Museumsgefühle

Ein eigentümliches, regelrecht glücklich machendes Gefühl beschlich mich neulich, als ich mir die Ausstellung „Que dit le volatile“ im Pariser Musée d’Histoire de France des Nationalarchiv anschaute. In der kleinen, charmanten Ausstellung werden Karikaturen von Roland Moison, dem langjährigen Chef-Karikaturisten von „Le Canard Enchaîné“ mit Schätzen aus dem Nationalarchiv kombiniert. Moisan verquickte in seinen hier gezeigten Karikaturen die Präsidenten Frankreichs mit Motiven des traditionellen Bilderkanons; diese Themen bestimmten die Auswahl der präsentierten Dokumente und Exponate aus dem Nationalarchiv, wie etwa ein Vertrag aus dem 7. Jahrhundert aus Papyrus oder das originale Notenmanuskript der Marseillaise. Das Gefühl ausgelöst haben die Schlüssel der Bastille. Der Sturm auf die Bastille übte im Geschichtsunterricht eine ungeheure Faszination auf mich aus und die Französische Revolution hat sich mir deshalb gut eingeprägt. Und nun lagen die Schlüssel (es waren vier) einfach vor mir, allein durch schlichtes Glas getrennt. Ich konnte nur noch staunen. Museumsgefühl eben. Wegen dieser Glückmomente gehe ich gerne ins Museum.

Kategorie: Frankreich, Paris

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