Lehnstuhlreise ins Museum

Geschrieben von am 1. November 2007 16:58

Es soll ja vorkommen, dass man einfach keinen Schritt vor die Türe setzen möchte. Um so praktischer ist es, dass manche Museen sich darauf eingestellt haben. Einen wirklich guten Eindruck vom Pitt-Rivers-Museum in Oxford, 1884 vom General gleichen Namens gegründet, sind die 360°- Ansichten, die man hier anschauen kann. Natürlich kann kein noch so tolles Foto den Museumsbesuch ersetzen: online fehlt etwas. Hier habe ich es einmal beschrieben.

Deutsche und französische Wissenschaftsmuseen im Dialog II

Geschrieben von am 28. September 2007 15:24

Die Tagung war schon einmal für Mai angekündigt, wurde dann vertagt und findet nun wirklich zwischen dem 14. und 16. Oktober statt:
Wissenschaftsmuseen im deutsch-französischen Dialog
Dritte Tagung von Expertinnen und Experten der Wissenschaftsmuseen
Berlin, 14.-16. Oktober 2007
Tagungsort ist das Deutsche Technikmuseum in Berlin und man kann sich noch bis zum 30. September anmelden.

Was man als Museumsaufsicht alles so können muss oder ein Besuch in den Uffizien

Geschrieben von am 13. September 2007 10:45

Wer in den Uffizien in Florenz als Aufsicht arbeiten möchte, der sollte
– kommunikativ sein (für die Unterhaltungen mit den KollegInnen)
– italienisch sprechen können (soll das über 90%ige ausländische Publikum doch italienisch lernen)
– gerne telefonieren (wenn hunderte BesucherInnen darauf warten, eingelassen zu werden oder wenn in den Ausstellungsräumen private Dinge geklärt werden müssen)
– gelangweilt schauen und gelassen reagieren (wenn BesucherInnen es mal wagen, die Unterhaltung der Aufsicht zu stören)
– rauchen (um sich die Zeit an der Eingangstür zu vertreiben, während man die BesucherInnen mit Barrieren in Schach hält)
– fingerfertig sein (für das Tippen von sms)
– kreativ denken (für das Lösen von Kreuzworträtseln). Lesen Sie den Rest des Beitrags »

Museumsführer

Geschrieben von am 23. August 2007 10:09

Gut in der Hand liegt der Museumsführer von Barcelona, herausgegeben vom städtischen Institut für Kultur, erschienen im Verlag Poligrafa. Denn wer glaubt, dass in dieser Stadt nur Gaudí zu sehen ist, der täuscht sich gewaltig. Sehenswert sind etwa die Ausstellungen im CaixaForum oder im natuwissenschaftlichen Museum. Etwas größer als eine Postkarte und im Querformat, also Handtaschenkompatibel, werden sehr übersichtlich und grafisch schön gestaltet die Museen auf drei Sprachen (Katalanisch, Spanisch und Englisch) je nach Genre mit Fotos vorgestellt. Neben einem kleinen Abriss zur Institution folgen übliche Informationen wie Öffnungszeiten oder Adresse. Praktisch ist auch der graphisch gestaltete Stadtplan im Umschlag sowie ein U-Bahn-Fahrplan. Kostenpunkt: 11.95 Euro. Die der Barcelona Museums Guide auch wert ist.

Ein kleines Tier mit großer Wirkung

Geschrieben von am 9. August 2007 15:29

Vielleicht wird der „Kleinen Hufeisennase“ mal ein eigenes Museum gewidmet. Das wichtigste Exponat: ein Bild der Dresdner Elbauen, der Blick auf die durch keine Brücke ver(ent)stellt. Bei der Kleinen Hufeisennase handelt es sich um eine Fledermausart, die es nun geschafft hat, den geplanten Baubeginn der Waldschlösschenbrücke am kommenden Montag noch einmal zu verhindern, wie Spiegel online berichtet. Naturschützer haben das Tier, wie mir scheint, buchstäblich aus dem Hut gezaubert und das Dresdner Verwaltungsgericht hat nun der Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss stattgegeben. Der Gang durch die gerichtlichen Instanzen kann also weiter gehen, und die Feuilletonisten haben weiterhin etwas zu schreiben.

Hier und hier hat der Museumsblog schon einmal darüber berichtet.

Auf nach Darmstadt

Geschrieben von am 9. August 2007 12:00


Schon jetzt sollte man langsam einen Besuch im Hessischen Landesmuseum in Darmstadt planen, da es Ende September für voraussichtlich vier Jahre schließt. Das Museum soll umfassend saniert werden. Wer also nochmals die Werkgruppe von Joseph Beuys sehen möchte, den römischen Mosaikboden aus Bad Vilbel oder die naturkundliche Abteilung, aus der das Diorama stammt, sollte schnell hingehen. Meine Lieblingsabteilung, der „Wald der Skulpturen„, ist leider schon geschlossen. Einige Werke aus der Darmstädter Kunstsammlung werden ab Oktober 2007 im Frankfurter Städel Museum zu sehen sein.
Die Internetseite des Museums hat der Museumsblog einmal hier gelobt.

Das DHM in der Kritik

Geschrieben von am 13. Juli 2007 10:02

Das Portal Zeitgeschichte online hält einen neuen Service bereit: Ausstellungsrezensionen zur Dauerausstellung des Deutschen Historischen Museums in Berlin. Zusammengestellt wurden die Artikel von Jan-Holger Kirsch und Irmgard Zündorf, die die Eröffnung der Dauerausstellung nicht als Endpunkt einer Kontroverse verstanden wissen wollen, sondern als „Zwischenstation für die Beschäftigung mit (Zeit-)Geschichte im Museum“. Die Rezensionen wie zum Beispiel von Jürgen Kocka oder Olaf Hartung können alle als PDF heruntergeladen werden. Auch dem DHM wurde die Möglichkeit gegeben, Stellung zu beziehen: Burkhart Assmus, zuständig für den Ausstellungsbereich Nationalsozialismus, gibt über die Genese der Dauerausstellung Auskunft. Wer noch keine Gelegenheit hatte, die Dauerausstellung zu besuchen, kann sich auf den Seiten des DHM die Panorama-Bilder ansehen. Hier schon einmal ein Bild aus meiner Kamera aus der Abteilung „Nationalsozialismus“.

Beim Duke von Marlborough zu Besuch

Geschrieben von am 4. Juli 2007 10:52


Blenham Palace, 20 Minuten von Oxford beim malerischen Ort Woodstock gelegen, bietet nicht nur etwas für diejenigen, die schon immer einmal den prunkvollen Wohnsitz des Duke of Marlborough und den Geburtsort von Sir Winston Churchill sehen wollten. Auch der Gartenliebhaber wird hier bedient, und das nicht nur im großen Landschaftspark. Hinter „Blenhem Bygones“ verbirgt sich eine Ausstellung zu Gartengeräten, aber auch zur Geschichte von Blenheim und seine Gärten selbst, samt „Stuben-Ensembles“ vom Büro des Buchhalters und der hauseigenen Töpferei. Die Ausstellung erinnert an die charmante Inszenierung in einem Regionalmuseum aus den 1950er Jahren.
Man muss jetzt aber nicht glauben, dass Blenham Palace in irgendeiner Weise verstaubt sei. Ganz im Gegenteil: die Vermarktung von Blenham Palace, seit 1987 UNESCO-Weltkulturerbe, ist sehr ausgefeilt. Neben der Palastbesichtigung, mit verschiedenen Ausstellungen kann man im Park schlendern und den Schafen und Fasanen zusehen, am See picknicken, sich mit einer kleinen Dampfbahn zum Schmetterlingsgarten fahren lassen und in einem riesigen Labyrinth fast verloren gehen. Zwischendurch kann man das Blenham Mineralwasser konsumieren und im reich bestückten Museumsshop wirklich schöne Dinge kaufen. Zusätzlich steigern Events wie Theateraufführungen und Cricket-Matches die Attraktivität für ein zahlungskräftiges Publikum. Nebenbei bemerkt: die Einheimischen zahlen natürlich nicht die stolzen 16 Pfund Eintritt für Park und Palast, sondern benutzen den Hintereingang in der Ortschaft Woodstock. Das ist englisches Recht.

Museum der Dinge geöffnet

Geschrieben von am 2. Juli 2007 11:54

Seit letztem Wochenende kann geprüft werden, ob das Museum der Dinge zu Recht zu den Lieblingsmuseen gezählt werden kann. Mit der Ausstellung „Kampf der Dinge“ stellt sich das Museum an seinem neuen Standort in Berlin-Kreuzberg vor. Der Deutsche Werkbund wird dieses Jahr 100 Jahre alt. In der neuen Dauerausstellung werden Produkte aus dieser Zeit einander gegenübergestellt, „positive und negative Pole der Argumentationslinien“ nennt es die Kuratorin Renate Flagmeier, schön oder hässlich der oder die Ausstellungsbesucher/in.
Über die neue Dauerausstellung im Tagesspiegel und in der Frankfurter Rundschau online.

Die Brücke und kein Ende

Geschrieben von am 25. Juni 2007 14:02

Es gibt Nachrichten aus Christchurch in Neuseeland, wo das Unesco-Welterbe-Komitte tagte. Dazu schreibt die Frankfurter Rundschau online

„Das Komitee hatte im neuseeländischen Christchurch entschieden, das Dresdner Elbtal vorerst nicht von der Liste des Unesco-Welterbes zu streichen. Das Gremium bekräftigte zugleich seinen Widerstand gegen den Bau der Waldschlößchenbrücke in der bisher geplanten Form und forderte einen alternativen Entwurf.“

Dieser muss in drei Monaten vorliegen. Hier ist darüber etwas im Spiegel zu lesen und hier im Museumsblog.

Archiv

Noch was

Archiv