Figurinen XXIX

Geschrieben von am 3. Februar 2012 14:14

Diese doch außergewöhnliche Kopfknoten-Figurine stammt aus dem Musée de l’Homme in Paris. Sie stand wohl in  einer Ausstellung über Afrika – ist allerdings schon eine Weile her, da es ja das Museum so nicht mehr gibt.

Seltsame Museumsbesucherinnen

Geschrieben von am 20. Januar 2012 08:25

Drei junge Damen schlendern in bunten Trenchcoats durch das Musée d’Orsay in Paris. Plötzlich lassen sie mit lautem Gekicher ihre Hüllen fallen und laufen in Dessous durch die Ausstellungssäle als wären sie ein Laufsteg. Die Besucher schauen konsterniert, die Aufsicht interessiert. Natürlich wird das Ganze mehr oder weniger professionell gefilmt – und steht ganz prominent als youtube-Film auf der Startseite einer Dessous-Marke. Eine Art flashmob? Teuer erkauft? Anscheinend dürfen im Musée dOrsay  “normale” Besucher_innen nicht fotografieren. Äußerst seltsam!

via museographie-museologie

Neues aus dem französischen Haus für Geschichte

Geschrieben von am 9. Januar 2012 08:18

Das Maison de l’histoire de France hat seit Ende des letzten Jahres eine Gründungsdirekrorin: Madame Maryvonne de Saint-Pulgent aus dem Kulturministerium und bereits Vorsitzende der Kommission zur Bildung des Museums, übernimmt die Leitung für das geplante museale Projekt. Auf der Ankündung des Kulturministeriums sieht es auch schon so aus, als sei die Sache klar und das Museum schon ins Nationalarchiv eingezogen.

 

 

Einen neuen Auftritt für den Louvre

Geschrieben von am 28. Dezember 2011 15:41

Noch vor Weihnachten 2011 gönnte sich der Louvre einen neuen Internetauftritt. Er ist natürlich viel komplexer als der vorherige – angesichts der Größe und Umfangs der Sammlungen ist das ja nur zu verständlich.  Auffällig ist die visuelle Unterstützung der Informationen. Auf den Seiten kann man viel Zeit verbringen und ähnlich wie im Museum selbst, etwas den Überblick verlieren.

In der Rubrik media en ligne kann man sich Filmchen anschauen zu den Angeboten des Museums – zum Beispiel welche Angebote es für alle unter 30 gibt oder welche workshops man so besuchen kann. Hier gibt es auch einen Film, der auf andere Inhalte verweist: Es geht um die Dimensionen eines Kunstwerks: warum ist ein Werk so groß oder so klein? Das macht Spaß anzuschauen, hier wird geschoben und vergrößert, das Ganze schön vertont – allerdings bislang nur auf französisch, wie die anderen Filme auch.

Natürlich gibt es auch ein neues kostenloses Louvre-App  für iphone oder ipad- das ist allerdings über 800 MB groß. Das erklärt sich dadurch, dass man sich zwar auch einen Plan, aber auch etwa einen Image-Film mit herunter lädt. Hinzu kommen viele Bilder ohne nähere Informationen – ich werde diese App wieder löschen, da sie hauptsächlich den Speicher füllt.

Über die Pressekonferenz und das Engagenment des Louvre mit Nintendo kann man sich hier informieren.

Frankreichs Geschichte im Internet

Geschrieben von am 26. November 2011 10:43

Das von Sarkozy geplante Geschichtsmuseum Maison de l’histoire de France präsentiert nun sein Anliegen im Internet.


Das Projekt und das wissenschaftliche Komitee werden beschrieben. Auch kann die Benutzerin an einigen Umfragen partizipieren; allerdings werden nicht wirklich spannende Fragen gestellt. Interessant wäre es doch, angesichts des Streits über das geplante Museum hier eine Diskussionsplattform zu schaffen!
Deutlich wird auf der Seite vor allem eines: das Museum stützt sich auf das Netz vorhandener Institutionen, indem es auf Institution, Veranstaltungen und Ausstellungen in ganz Frankreich verweist. Dies geschieht zum Beispiel in Form einer interaktiven Karte von Frankreich, in der Geschichtsinstitutionen verlinkt sind.
Warum braucht man eigentlich ein neues Museum, fragt man sich wiederholt, wenn es doch schon so viele Einrichtungen gibt, die sich allen möglichen Facetten der französischen Geschichte widmen? Und die vor allem den Gedanken des kulturellen Förderalismus umsetzen?

Exemplarisch ist vielleicht in dieser Hinsicht die erste Ausstellung, die im Namen des MHF geplant ist und die ein Teil der Sammlung des Musée des plans reliefs in Szene setzt. Die erste Ausstellung findet nicht in Invalides statt, wo das Museum beheimatet ist (und freilich etwas ein Schattendasein fristet, obwohl ein Besuch sehr lohnend ist), sondern gleich im Grand Palais – allerdings nur für einen Monat.* Es geht in Paris also irgendwie weiter – trotz Finanzkrise!

* Interessanterweise wird die Ausstellung auf der Seite des Reliefmuseums nicht erwähnt – hat das wohl einen Grund?

Fast alles neu im Musée d’Orsay

Geschrieben von am 11. November 2011 22:15

Erinnern wir uns: als das Musée d’Orsay 1986 im ehemaligen Bahnhof an der Seine gegenüber vom Louvre eröfnete, schlugen die Wellen hoch: man befürchtete gar, ein Bügeleisen neben einem Degas zu finden. Die Kritik beruhigte sich dann aber wieder, und das Museum zählte fortan zum Repertoire der Parisbesucherinnen. Seitdem schoben sich die Besuchermassen durch die Hallen.

Nun lohnt sich der Weg für alle, die das Museum schon vor einigen Jahren abgehakt hatten:  Nous avons revu Orsay. Tout est à revoir, so heisst es auf der Internetseite: Das Nouvel Orsay hat seit 20. Oktober die Pforten eröffnet. Was ist passiert: Die große Halle, gestaltet von Gae Aulenti, blieb. Neu gestaltet wurden die seitlichen Galerien, das Cafe oder etwa die Galerie der Impressionisten  – von weiss zu schwarz, interpretiert man die Bilder, die auf der Seite zu sehen sind. Generell soll nicht mehr dem white cube gehuldigt werden, sondern die Wandfarbe den Bildern angepasst werden.

Neu sind auch die Sitzgelegenheiten namens Water Block vom japanischen Künstler Tokujin Yoshioka. Sie erinnern auf den Bildern in der Tat an einen Eisblock und sehen wirklich großartig aus.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Noch ist die Umgestaltung nicht fertig – bis 2015 sollen alle Räume sukzessive renoviert und umgestaltet werden. Wir sind gespannt!

Hier kann man dem Premierminister Fillon bei der Eröffnungsrede zusehen.

 

 

Jean-Jacques Aillagon geht

Geschrieben von am 1. September 2011 09:38

Vorgestern gab der Präsident des Museums und des Parks von Versailles, Jean-Jacques Aillagon, bekannt, dass er am 30. September aufhört. Aufhören muss, denn er hat das Rentenalter erreicht; und eine Verlängerung war anscheinend nicht möglich bzw. nicht erwünscht. Wir hatten den Blog von Monsieur Aillagon hier vorgestellt. Eine Nachfolgerin für den prestigereichen, aber nicht einfachen Job wird schon gehandelt. Es ist eine Journalistin aus dem Umkreis des Präsidenten Sarkozy. Didier Rykner hält dies in La Tribune de l’Art für einen Skandal!

Neues vom MHF?

Geschrieben von am 20. Juli 2011 07:40

Jörn weist in Kulturelle Welten auf ein Interview von Annette Schuhmann mit Étienne François in Zeitgeschichte online über das Maison de l’histoire de France hin.
Das erinnert mich daran, dass ich eigentlich noch etwas über die Veranstaltung Nationenbildung im Museum schreiben wollte, die schon Anfang Juni in Frankfurt stattfand.
Leider erinnerten hier die Ausführungen über das Sarkozy-Projekt von Étienne François eher an die Rede eines Politikers, so glatt und unbestimmt wirkten sie. Letztendlich, so sollte sich wohl der Eindruck verfestigen, sei in den Planungen alles berücksichtigt worden, ob es sich um die Rolle der bereits existierenden Institutionen oder Museen handelte, oder zum Beispiel um die Berücksichtigung des Themas Migration in der wissenschaflichen Vorbereitungsgruppe (es gibt unter den 20 Mitgliedern einen Historiker mit Migrationshintergrund, und, by the way, vier Frauen). François betonte v.a. den Forumsgedanken der geplanten Institution und die wichtige Rolle der Wechselausstellungen.

Die interessanteste Frage diese Abends eines Teilnehmers, ob es überhaupt ein Museum bzw. einen realen Ort brauche, um all diese Ideen zu verwirklichen, da ja vieles schon vorhanden sei, blieb leider unbeantwortet.

Das MHF im Sprachnebel

Geschrieben von am 21. Juni 2011 20:30

Der geschätzte Didier Rykner vom Blog La Tribune de L’Art war bei der Pressekonferenz dabei, als das Maison de l’histoire de France vorgestellt wurde (es war wohl etwas konfus) und hat den von Jean-Paul Rioux hier vorgestellten Bericht genauer gelesen.
Rykner weist auf viele missverständliche, gar unverständliche Formulierungen hin; so dass eigentlich keiner so richtig weiss, um was es in der neuen Institution eigentlich geht bzw. wohin die Reise gehen soll. Das Nebulöse steht allerdings konträr zum politisch propagierten Inhalt der Transparenz und Allgemeinverständlichkeit – da gilt es noch viel auszulegen!

Ich visualisiere indessen schon viele Blogbeiträge zur nationalen Geschichtsmuseum. Schön, dass uns Frankreich in dieser Hinsicht nie enttäuscht – das MQB und die ganzen Querellen sind ja schließlich auch schon eine Weile her….

Es geht weiter mit dem MHF

Geschrieben von am 19. Juni 2011 14:48

Am 16. Juni war es soweit: der Vorsitzende der Kommission zur Vorbereitung des MHF, Jean-Pierre Rioux, hat dem Kulturminister Frédéric Mitterrand sozusagen den Masterplan vorgelegt, wie das Maison de l’Histoire de France einmal aussehen soll. Le Monde und AFP stellten diesen Bericht vor.

Neben den bereits bekannten Überlegungen sind wohl zahlreiche Multimedia- und Internet-Angebote geplant wie ein eigener TV-Kanal, um das Projekt besser in der breiten Öffentlichkeit zu implantieren. Besonders Kindern soll die Geschichte mit attraktiven Angeboten näher gebracht werden – da sind wir natürlich sehr gespannt. Auf der bereits eingerichteten Internetseite ist man übrigens aufgerufen, Vorschläge für die Inhalte zu machen – Partizipation der Basis sozusagen.

Geplant ist außerdem, verstärkt ausländische WissenschaftlerInnen einzuladen, die dann bei Ausstellungsvorbereitungen oder bei Vortragsreihen unterstützend mit wirken sollen.

Der Masterplan geht auch auf die Dauerausstellung ein, die 2.500 qm umfassen soll. Anscheinend ist diese in drei grosse Abschnitte oder Zugänge unterteilt: erstens eine Art chronologisches Rückgrat, zweitens Spots auf Ereignisse oder Perönlichkeiten sowie eine Helden-Allee. (Gerade letzteres klingt für mich so richtig typisch französisch).
Natürlich wird auch wieder mal die Frage aufgeworfen, wann die Geschichte anfängt – da gibt es wohl weiterhin noch große Unstimmigkeiten zwischen Politik und Wissenschaft.
Aber noch ist etwas Zeit, im Januar 2012 soll der Abschlussbericht vorliegen. Strittiges wurde ausgespart: der Standort, die Rolle der neun historischen Nationalmuseen und das Geld.

Und noch ein Hinweis: am Mittwoch, 22. Juni findet in Frankfurt ein Disskusionsabend über die Nationenbindung im Museum im IG-Farbenhaus statt.

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