Im Rijksmuseum ist Kunst Therapie

Große Museen wie das Rijksmuseum anzuschauen, heisst: nicht einfach hingehen, sondern: gut vorbereitet hingehen. Zum ersten Mal nach langer Zeit habe ich mich entschieden, mich nicht auf ein Museumsschlendern mit Faltplan einzulassen, sondern mich aufgrund des Zeitmangels (in Amsterdam schließen alle Museen um 17 Uhr) gezielt umzuschauen. Dazu hatte ich mir vorab den Multimedia-Guide als App heruntergeladen – das hätte ich auch gut im Foyer des Rijksmuseum tun können, denn es gibt dort ein freies Wifi (oder ich hätte mir dort das entsprechende Gerät für 5 Euro ausleihen können…)
Ich habe mich dann für eine Tour entscheiden – es musste natürlich die Highhlight-Tour in 90 Minuten sein. Und so eine App leistet wirklich gute Dinge – man vertieft sich dann, wenn man es möchte, hört sich darüber hianus noch ein Audio an oder schaut sich einen kleinen Film an. Ich habe diese Tour nicht ganz bis zum Ende verfolgt und deutlich mehr als 90 Minuten gebraucht und es hat deutlich mehr Spass gemacht, mit dem eigenen Gerät zu hantieren als mit einem ausgeliehenen.

Ein Grund, weshalb ich die Tour nur halbherzig verfolgte, waren die großen gelben Zettel. Was mich da ablenkt, war mir eigentlich, am Anfang gar nicht so klar. Denn irgendwo hatte ich den einführenden Text zwar fotografiert, aber nicht richtig gelesen…

museumsblog: Art ist Therapy im Rijksmuseum

Gelbe Zettel, eigentlich riesige Post-its hingen neben einigen Exponaten und zwangen die Betrachterin, sich nochmals ganz neu mit dem Gemälde, Schiff, Puppenhaus, Fotografie etc. auseinanderzusetzen.

Die gelben Statements sind Teil der Ausstellung Art is Therapy, die von den britischen Autoren und Philosophen Alain de Botton & John Armstrong erdacht worden ist. Sie fragen, was das Werk mit einem macht bzw. nutzen die Wirkung des Dargestellten für eine Selbst-Diagnose. Das ist gut nachvollziehbar, frisch und originell zugleich.

museumsblog: Art ist Therapy im Rijksmuseum
museumsblog: Art ist Therapy im Rijksmuseum

Die Statements versetzen damit etwa Bilder aus dem 17. Jahrhundert in die (eigene) Gegenwart, und mehr noch, zwingen die Betrachterin, selbst Position zu beziehen: Gehören waschmaschinen ins Museum? (Natürlich!)

Eine sehr gelungene Intervention und für die Nachbereitung zuhause gibt es einen ähnlich gestalteten Katalog.

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Kategorie: Kunst, Niederlande

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Bisher 2 Kommentare

  1. Annine sagt:

    Wie schön, dass diese wunderbare Sonderausstellung auch hier einen Platz gefunden hat! Es ist wirklich schade, dass sie schon vorüber ist. Selten habe ich noch so viele Monate nach einem Museumsbesuch so oft an eine Ausstellung gedacht. Bleibt nur zu hoffen, dass sie nochmal in einem anderen Museum zu sehen sein wird!

  2. Nina Gorgus sagt:

    Ja, das wäre wünschenswert. Ich hatte mir den Katalog gekauft – aber das ist nicht dasselbe…

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