Geschrieben von Nina Gorgus am 4. Januar 2007 12:22
Auf Deutschlandradio Kultur ist ab morgen, Freitag, 5. Januar eine Serie über kleine Regionalmuseen zu hören, die doch Großes zu bieten haben. Die Sendereihe wurde zusammen mit dem Deutschen Museumsbund konzipiert. „Ziel der Sendereihe ist es, auf das vielfältige Spektrum der kleineren Museen in Deutschland und ihrer oft unerwarteten Schätze hinzuweisen und zu einem Besuch anzuregen,“ so heißt es in der Presseerklärung von Deutschlandradio Kultur. Wer also schon immer einmal wissen wollte, wieviele Bilderbogen sich in Neuruppin befinden oder was sich hinter dem „Boxenstop“ von Tübingen eigentlich verbirgt – in den nächsten Wochen immer Freitags um 10.50 Deutschlandradio Kultur einschalten.
Frequenzen und Programm
Geschrieben von Nina Gorgus am 3. Januar 2007 14:37
Ein Name, der nach einer leckeren Keksmarke klingt, der aber zu einem Architekten gehört, den es sich zu merken gilt. Von Rudy Ricciotti, 1952 in Alger geboren, der von Bandol (Südfrankreich) aus agiert, hat man 2006 schon viel gehört und von ihm wird in den nächsten Jahren viel zu sehen sein. 2006 war sein Jahr: Letzten Sommer wurde in Aix das Centre chorégraphique national de la région Provence-Côte d’Azur eröffnet; zusammen mit der italienischen Architektengruppe „5+1“ erhielt er den Zuschlag für den Kinoplast am Lido in Venedig. Und Ricciotti wurde mit dem nationalen französischen Architekturpreis ausgezeichnet. Bekannt wurde Ricciotti 1990 mit einem Stadium in Vitrolles – der Stadt in Südfrankreich, in der als erstes ein Bürgermeister der rechten Front national an die Macht kam. Ricciotti wird in den nächsten Jahren auch im Museumsbereich Zeichen setzen: Im Louvre in Paris gestaltet er mit Mario Bellini die Abteilung für islamische Kunst neu; in Rivesaltes, einem ehemaligen Internierungslager (für spanische Bürgerkriegsflüchtlinge, jüdische Flüchtlinge des Holocausts und algerische Harki-Familien) entsteht 2008 eine Gedenkstätte. Ganz besonders gespannt bin ich auf das Musée national des civilisations de l’Europe et de la Méditerranée (Mucem) in Marseille. Ricciotti erhielt 2004 den Zuschlag, das Fort de St. Jean am Alten Hafen von Marseille, wo das ehemalige Pariser Volkskundemuseum seit 2005 Quartier bezogen hat, mit einem Neubau zu ergänzen. Sein Vorschlag ist ein filigran wirkender Beton- und Glaskasten, der den Charakter der Hafenumgebung aufnimmt und dessen Fassade, die an Fischgräten erinnert, vielversprechende Einblicke ins Innere gewährt. Eigentlich sollte das Museum 2008 fertig sein, aber durch vielfältige Verzögerungen (u.a. deswegen, weil das französische Kulturministerium sein Geld lieber in Paris für das Musée du qui Branly verpulverte) wird die Eröffnung für 2010 erwartet.
mehr zu Rudy Ricciotti:
Le Monde nennt ihn am 1.12007 in ihrer Internetausgabe als einen der Gewinner des Jahres 2006.
Ein Interview mit Rudy Ricciotti auf französisch über das Projekt in Marseille: „Le projet parle à la fois au ciel, à la mer, au sel et au vent.“
Ein Interview auf deutsch mit Rudy Ricciotti über den Nikolaisaal in Potsdam.
Geschrieben von Nina Gorgus am 2. Januar 2007 12:02
Im Dezember 2006 hat das Institut für Museumsforschung der Staatlichen Museen zu Berlin Preußischer Kulturbesitz zusammen mit dem Deutschen Museumsbund die statistische Gesamterhebung der Museen der Bundesrepublik Deutschland für das Jahr 2005 veröffentlicht. Für die Erhebung wurden 6.155 Museen in Deutschland befragt und 85% der befragten Institutionen schickten den ausgefüllten Fragebogen zurück. Und das klingt doch ganz gut: die Museen verzeichneten 101.406.806 Eintritte; was im Vergleich zu 2004 einen ganz leichten Rückgang von 1,8% bedeutet. Hinzu kommen die Eintritte in Ausstellungshäuser, die keine eigene Sammlungen besitzen, aber Ausstellungen mit „musealen Charakter“ zeigen: Hier kommen 6.924.337 Eintritte zusammen. Insgesamt gingen also etwas über 108 Millionen Menschen 2005 in Museen oder Ausstellungen; 2004 waren es um die 109 Millionen. Auch wenn die Zahl einigermaßen stabil geblieben ist und seit 1990 die Zahl der Museumsbesuche ansteigt, so wurde deutlich, dass Besuche in Kunstmuseen bzw. Ausstellungen zunehmen, während Naturkundemuseen, volks-und heimatkundliche Museen einen leichten Rückgang hinnehmen mußten. Wir sind gespannt auf die Zahlen von 2006!
Statistische Gesamterhebung an den Museen der Bundesrepublik Deutschland für das Jahr 2005. Including an English Summary, Berlin 2006 (96 S.). ISSN 0931-7961, Heft 60.
(Als PDF zum download oder als Broschüre hier zu finden.)