Sitzen im Museum IV

Geschrieben von am 27. Juni 2008 13:58


Im Barcelona Chair, der im wiederaufgebauten deutschen Pavillon steht und der wie der Pavillon selbst von Ludwig Mies van der Rohe für die Weltausstellung in Barcelona 1929 konstruiert worden war, lässt es sich gut über die Gedanken des Meisters selbst reflektieren:

„Architektur beginnt, wenn zwei Backsteine sorgfältig zusammengesetzt werden. Architektur ist eine Sprache mit der Disziplin einer Grammatik. Man kann Sprache im Alltag als Prosa benutzen. Und wenn man sehr gut ist, kann man ein Dichter sein.“

(zit. nach David Spaeth: Mies van der Rohe. Der Architekt der technischen Perfektion. Stuttgart 1995 und Wikipedia)

Museumsführer

Geschrieben von am 23. August 2007 10:09

Gut in der Hand liegt der Museumsführer von Barcelona, herausgegeben vom städtischen Institut für Kultur, erschienen im Verlag Poligrafa. Denn wer glaubt, dass in dieser Stadt nur Gaudí zu sehen ist, der täuscht sich gewaltig. Sehenswert sind etwa die Ausstellungen im CaixaForum oder im natuwissenschaftlichen Museum. Etwas größer als eine Postkarte und im Querformat, also Handtaschenkompatibel, werden sehr übersichtlich und grafisch schön gestaltet die Museen auf drei Sprachen (Katalanisch, Spanisch und Englisch) je nach Genre mit Fotos vorgestellt. Neben einem kleinen Abriss zur Institution folgen übliche Informationen wie Öffnungszeiten oder Adresse. Praktisch ist auch der graphisch gestaltete Stadtplan im Umschlag sowie ein U-Bahn-Fahrplan. Kostenpunkt: 11.95 Euro. Die der Barcelona Museums Guide auch wert ist.

Bei den ausgestopften Tieren zu Besuch

Geschrieben von am 11. Mai 2007 14:43

Der Grund, weshalb ich so gerne in naturwissenschaftliche Museen gehe, liegt ganz einfach daran, dass mein erster Museumsbesuch, an den mich erinnere, dem Naturkundemuseum im Schloss Rosenstein in Stuttgart galt.
Barcelonas Museo de ciències naturals zu besuchen, ist weniger Pflicht denn Kür, zudem es in einem Backstein-Palast untergebracht ist, der von der Weltausstellung 1888 stammt. Im großen Saal im ersten Stock bietet das Museum keine Überraschung: solide präsentiert sind die wirbellosen Tiere, ausgestopften Säugetiere und Präperate in mit Holz umfassten Glasvitrinen. Alles schon oft gesehen und deshalb auch sehr vertraut. Doch der Eindruck, dass hier die Zeit stehen geblieben sei, täuscht. Im Erdgeschoss präsentiert das Museum eine multimedial-inszenierte Ausstellung zum Ursprung der Welt, die von sehr aufregenden Tönen begleitet ist und mich in ihren Bann zieht. Leider war es zu dunkel, um hier zu fotografieren. Dieses Nebeneinander von alt und neu fand ich sehr interessant, insbesondere da das Skelett eines Bartwales wie ein doppeltes Relikt der vergangenen Zeit über der Ausstellung schwebte.

Lust auf Kunst

Geschrieben von am 8. Mai 2007 18:43

Hervorragende Ausstellungen, die Lust machen, sich mit zeitgenössischen Kunstformen auseinanderzusetzen, bietet das CaixaForum in Barcelona. In der Nähe des Weltausstellungsgeländes von 1929, der heutigen Messe, befindet sich das Forum in einem Fabrikbau aus der Jahrhundertwende. Man kann sich die ständige Sammlung ansehen (u.a. Joseph Beuys, Thomas Hirschhorn und Sophie Calle) oder sehr schöne Ausstellungen. Bis 14. Mai ist etwa noch die Ausstellung über die Modekünstlerin Agatha Ruiz de la Prada zu sehen (Fotos). Sehr schön gehängt ist die großartige Retrospektive des großen amerikanischen Fotografens Lee Friedländer. In jeder Ausstellung gibt es ein „Familienlabor“, in dem nicht nur die Kinder abgestellt, sondern sich alle mit dem Thema auf eine andere Art und Weise beschäftigen können. Gefallen haben mir hier auch die vielen Kindergruppen, die sich mit sichtbarer Begeisterung mit den Werken beschäftigten. Der Eintritt ist frei; das Forum ist eine Stiftung der großen katalanischen Sparkasse LaCaixa, die sich neben den Geldgeschäften sozial und kulturell engagiert. Anders als auf der Internetseite sind im Forum selbst alle Informationen auch auf Englisch vorhanden.

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