Auf nach Dresden!

Geschrieben von am 7. Juni 2007 12:00

Die Fortsetzungsgeschichte vonDie Dresdner, die Brücke, das Weltkulturerbe, das Oberverwaltungsgericht und das Bundesverfassungsgericht“ hat ein glückliches? vorläufiges? Ende gefunden. Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hat nun entschieden, dass die Waldschlösschenbrücke gebaut werden muss. Bürgerwille geht vor Unesco; in Politikerkreisen wird dies entweder als Zeichen von Demokratie oder als Debakel gewertet. Die ersten Bauaufträge sind bereits vergeben. Trotzdem wird noch nach Alternativen gesucht: renommierte Architekturbüros sollen einen Kompromissvorschlag liefern, der dann auf einer Tagung der Unesco in Neuseeland vorgestellt werden soll. Trotzdem sollte man sich die Elbauen nochmals schleunigst ohne Baustelle ansehen.
Dazu in Spiegel online, in der WELT online und hier im Museumsblog.

Die Dresdner, die Brücke, das Weltkulturerbe und das Oberverwaltungsgericht

Geschrieben von am 14. März 2007 10:17

Die Bürger wollten die Brücke über die Elbe, nun bekommen sie sie: das Sächsische Oberverwaltungsgericht hat jetzt entschieden, dass der Bürgerentscheid umgesetzt werden muss. Die Bürger hatten sich 2005 für die Brücke in den Elbauen entschieden. Damit verliert Dresden höchstwahrscheinlich den Weltkulturerbe-Status, den die Stadt für das Ensemble von Landschaft und Architektur erhalten haben. Das ist halt Demokratie!
Über die Waldschlösschenbrücke schreibt der Spiegel, die Frankfurter Rundschau und die FAZ.NET und hier gibt es einen Rückblick im Museumsblog.

Die militärgeschichtlichen Museen rüsten auf

Geschrieben von am 20. Februar 2007 12:42


Seit einiger Zeit sind in den militärgeschichtlichen Museen interessante Dinge zu beobachten:
Angefangen hatte es vor einiger Zeit mit dem Imperial War Museum London, nun ziehen auch das Militärhistorische Museum der Bundeswehr Dresden und das Musée de l’Armée in Paris nach. In Dresden soll 2008 die neue Dauerausstellung eröffnet werden, die auf über 9.000 qm nicht technikgeschichtlich, sondern kulturgeschichtlich ausgerichtet sein soll. Für dieses Vorhaben wurde der Architekt Liebeskind gewonnen, der ja auch schon die imposante Außenstelle des Imperial War Museums in Manchester entworfen hat. In Dresden treibt Libeskind einen Keil in das ehemalige Arsenalgebäude. Der Stuttgarter Architekt HG Merz sorgt für die Ausstellungsarchitektur; ein Autorenteam sorgt für die inhaltliche Umsetzung.

In Paris läuft seit 2003 das Programm „Athéna (Armes, techniques, Histoire, Emblèmes, nation, Armee). Hier soll (Napoleon lässt grüßen) nach seiner Modernisierung das wichtigste militärgeschichtliche Museum des Planeten entstehen, so der Direktor und General Robert Bresse. Die Arbeiten erfolgen sukzessive; fertigestellt ist bereits die Präsentation zu den älteren Waffensammlungen, die seit 2005 zu sehen ist und die Zeit zwischen 1871 und 1945, die seit Sommer 2006 präsentiert wird. Es folgt noch ein Museum für Charles de Gaulle und die Abteilung Ludiwg XIV bis Napoleon III und weitere interne Modernisierungen. Die Bilder zeigen einen Blick in die alten (neuen) Waffensammlungen und eine in Szene gesetzte Studiensammlung des Pariser Museums. Eine Entwicklung, die es weiter zu verfolgen gilt.

Klassik gewinnt

Geschrieben von am 23. Januar 2007 10:17

Knapp zwei Jahre nach der Eröffnung, sind nun die Architekten Gerhards & Glücker aus Berlin für die Gestaltung der Dauerausstellung des Deutschen Hygiene-Museums in Dresden mit dem Bauwelt Preis 2007 für die Kategorie „Innenräume“ ausgezeichnet worden. Der Bauwelt Preis ist ausdrücklich der „Next Generation“ vorbehalten und eingereicht werden darf nur das Erstlingswerk. Da sind wir ja gespannt, welche Museen sich die Berliner Architekten in den nächsten Jahren vornehmen (können). Mir hat die Dauerausstellung des DHMD sehr gut gefallen; das klassisch Schlichte, das durch die Materiauswahl doch sinnlich wirkte, hat mich auch überzeugt.
Der Bauwelt Preis ist Thema einer Wanderausstellung, die auf Messen (u.a. in China) und in deutschen Kunsthochschulen zu sehen sein wird.
Hier öffnet sich das PDF der entsprechenden Seiten von Bauwelt zum Bauwelt Preis 2007, Kategorie Innenräume.

Die Dresdner, die Brücke, das Weltkulturerbe und das Verwaltungsgericht

Geschrieben von am 28. August 2006 16:19

So, nun ist schon wieder alles anders! Wir erinnern uns: erst sollte die Brücke im Elbtal gebaut werden, da die Bürger dafür votierten, dann kam das Weltkulturerbe dazwischen, da die UNESCO das Prädikat der Stadt aberkennen wollte, wenn diese die Brücke baute, dann wollte die Stadt den Bau aussetzen und die Bürger eventuell nochmals entscheiden lassen, dann sagte das Regierungspräsidium, dass es so nicht gehe, da solch ein Bürgerentscheid rechtsgültig sei und kündigte die Vergabe der Bauaufträge an, dann rief die Stadtverwaltung das Verwaltungsgericht an und das sagte heute: Stop!
„Nach einer Entscheidung des Dresdner Verwaltungsgerichts darf die geplante vierspurige Schneise vorerst nicht gebaut werden. Die vom Regierungspräsidium Dresden angeordnete sofortige Vergabe von Bauaufträgen sei gestoppt worden, sagte ein Gerichtssprecher.“
So berichtet Spiegel online. Der Museumsblog freut sich auf die Fortsetzung!

Die Dresdner, die Brücke und das Weltkulturerbe

Geschrieben von am 25. August 2006 14:11

Nun wurden in Dresden also Tatsachen geschaffen:
So heißt es heute auf Spiegel-online:
„Heute ordnete das Regierungspräsidum in seiner Funktion als kommunale Aufsichtsbehörde dennoch den Baubeginn an – unbeeindruckt vom Veto des amtierenden Oberbürgermeisters Lutz Vogel (parteilos), der einer Aufforderung des Stadtrates gefolgt war. Erst vor kurzem hatte dieser mit rot-rot-grüner Mehrheit den Baustopp beschlossen: Man wollte nicht die Touristen vergraulen, die ihre Reisen an den Weltkulurerbe-Orten entlang planen.“

Dazu: Was ist ein Weltkulturerbe? auf dem Museumsblog vom 14.7.2006

Was ist ein Weltkulturerbe?

Geschrieben von am 14. Juli 2006 13:52

Die Zeitung „Die Welt“ denkt heute über das „Dilemma der Beliebigkeit“ nach – über die von der UNESCO geführten Liste der Weltkulturerbe. Denn in Vilnius ist eben die Konferenz des Welterbekomitees zu Ende gegangen. Das Komitee berät darüber, ob eine Stätte neu aufgenommen, auf die Rote Liste oder von der Roten Liste wieder gestrichen wird. Die UNESCO weist darauf, dass sie vor der Aufnahme die „Einzigartigkeit“ und „Authentizität“ einer Kulturstätte überprüft bzw. bei einem Naturdenkmal die „Integrität“. Seit Juli 2006 hat die Organisation dies weltweit 848 Stätten bescheinigt – merkwürdig dabei ist, dass über ein Drittel davon, nämlich 348, in Europa liegen. Der Okzident hat sich also einmal mehr durchgesetzt, und mehr noch, die Kriterien scheinen sich immer beliebiger zu werden. „Die Welt“ befand zur Arbeit des Welterbekomitees (das sich aus 600 Delegierten aus 182 Staaten zusammensetzt): „Was auf der Welterbeliste der Unesco geführt wird, ist also das Ergebnis von Zufällen und höchst subjektiven Erwägungen, ist also nur Welterbe, weil die Unesco es so nennt.“ Das Problem sei, dass nicht eine unabhängige Jury selbst darüber befindet, was aufgenommen wird, sondern das Komitee nur über die eingereichten Vorschläge abstimmt.
Auch mir scheint, das Auswahlsystem sollte überdacht werden, vielleicht mehr Strenge, weniger Kompromisse. Denn ändert sich etwas, ob eine Stätte auf der Liste steht oder nicht? Am Beispiel von Köln und Dresden kann man das gut beobachten, denn in diesen beiden Städten bangte man um den Erhalt der Welterbestätten. Die eine wurden von der Liste gestrichen, da die Kölner sich durchgerungen hatten, die Hochhäuser in Köln-Deutz nun doch niedriger als geplant zu bauen, damit sie die Sicht auf das Weltkuturerbe Dom nicht beeinträchtigen. Dresden wurde nun auf die Liste gesetzt, da die geplante „Waldschlösschenbrücke“ inmitten der geschützten Elbauen gebaut werden soll. Für die Brücke hatten sich die Bürger und Bürgerinnen selbst entschieden, auch wenn die Gegnerschaft groß war und ist. Der UNESCO hatte man bei Antragsstellung falsche Angaben gemacht. Und wie sieht man in Dresden die Sache? Über den ganz eigenen Blick der Dresdner und Dresdnerinnen auf ihre Stadt durften wir schon während des ganzen Rummels um den Neuaufbau der Frauenkirche erfahren. So war nun im Spiegel zu erfahren, dass die städtische Riege der CDU-Politiker, weiter auf den Bau beharren. Denn, so ihr Kalkül, die Touristen kommen sowieso – egal, ob da eine Brücke steht oder nicht. Der Titel der Sendung, die der MDR heute abend ausstrahlt, ist bewußt provokant, passt aber gut dazu: Elbbrücke – Wird Dresden von der UNESCO erpresst?

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