Montags keine Ausstellung

An einem verregneten Montag vormittag sollte man in Paris in keine Ausstellung gehen. Es ist einfach zu voll. Eine Möglichkeit ist es, vorher Karten zu reservieren, damit man nicht im Regen auf den Einlass warten muss (mit einer ICOM-Karte kann man diese elegant umgehen). Wenn man in der Ausstellung steht, dann heißt es aber noch lange nicht, dass man die Bilder auch wirklich sieht. An einem verregneten Montag vormittag scheint aber auch wirklich jeder und jede ausgerechnet wie ich die Arcimboldo-Ausstellung im Musée du Luxembourg besuchen zu wollen. Es sind mindestens vier Führungen da, d.h. vier Menschentrauben, die sich abwechselnd vor den Bildern drängeln; daneben noch eine Schulklasse, ganz zu schweigen von den vielen IndividualbesucherInnen. Man muss richtig kämpfen, um in der nicht gerade weitläufigen Ausstellung überhaupt etwas zu sehen. Und wenn man mal einen Platz vor einem Bild ergattert hat: Nicht gleich wieder aufgeben! Erst mal stehenbleiben. Und schauen. Seine Bilder sind ja wirklich sehr eindrucksvoll und ich habe mich darüber gefreut, nicht nur die Gemüse- und Meeresfrüchte-Portraits einmal im Original zu sehen. Begeistert haben mich vor allem seine ungewöhnlichen Stilleben.
Obwohl die Ausstellung schön inszeniert ist, fiel die viel zu kleine Schriftgröße der Texte negativ auf. Die Raumtexte waren zudem viel zu lang und in Durchgängen angebracht, wo man eigentlich nicht stehen bleiben kann. Es ist immer ein Erlebnis, Kunst im Original zu sehen. Aber vielleicht nicht Montag vormittag, sondern Freitag abend oder ich weiß nicht, wann. Denn in einem Pulk von Menschen macht Kunst anschauen einfach keinen Spaß! Bis 13. Januar gibt es noch die Möglichkeit; hier stehen alle Informationen.

Kategorie: Frankreich, Kunst, Paris

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