Karten spielen und Kulturgüter schützen


2003, als der militärische Vergeltungsschlag der USA im Irak begann, zeigte sich die Welt nicht nur besorgt um Menschenleben, sondern auch um die Kulturgüter des Landes, die dabei zerstört wurden. In einer Pressemeldung des Deutschen Museumsbundes von 2003 hieß es damals:

Das deutsche Nationalkomitee des Internationalen Museumsrates (ICOM), das europäische Regionalkomitee von ICOM und der Deutsche Museumsbund sind empört über die Plünderung und Zerstörung in Museen, archäologischen Stätten und an historischen Monumenten im Irak. „Die Vorfälle im Irakischen Nationalmuseum in Bagdad zum Beispiel kommen einem kulturellen Supergau gleich“, kritisiert Dr. Martin Roth, Präsident des Deutschen Museumsbundes. „In einem von so langer Hand geplanten Krieg hätten die alliierten Truppen eine Plünderung verhindern können und diese Kulturinstitution schützen müssen! Dieser Krieg hat zwar die Sicherung der Ölvorräte berücksichtigt, aber die kulturelle Wiege der Menschheit nicht einbezogen“.

Wie das Wall Street Journal im Oktober 2007 meldete, soll diesem Mißstand – nach über vier Jahren! – nun Abhilfe geschaffen werden, und zwar mit – Spielkarten (siehe Foto, das von hier kommt). Diese werden an die US-Truppen im Irak und in Afghanistan verteilt. Auf jeder Spielkarte ist ein Foto ein Denkmal oder ein Objekt abgebildet und kurz beschrieben, weshalb es erhaltenswert sei. Auf der Rückseite steht das Logo: „Respect Iraqi and Afghan Heritage“. Die Herzdame ist mit folgenden Spruch versehen: „Ancient sites matter to the local community. Showing respect wins hearts and minds.“ Ob das hilft?

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