Mit dem Frisör in die Ausstellung gehen

Geschrieben von am 27. Oktober 2012 12:56

Die Zeitschrift  Télérama kauft man sich in Frankreich auch wegen des Fernsehprogramms, aber eigentlich viel mehr wegen des wöchentlichen Überblicks auf alles, was in Sachen Kultur läuft – ob Bücher, Filme oder Ausstellungen. Seit einiger Zeit nimmt sich Télérama auch filmisch der Museen und Ausstellungen an: Visite Guidée begleitet Persönlichkeiten in Ausstellungen und stellt den Besuch in knapp 5 Minuten vor. So schaut sich etwa der Künstler Yazid Oulab ein Objekt in der neuen islamischen Abteilung im Louvre an. Der Promi-Frisör geht natürlich in die Ausstellung über Haare ins Musée du quai Branly. Pas mal!

Der Museumsblog hat einen Schweizer Kollegen

Geschrieben von am 28. März 2012 16:05


Eben entdeckt: einen Kollegen sozusagen, den Schweizer Museumsblog. Hier geht es um die Wiedereinrichtung des Stadtmuseums Schlössli Aarau. Vom Lay-out gibt der Blog einiges her: in Dialogform, mit Bild und Sprechblasen unterhalten sich zwei Herren über das Stadtmuseum – etwa über Objekte oder über das Fällen eines Mammutbaumes (wobei nicht ganz klar wird, warum eigentlich?).

Seltsame Museumsbesucherinnen

Geschrieben von am 20. Januar 2012 08:25

Drei junge Damen schlendern in bunten Trenchcoats durch das Musée d’Orsay in Paris. Plötzlich lassen sie mit lautem Gekicher ihre Hüllen fallen und laufen in Dessous durch die Ausstellungssäle als wären sie ein Laufsteg. Die Besucher schauen konsterniert, die Aufsicht interessiert. Natürlich wird das Ganze mehr oder weniger professionell gefilmt – und steht ganz prominent als youtube-Film auf der Startseite einer Dessous-Marke. Eine Art flashmob? Teuer erkauft? Anscheinend dürfen im Musée dOrsay  „normale“ Besucher_innen nicht fotografieren. Äußerst seltsam!

via museographie-museologie

Einen neuen Auftritt für den Louvre

Geschrieben von am 28. Dezember 2011 15:41

Noch vor Weihnachten 2011 gönnte sich der Louvre einen neuen Internetauftritt. Er ist natürlich viel komplexer als der vorherige – angesichts der Größe und Umfangs der Sammlungen ist das ja nur zu verständlich.  Auffällig ist die visuelle Unterstützung der Informationen. Auf den Seiten kann man viel Zeit verbringen und ähnlich wie im Museum selbst, etwas den Überblick verlieren.

In der Rubrik media en ligne kann man sich Filmchen anschauen zu den Angeboten des Museums – zum Beispiel welche Angebote es für alle unter 30 gibt oder welche workshops man so besuchen kann. Hier gibt es auch einen Film, der auf andere Inhalte verweist: Es geht um die Dimensionen eines Kunstwerks: warum ist ein Werk so groß oder so klein? Das macht Spaß anzuschauen, hier wird geschoben und vergrößert, das Ganze schön vertont – allerdings bislang nur auf französisch, wie die anderen Filme auch.

Natürlich gibt es auch ein neues kostenloses Louvre-App  für iphone oder ipad- das ist allerdings über 800 MB groß. Das erklärt sich dadurch, dass man sich zwar auch einen Plan, aber auch etwa einen Image-Film mit herunter lädt. Hinzu kommen viele Bilder ohne nähere Informationen – ich werde diese App wieder löschen, da sie hauptsächlich den Speicher füllt.

Über die Pressekonferenz und das Engagenment des Louvre mit Nintendo kann man sich hier informieren.

MuCEM neu im Internet

Geschrieben von am 2. November 2011 19:49

Da ich sehr neugierig bin, was in Marseille in Sachen MuCEM passiert, habe ich natürlich bemerkt, dass das Museum nun eine neue Internetseite hat. Den Einstieg finde ich ja noch ganz schön: große, wechselnde Bilder von der Baustelle.

 

 

 

 

 

 

 

Dann kann man in die Seite eintreten (nebenbei bemerkt, diese im Internet oft nötigen Schwellenüberschreitungen haben doch etwas museales, oder?) und man kommt zu den Inhalten, die auch ganz hübsch dargeboten werden. Aber es fängt gleichzeitig an, unübersichtlich zu werden. Mit ein Grund ist, dass die Seite nicht wie üblich vertikal, sondern horizontal geordnet ist.* Und irgendwie hat man bald den Überblick verloren! Leider fehlen auch noch  englische Übersetzungen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Hat man sich etwas durchgesurft, bestaunt man natürlich schon die vielen Bilder von der Baustelle und die Videos. Aber so einen richtigen Eindruck von den musealen Planungen bekommt man leider (noch) nicht.

Auch Jörn Borchert gefällt sie nicht besonders. Ist unsere Kritik  was typisch deutsches?
* Nachtrag am 7.11.2011: das horizontale Surfen hat natürlich mit dem iPad und Ähnlichem zu tun: dort wird nämlich gewischt und nicht nach unten gescrollt. So ist die Kritik eher getrennt in: “normale” PC-Nutzerinnen und in iPad-Nutzerinnen.

Bilder, die heute keiner mehr kennt

Geschrieben von am 24. Oktober 2011 18:57

Das erfreut natürlich die Museologin: Grundrisse von Ausstellungen und Blicke in den Saal. Die Rede ist von der Seite  GDK Research – Bildbasierte Forschungsplattform zu den Großen Deutschen Kunstausstellungen 1937-1944 in München, die nun online gestellt wurde und einiges an Diskussionen ausgelöst hat. (Hier etwa in der FAZ ein schöner Artikel von Julia Voss).

Umstritten ist die datenbank deshalb, weil hier die staatlich geförderte Kunst der NS-Zeit vorgestellt wird. Thema sind die Großen Deutschen Kunstausstellungen, die zwischen 1937 und 1944 in München stattfanden.

Die Datenbank gibt nicht nur Auskunft über Bilder und Hängung, sondern auch, wer welche Bilder gekauft hatte: es handelte sich um Verkaufsausstellungen; über 12.000 Werke (darunter etwa auch Skulpturen) wurden insgesamt angeboten. Ein sehr interessantes zeitgeschichtliches Dokument, natürlich nicht ohne Brisanz. Frau Voss schreibt: „Wer die Datenbank benutzt, steigt in den Giftschrank der Kunstgeschichte, der toxische Substanzen enthält.“ – Brisanz übrigens in beide Richtungen, da sie ein heterogeneres Kunstverständnis der Nazis als bisher angenommen“ wie Projektleiter  Christian Fuhrmeister in Dradio sagte.

Die Datenbank lässt einen das leicht überprüfen, ist sie doch einfach zu verstehen; dabei sieht sie noch ganz ansprechend aus.

Mit anderen ins Museum gehen

Geschrieben von am 13. Dezember 2010 20:52

Zum Beispiel: mit James Clifford, dem Historiker, der sich so hervorragend in der Anthropologie auskennt.

Das virtuelle Museum der ganz anderen Art

Geschrieben von am 3. September 2010 08:30

Manchmal ist eine Idee da, ein Konzept, ein Ort – dann fällt plötzlich das Geld oder der Auftraggeber will plötzlich nicht mehr.
Was nun? Dem Schweizer Ausstellungsmacher Beat Gugger kam in diese Situation und anstelle einer schönen Ausstellung steht nun ein Video im Netz. Es stammt von 2006, ich habe es auf Kultpavillonblog gefunden. Und es ist immer noch spannend, es anzusehen.

Museen im Internet I

Geschrieben von am 12. August 2010 21:31

Sehr poetisch präsentiert sich aus der Ferne das Kino-Museum in Turin – das Museo Nazionale del Cinema in Turin.

Vertical Dreams heisst die Seite, mit Sequenzen und schönen bewegten Bildern, mit denen man sich durch das Haus bewegen kann. Toll ist schon das Eingangsbild: man steht wohl im Zentrum des Gebäudes, sieht im Zeitraffer dem Publikum zu und wie sich der gläserne Aufzug von oben nach unten bewegt.

Mit der Infosäule am rechten oberen Eck kann man sich durch die Ausstellungsteile bewegen.
Durch ungewöhnliche Schnitte und Perspektiven entsteht etwas ganz Eigenes – und lässt zugleich eine Vorstellung von dem Entstehen, was vor Ort angeschaut werden kann. Das ganze ist einem Museum, das sich den bewegten BIldern widmet, wirklich würdig.

Mit der Zeit wird allerdings die Musik etwas aufdringlich – aber die kann man ja abstellen.
Und überlegen, wie man noch irgendwie die Reise nach Turin unterbringt.

Das jüdische Museum München bloggt

Geschrieben von am 3. Juni 2010 14:03

Das jüdische Museum in München hat neuerdings einen sehr schicken Blog mit vielen Fotos. Die illustrierte Berichterstattung über Ausstellungen und über das Arbeiten hinter den Kulissen ist besonders schön, kann man doch leider nicht immer und ständig nach München fahren. Wir werden öfters hier reinschauen!

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