verschiedenen Stockwerke gelotst, die mit Inszenierungen des Lebens in der Franche-Comté Ende des 19. Jahrhundert/Anfang 20. Jahrhundert gefüllt sind. Ein Interieur reiht sich an das andere. Natürlich fehlen auch die lebensgroßen Puppen nicht, die auf Stühlen an Tischen sitzen und die Besucherin starr fixieren. Einzelne Raumfolgen sind einem Thema gewidmet, wie "Soziales Leben", "Wohnen" oder "Handwerk"; alle sollen sie das ländlich-dörfliche Leben der Region widerspiegeln. So wandern wir von einem Schulzimmer in einen Lebensmittelladen, von der Hutmachwerkstatt in eine Scheune. Die Raumtexte geben immerhin mehr wieder als die knappe Zusammenfassung des Audio Guides, sind aber nur auf französisch. Objekttexte sind selten, und wenn sie vorhanden sind, dann sind sie sehr kurz. Ob es sich um komplette Interieurs handelt oder um im Nachhinein zusammengestellte Szenen, wird nicht immer klar. Natürlich sind auch Kleinode dabei: etwa eine Zahnarztpraxis aus der Zeit der Jahrhundertwende, die sehr modern wirkt und frappierend an die gegenwärtigen erinnert. Kurios sind die "chambres du terroir", eine hommage an die Museumsgründer. Mehrere Inszenierungen sollen das Wohnen auf dem Bauernhof visualisieren. Die Demards hatten die Objekte in den 1950er Jahren in der Nähe von Champlitte gesammelt. Manche Stücke haben eine besondere Geschichte, auf die uns der Audio-Guide aufmerksam macht, leider fallen dadurch andere weg. Durch wie viele Räume wir uns gekämpft haben, weiß ich nicht mehr - am Ende konnte ich keine Blechdosen, Hutmachermodelle oder Dreschflegel mehr sehen. Natürlich habe ich auch ein paar Dinge gelernt: etwa, dass im Hospiz des 19. Jahrhundert mit blau und rot gestreifter Bettwäsche zwischen Protestanten und Katholiken unterschieden wird. Oder dass in der Region Hanf zur Textilherstellung angebaut wurde und heute noch wird, wovon wir uns selbst überzeugen konnten. Während wir im Schloss die alten Marionetten, Kegel und einen Schaustellerwagen anschauen, die während der Fêtes paroissiales (Pfarrfeste) im 19. Jahrhundert eingesetzt wurden, dröhnt unten vom Kirchplatz die Musik des Autoscooters des diesjährigen Festes herauf. Ich frage mich, ob ein "Box-Auto" (so hieß das bei uns) auch mal im Schloss landen wird? Wahrscheinlich eher nicht, denn ich habe keinen Hinweis darauf gefunden, dass das Museum Sammlung und Präsentation in irgendeiner Weise kritisch reflektiert. Die durchaus interessante Sammlung wurde einfach ins Schloss hineingestellt, wo und wie sie gerade passte. Allein durch den Ort - ein Schloss- erfolgt eine gewisse Brechung, da man in einem Gebäude mit feudalherrschaftlichem Charakter keine Alltagskultur erwartet. Aber das Staunen kommt irgendwann während des Rundgangs abhanden. So wird ein heiles Bild der ach so schönen Vergangenheit konstruiert: in jedem Dorf gab es einen Laden, eine Schule, der Töpfer hat getöpfert, der Bauer Hanf angebaut und im Café wurde getrunken. Also: ein kurioses Museum mit interessanten Objekten und hohem Nostalgiefaktor. Leider auch ein Beispiel dafür, wie man es heutzutage eigentlich nicht mehr machen sollte - auch nicht in der sogenannten Provinz.

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