Mein neues Lieblingsmuseum

Es ist klein, liegt verborgen in einem schönen Hinterhof mit Garten und sehr charmant: Das Heimatmuseum Neukölln, von dem ich zwar schon viel gehört und gelesen, das ich aber schändlicherweise nie besucht hatte. Nun habe ich dort die Ausstellung „Reisefieber“ gesehen: eine liebevoll inszenierte Schau mit witzigen Objekten und sehr schönen, prägnanten Texten, die sich um das Thema Reisen (in die Nähe und in die Ferne) dreht. Viele der Geschichten haben mit Neuköllner Bürgerinnen und Bürgern zu tun, spiegeln aber gleichsam die deutsche Geschichte – eine inhaltlich runde Sache. Die Ästhetik der Ausstellung ist schlicht, wirkt aber durchdacht und gut umgesetzt und fügt sich adäquat in die Struktur des ehemaligen Lesesaals der Neuköllner Stadtbibliothek ein. Im Vorraum, oder wenn schönes Wetter ist, im Garten, kann man bei einem Kaffee in den Publikationen schmökern. Und: der Eintritt ist frei – „wir sind doch ein staatliches Museum“, sagte der nette junge Herr an der Kasse. Ich kann nur sagen: hingehen, anschauen, Bücher kaufen und auf diese Weise ein vorbildliches staatliches Museum unterstützen. Es war das beste, was ich in meiner Berlinwoche gesehen habe.

Kategorie: Berlin

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