Sitzmöbel XXXVII
So schön bequem auf Leder sitzt es sich neuestens im Städel Museum in Frankfurt am Main.
So schön bequem auf Leder sitzt es sich neuestens im Städel Museum in Frankfurt am Main.
Drei junge Damen schlendern in bunten Trenchcoats durch das Musée d’Orsay in Paris. Plötzlich lassen sie mit lautem Gekicher ihre Hüllen fallen und laufen in Dessous durch die Ausstellungssäle als wären sie ein Laufsteg. Die Besucher schauen konsterniert, die Aufsicht interessiert. Natürlich wird das Ganze mehr oder weniger professionell gefilmt – und steht ganz prominent als youtube-Film auf der Startseite einer Dessous-Marke. Eine Art flashmob? Teuer erkauft? Anscheinend dürfen im Musée dOrsay “normale” Besucher_innen nicht fotografieren. Äußerst seltsam!
Der Hummer
Gesehen in Dresden, im Militärhistorischem Museum der Bundeswehr.
Das Maison de l’histoire de France hat seit Ende des letzten Jahres eine Gründungsdirekrorin: Madame Maryvonne de Saint-Pulgent aus dem Kulturministerium und bereits Vorsitzende der Kommission zur Bildung des Museums, übernimmt die Leitung für das geplante museale Projekt. Auf der Ankündung des Kulturministeriums sieht es auch schon so aus, als sei die Sache klar und das Museum schon ins Nationalarchiv eingezogen.
Dreimal sitzen im Militärhistorischem Museum der Bundeswehr* in Dresden
* die leeren Bänke täuschen, ist das Museum doch sehr gut besucht; im November wurde schon der 100.000 Besucher begrüßt
Noch vor Weihnachten 2011 gönnte sich der Louvre einen neuen Internetauftritt. Er ist natürlich viel komplexer als der vorherige – angesichts der Größe und Umfangs der Sammlungen ist das ja nur zu verständlich. Auffällig ist die visuelle Unterstützung der Informationen. Auf den Seiten kann man viel Zeit verbringen und ähnlich wie im Museum selbst, etwas den Überblick verlieren.
In der Rubrik media en ligne kann man sich Filmchen anschauen zu den Angeboten des Museums – zum Beispiel welche Angebote es für alle unter 30 gibt oder welche workshops man so besuchen kann. Hier gibt es auch einen Film, der auf andere Inhalte verweist: Es geht um die Dimensionen eines Kunstwerks: warum ist ein Werk so groß oder so klein? Das macht Spaß anzuschauen, hier wird geschoben und vergrößert, das Ganze schön vertont – allerdings bislang nur auf französisch, wie die anderen Filme auch.
Natürlich gibt es auch ein neues kostenloses Louvre-App für iphone oder ipad- das ist allerdings über 800 MB groß. Das erklärt sich dadurch, dass man sich zwar auch einen Plan, aber auch etwa einen Image-Film mit herunter lädt. Hinzu kommen viele Bilder ohne nähere Informationen – ich werde diese App wieder löschen, da sie hauptsächlich den Speicher füllt.
Über die Pressekonferenz und das Engagenment des Louvre mit Nintendo kann man sich hier informieren.
Mehr an eine Wohnzimmercouch erinnert das Sofa in der neuen Dauerausstellung “Die grosse Kunstkammer” des Historischen Museums in Basel. Aber was will man mehr im Museum: der Katalog liegt bereit und das Auge kann in Ruhe über die Objekte schweifen.
Herr Fliedl war im Museum, was ja öfters vorkommt. Und er schreibt auch ausführlich darüber. Das freut mich besonders, weil ich es immer noch nicht in das Mercedes-Museum nach Stuttgart geschafft habe!
Wenn man mit einer Führung eine Ausstellung anschaut und einen tragbaren Hocker dabei hat, mag man froh darum sein. Als Sitzmöglichkeit in einem Museum freilich ist solch ein Hocker einfach nur eine etwas öde Sitzgelegenheit.
Geboten wird sie in mehrfacher Ausfertigung im Museum der Kulturen in Basel.

Draußen geht es hingegen fast gemütlicher zu: Bänke laden dazu ein, sich zu setzen und den Anblick des Museums zu genießen.