Tiere im Museum
Der Hummer
Gesehen in Dresden, im Militärhistorischem Museum der Bundeswehr.
Der Hummer
Gesehen in Dresden, im Militärhistorischem Museum der Bundeswehr.
Dreimal sitzen im Militärhistorischem Museum der Bundeswehr* in Dresden
* die leeren Bänke täuschen, ist das Museum doch sehr gut besucht; im November wurde schon der 100.000 Besucher begrüßt
Die FAZ gibt hier einen Einblick, was uns ab Oktober in Dresden erwartet: das Militärhistorische Museum der Bundeswehr wird endlich eröffnet und es werden, wie man lesen kann, viele Diskussionen erwartet. Auf die sind wir natürlich gespannt.
Seit letzter Woche ist im Deutschen Hygiene Museum Dresden die vielversprechend klingende Ausstellung Arbeit. Sinn und Sorge zu sehen. Kuratiert wurde die Ausstellung von der Praxis für Ausstellung und Theorie in Berlin, die Szenographie ist von chezweitz & roseapple.
Wer so wie ich noch keine Zeit hatte, die Ausstellung anzuschauen, kann sich ja schon einmal mit der Internetseite der Ausstellung vergnügen – etwa die Timeline der Ausstellungsentwicklung ansehen oder mit anderen über Fragen wie “Was ist Arbeit? Was ist Freizeit?” diskutieren.
Na, wenn das mal keine Weihnachtsnachricht ist: bis zum 8. Februar können in Dresden sächsische Hartz IV-EmpfängerInnen und Angehörige umsonst in die Staatlichen Museen gehen. So oft, wie sie wollen und in jede Ausstellung, die Kundenkarte der ARGE dient als Eintrittskarte. Schöne Aktion, könnte und sollte länger dauern.
Hier kann man nachlesen, warum der ehemalige Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin gegen den freien Eintritt ist, hier, weshalb Hanno Rauterberg dafür ist und Gottfried Fliedl erinnert uns in seinem Glossar: “Die Einhebung einer Eintrittsgebühr ist – neben der Regelung der Öffnungszeiten -, das wichtigste Instrument der Museen zu Herstellung sozialer Distinktion.”
Wir erinnern uns: im August sah es ja mal so aus, als würde ein kleines Tier – die Fledermaus namens Kleine Hufeisennase den Baubeginn der umstrittenen Waldschlösschenbrücke in Dresden verhindern. Nun ist wieder alles anders: Die Brücke darf nun doch gebaut werden. Das hat das sächsische Oberverwaltungsgericht in Bautzen entschieden; das Land Sachsen hatte gegen den Baustopp geklagt. Damit steht auch fest, dass Dresden den Weltkulturerbe-Status verliert. Irgendwie habe ich aber das Gefühl, dass hier noch nicht das letzte Wort gesprochen ist!
Hier berichtet Spiegel-online darüber und hier befindet sich die Seite der GegnerInnen der Brücke.
Vielleicht wird der “Kleinen Hufeisennase” mal ein eigenes Museum gewidmet. Das wichtigste Exponat: ein Bild der Dresdner Elbauen, der Blick auf die durch keine Brücke ver(ent)stellt. Bei der Kleinen Hufeisennase handelt es sich um eine Fledermausart, die es nun geschafft hat, den geplanten Baubeginn der Waldschlösschenbrücke am kommenden Montag noch einmal zu verhindern, wie Spiegel online berichtet. Naturschützer haben das Tier, wie mir scheint, buchstäblich aus dem Hut gezaubert und das Dresdner Verwaltungsgericht hat nun der Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss stattgegeben. Der Gang durch die gerichtlichen Instanzen kann also weiter gehen, und die Feuilletonisten haben weiterhin etwas zu schreiben.
Hier und hier hat der Museumsblog schon einmal darüber berichtet.
Es gibt Nachrichten aus Christchurch in Neuseeland, wo das Unesco-Welterbe-Komitte tagte. Dazu schreibt die Frankfurter Rundschau online
“Das Komitee hatte im neuseeländischen Christchurch entschieden, das Dresdner Elbtal vorerst nicht von der Liste des Unesco-Welterbes zu streichen. Das Gremium bekräftigte zugleich seinen Widerstand gegen den Bau der Waldschlößchenbrücke in der bisher geplanten Form und forderte einen alternativen Entwurf.”
Dieser muss in drei Monaten vorliegen. Hier ist darüber etwas im Spiegel zu lesen und hier im Museumsblog.
Die Fortsetzungsgeschichte von “Die Dresdner, die Brücke, das Weltkulturerbe, das Oberverwaltungsgericht und das Bundesverfassungsgericht” hat ein glückliches? vorläufiges? Ende gefunden. Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hat nun entschieden, dass die Waldschlösschenbrücke gebaut werden muss. Bürgerwille geht vor Unesco; in Politikerkreisen wird dies entweder als Zeichen von Demokratie oder als Debakel gewertet. Die ersten Bauaufträge sind bereits vergeben. Trotzdem wird noch nach Alternativen gesucht: renommierte Architekturbüros sollen einen Kompromissvorschlag liefern, der dann auf einer Tagung der Unesco in Neuseeland vorgestellt werden soll. Trotzdem sollte man sich die Elbauen nochmals schleunigst ohne Baustelle ansehen.
Dazu in Spiegel online, in der WELT online und hier im Museumsblog.
Die Bürger wollten die Brücke über die Elbe, nun bekommen sie sie: das Sächsische Oberverwaltungsgericht hat jetzt entschieden, dass der Bürgerentscheid umgesetzt werden muss. Die Bürger hatten sich 2005 für die Brücke in den Elbauen entschieden. Damit verliert Dresden höchstwahrscheinlich den Weltkulturerbe-Status, den die Stadt für das Ensemble von Landschaft und Architektur erhalten haben. Das ist halt Demokratie!
Über die Waldschlösschenbrücke schreibt der Spiegel, die Frankfurter Rundschau und die FAZ.NET und hier gibt es einen Rückblick im Museumsblog.