Bilder, die heute keiner mehr kennt

Das erfreut natürlich die Museologin: Grundrisse von Ausstellungen und Blicke in den Saal. Die Rede ist von der Seite  GDK Research – Bildbasierte Forschungsplattform zu den Großen Deutschen Kunstausstellungen 1937-1944 in München, die nun online gestellt wurde und einiges an Diskussionen ausgelöst hat. (Hier etwa in der FAZ ein schöner Artikel von Julia Voss).

Umstritten ist die datenbank deshalb, weil hier die staatlich geförderte Kunst der NS-Zeit vorgestellt wird. Thema sind die Großen Deutschen Kunstausstellungen, die zwischen 1937 und 1944 in München stattfanden.

Die Datenbank gibt nicht nur Auskunft über Bilder und Hängung, sondern auch, wer welche Bilder gekauft hatte: es handelte sich um Verkaufsausstellungen; über 12.000 Werke (darunter etwa auch Skulpturen) wurden insgesamt angeboten. Ein sehr interessantes zeitgeschichtliches Dokument, natürlich nicht ohne Brisanz. Frau Voss schreibt: „Wer die Datenbank benutzt, steigt in den Giftschrank der Kunstgeschichte, der toxische Substanzen enthält.“ – Brisanz übrigens in beide Richtungen, da sie ein heterogeneres Kunstverständnis der Nazis als bisher angenommen“ wie Projektleiter  Christian Fuhrmeister in Dradio sagte.

Die Datenbank lässt einen das leicht überprüfen, ist sie doch einfach zu verstehen; dabei sieht sie noch ganz ansprechend aus.

Kategorie: Geschichte, Internet, Kunst, Nationalsozialismus

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