Ein Herz für das Ruhr Museum

Geschrieben von am 7. Januar 2010 12:13

Wer schon einmal die Zeche Zollverein in Essen besucht hat – etwa anlässlich der Ausstellung Sonne, Mond und Sterne – weiss, dass ihn hier eine der Hochburgen der deutschen Industriekultur erwartet: seit einiger Zeit ja auch Teil des UNESCO-Weltkulturerbes.

An diesem Wochenende gibt es wieder einen guten Grund, dort hinzufahren: Das Ruhr Museum öffnet am 10.1. in der ehemaligen Kohlewäscherei seine Pforten.
Die Dauerausstellung verbindet, so heisst es auf der Internetseite, „die Natur- und Kulturgeschichte in einem integrativen Konzept und präsentiert die Mythen, Bilder und Phänomene des Ruhrgebietes, die ungeheuren Dimensionen der Erdgeschichte, die lange Geschichte der Industrialisierung ebenso wie deren Folgen und zukünftigen Perspektiven.“

Die wissenschaftliche Leitung hatte Ulrich Borsdorf, Direktor des Ruhr Museums, für die museale Umnutzung des Gebäudes sorgte Rem Kohlhaas und das Stuttgarter Architektenbüros HG Merz für die Gestaltung. Großartig und einzigartig wird es natürlich werden, ein ästhetischer Hochgenuss, wie wir von den beiden Architekten bereits auf Deutschlandradio Kultur erfahren konnten.

Und Ulrich Borsdorf verkündet auf den Seiten der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 : „Ich liebe dieses Museum, und die Menschen im Ruhrgebiet werden es auch in ihr Herz schließen“.

Ob das auch für Menschen außerhalb des Ruhrgebiets gilt, kann ab Sonntag überprüft werden – am besten, man nimmt sich gleich etwas mehr Zeit, um auch noch die eine oder andere Veranstaltung der RUHR.2010 zu besuchen – die europäische Kulturhauptstadt umfasst ja 2010 das gesamte Ruhrgebiet.
Die Erwartungen sind auf alle Fälle hoch!

Der erste Stein ist gelegt

Geschrieben von am 11. Dezember 2009 10:30

Kaum zum glauben, aber wahr: über 10 Jahre nach der Ankündigung des Projekts hat nun am 30. November der Kulturminister Frédéric Mitterrand mit vielen salbungsvollen Worten den Grundstein für das Musée des Civilisations de l’Europe et de la Méditerranée (MuCEM) in Marseille gelegt.

Worte und Versprechen hat man in dieser Sache ja schon sehr viele gehört. Auch der Permierminister François Fillon hat die Unterstützung des Staates zugesagt – ohne zu erwähnen, dass diese unzähligen Ankündigungen zuvor schon öfters gemacht, aber stets nie eingehalten worden waren. Ist jetzt alles anders? 2013 ist Marseille Kulturhauptstadt und das MuCEM soll Ende 2012 mit zwei Ausstellungen eröffnet werden. Der Titel wurde auch gleich bekannt gegeben: Le noir et le bleu, le rêve méditerranéen » und « Masculin-féminin, le genre en question ». Wir sind gespannt!

Nachzulesen auf den Seiten des Museums, den Seiten des Kulturministeriums, in le moniteur und in einem Bericht von AFP. Das Bild stammt von der Seite des MuCEM.
Und hier noch ein link zur Absetzung des alten Direktos Colardelle und der Ernennung des neuen Direktors Suzzarelli im Museumsblog.

Es darf gelacht werden

Geschrieben von am 26. August 2009 14:08

Linz in Oberösterreich, einst vor allem für seine Stahl- und Chemieindustrie bekannt (berüchtigt) ist heuer europäische Kulturhauptstadt. Gelegenheit also, mit dieser von Touristen bisher eher links liegen gelassenen Stadt Bekanntschaft zu schliessen. Die frühere übel riechenden Abgaswolken aus den Fabriksschloten sind ja bereits seit längerem von der „Klangwolke“ abgelöst worden und der niedergehenden Schwerindustrie hat die Stadt mit zukunftsträchtigen Techniken und Hinwendung zum zeitgenössischen Design gekontert. Die „ars electronica“ wurde zu einem internationalen Begriff. Lesen Sie den Rest des Beitrags »

DALLAS AM ALTEN HAFEN

Geschrieben von am 29. Januar 2009 12:35


Hat man erst kürzlich aufgeatmet und geglaubt das MuCEM sei endlich auf den Schienen und der Eröffnung 2013 stehe nun nichts mehr im Wege, so hat man sich getäuscht.

Trotz Krise scheint die Finanzierung gesichert – zumindest was den Bau betrifft, über die Bespielungskosten eines solchen Projektes zerbricht man sich bekanntlich oft erst im nachhinein den Kopf…
Nun war die Kulturministerin Christine Albanel in Marseille um die neuen Gebäude der Unterwasserarchäologie einzuweihen, jenes wissenschaftlichen Institutes das bisher im Fort Saint-Jean seine Büros und Lagerräume hatte. Das Marseiller MuCEM-Team erwartete folglich die Freigabe der Räumlichkeiten um nun ihre eigenen Büros hier einzurichten und so dem Ausstellungs- und späteren Baubetrieb auch räumlich nahe zu sein. Die Ministerin besichtigte das Fort Saint-Jean, den Saal G. H. Rivière (derzeitiger Ausstellungsraum) mit Blick auf die zukünftige Baustelle von Rudy Ricottis Museumsneubau. Ausser den in diesen Umständen angebrachten Höflichkeitsfloskeln kam aber nicht viel über die ministeriellen Lippen…
Gross war daher die Überraschung als durchsickerte, dass auf der Website des Kulturministeriums, wo die Ansprachen der Ministerin öffentlich abrufbar sind, einiges durchaus Bemerkenswertes zu lesen wäre. In diesem – aus welchem Grund auch immer – nicht gehaltenen Diskurs findet man folgende Aussagen: die Eröffnung des MuCEm 2013 sei ein fundamentaler Bestandteil der Festivitäten im Rahmen der Kulturhauptstadt – so weit so gut. Weiters sei das Projekt aber in zwei Pole aufzuspalten, der eine mit Schwerpunkt auf Ausstellungen, Symposien, internationaler Kulturarbeit und der zweite mit Ausrichtung auf Sammlungsbestände und eine aktive Leihgabenpolitik, Forschung und pädagogische Vermittlungarbeit (sprich: mit Schulklassen etc.). Diese Abteilung werde den zukünftigen Depots (Architekt Corinne Vezzoni) eingegliedert. In diesem Zusammenhang dankt die Ministerin auch Michel Colardelle und seiner Mannschaft für ihren Einsatz und bestätigt sie auch weiterhin in ihren Bemühungen um eben diese Arbeit an den Sammlungsbeständen!
Für die zukünftige Bespielung des Museums in Sachen Ausstellungen und kulturellen Aktivitäten die, laut Albanel, gegenüber dem ursprünglichen Projekt eine notable Erweiterung darstellten werde aber in Kürze ein neuer kompetenter Manager bestellt…
Dies ist jedoch noch nicht alles: das Fort Saint-Jean, integraler Bestandteil des Museumskonzeptes und bereits seit sechs Jahren genutzter Ausstellungsbereich, soll zu Gunsten privater Nutzungen frei gemacht werden, um so eine künftige Einnahmequelle zu schaffen.
Fortsetzung folgt!

Gute Nachrichten

Geschrieben von am 16. September 2008 18:03

Vor etwa 30 Minuten gab die französische Kulturministerin Christine Albanel bekannt, dass Marseille 2013 europäische Kulturhauptstadt sein wird. Dies ist nicht nur eine vorzügliche Nachricht für die Stadt Marseille die dringend ökonomische, touristische und natürlich kulturelle Initiativen braucht sondern auch für das MuCEM. Das Musée des Civilisations de l’Europe et de la Méditerranée, seit langem versprochen, war ein wichtiger Pluspunkt für die Kandidatur Marseilles. Man darf also hoffen, dass spätestens 2013 dieses neue Museum seine Pforten öffnen wird!

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