Geschrieben von Nina Gorgus am 16. Juni 2008 12:40
Sehr geheimnisvoll sieht das Schild vor einem mächtigen Haus in der Brandenburger Strasse in Bayreuth aus. Gerne hätte ich das Verottungsmuseum besucht, aber natürlich reizte mich auch die Vogelscheuchengalerie. Auf Laufkundschaft ist das Museum? außerhalb der Festspielzeit allerdings nicht eingestellt. Hier erfährt man etwas mehr.
Geschrieben von Nina Gorgus am 13. Juni 2008 12:56
Wenige spielen Fußball, (fast) alle schauen zu: ein echter Tip ist es, dann ins Museum zu gehen. In den meisten Städten haben Museen ja auch mittlerweile mindestens einmal in der Woche abends geöffnet. Mittwoch abend herrschte im Frankfurter Städel Museum eine gähnende Leere: In der Stillleben-Ausstellung (ja, 3l hintereinander) Magie der Dinge schaute sich sogar die Aufsicht die Bilder genauer an. Wer allerdings eine Lilien-Allergie hat, sei hier schon mal vorgewarnt: im Foyer zur Ausstellung steht ein gigantischer Blumenstrauß mit nicht so lieblich duftenden Lilien. Dafür ist er schön anzusehen.
Geschrieben von Nina Gorgus am 12. Juni 2008 10:17
Ich glaube, das Pergamonmuseum ist deswegen so beliebt (1,3 Mill. Besucher 2007 ), da die Treppe des Pergamon-Altars ein gigantisches Sitzmöbel bietet. Auf der Treppe sitzend, langweilt man sich keine Minute. Dafür sorgen die Schulklassen und man vergisst, dass man sich eigentlich in einem Musentempel befindet.
Geschrieben von Nina Gorgus am 11. Juni 2008 10:06
Der Countdown läuft für das Graphik-Design-Museum in Breda in den Niederlanden: heute um 16 Uhr wird es von Königin Beatrix eröffnet. Vier Ausstellungen werden zugleich präsentiert; die interessanteste wird sicherlich „100 Jahre Design in den Niederlanden“ sein. Wir, die wir nicht nach Nordbrabant reisen, können das Opening live im Internet verfolgen. Es soll sich um das erste Graphik-Design-Museum in der Welt handeln, wie man den ambitionierten Internetseiten entnehmen kann. Mit einem wirklich witzigen Film, in dem die Icons der Welt ins Museum fahren, wird da etwa fürs Museum geworben. Leider ist es mir auf den Seiten nicht gelungen, so etwas Banales wie Öffnungszeiten herauszufinden.
Geschrieben von Nina Gorgus am 10. Juni 2008 15:52
doch nichts mit dem Boot fahren zum Museum. Man weiß nun in Frankfurt wieder mehr über das Museum der Weltkulturen. Genauer gesagt, man weiß, wo es nicht hin soll: es wird keinen Neubau auf dem Degussa-Areal geben, da möchte der Eigentümer nun doch lieber Wohnungen bauen (nachdem die Stadt eine Entscheidung hinausgezögert hat). Und es wird wahrscheinlich nicht nach Offenbach ziehen; dagegen späche, so Kulturdezernent Semmelroth in faz.net, dass „die ethnologische Sammlung von Frankfurter Bürgern gestiftet worden sei und daher in ein Museum in der Stadt gehöre“. Also eine endlose Geschichte? Leider liest man in den Zeitungen nichts darüber, wie das Museum selbst dazu steht bzw. was da für Vorstellungen herrschen. Schade eigentlich!
Hier steht was drüber in der Frankfurter Rundschau.
Geschrieben von Nina Gorgus am 10. Juni 2008 10:25
In Paris kann man den Mai 1968 hören: Im Rathaus des 18. Arrondissement wurde eine typische Wohnung konstruiert, wie sie im Mai 1968 eine vierköpfige Arbeiterfamilie bewohnt haben könnte. Die Besucherin erwartet in den Räumen ein „parcours ludique LA BANDE SON DE MAI 68„. In der Küche hört maman Charles Aznavour, während beim Sohn von Jacques Dutronc „Il est 5 heures Paris s’éveille“ oder von Steppenwolf „Born to be wild“ läuft. Ergänzt werden die Hörräume von Plakaten, Fotografien, Zeitungsausschnitten, authentischen Straßengeräuschen von Demonstrationen, von Filmausschnitten – wie etwa die Nachrichtensendungen von Mai 1968 oder Episoden der Comicserie Les Shadoks, die damals entstand. Bevor man in die Wohnung kommt, muss man erst einmal einen „panier à salade“ queren – einen Polizeiwagen, in dem berühmte oder weniger berühmte Zeitgenossen über ihren Lieblingshit von Mai 68 reden. Ich finde, das klingt gut.
Hier kann man filmische Interviews ansehen, in denen etwa der frühere Premierminister Lionel Jospin oder Georges Moustaki über ihre Lieblingslieder von Mai 68 reden. Und hier steht etwas über die Ausstellung in Le Monde.
Noch bis zum 5. Juli.
Mairie du 18e,
1, place Jules Joffrin
75018 Paris, Metro Jules Joffrin
von Montag -Freitag: 8.30 bis 17 Uhr (Do bis 19.30 Uhr) und Samstag von 9 bis 12.30 Uhr
Geschrieben von Nina Gorgus am 9. Juni 2008 14:42
Das Museum der Weltkulturen in Frankfurt am Main zeigt seit Jahren schon die Sammlung in wechselnden Ausstellungen. Für eine Dauerausstellung ist in den am Museumsufer liegenden drei Villen kein Platz vorhanden. Zwar wurden schon einmal vor Jahren Bäume gefällt für einen Erweiterungsbau, der aber dann nicht politisch nicht durchsetzbar war, fiele doch der Park zum Opfer. Seitdem waren mehrere Standorte in Frankfurt im Gespräch: so kursierte Ende letzten Jahres der Vorschlag, dass auf dem Grundstück des Sudfass, ein Bordell am Main und in unmittelbarer Nachbarschaft zum Museumsufer, ein Neubau entstehen sollte. Aber auch das Degussa-Areal im Zentrum der Stadt, das völlig neu bebaut wird, käme als neuer Standort in Frage. Nun ist noch ein dritter möglicher Standort hinzugekommen, der nicht ohne regionalpolitsche Brisanz ist: Offenbach hat vorgeschlagen, das Museum auf der Offenbacher Hafenspitze unterzubringen. Hier entsteht ein neuer Stadtteil, eine Mischung aus Büros, Wohnungen und Kultur. Die Offenbacher Hochschule für Gestaltung überlegt wohl gerade, langfristig dorthin in einen Neubau zu ziehen, so wäre der Standort noch attraktiver.
Der Bürgermeister von Offenbach ist voller Tatendrang: „Wir könnten ein unübersehbares städtebauliches und architektonisches Zeichen setzen“, sagte Schneider, „eines, das Beachtung im Maßstab des Welttourismus fände.“ So steht es in der faz.net.
Auf diese Weise würde das Frankfurter Museumsufer um einige Kilometer verlängert – ich sehe schon den Museumshuttle voller Touristen auf dem Main hin und her düsen.
Frankfurt ist anscheinend nicht abgeneigt. Allerdings müssten Frankfurt und Offenbach ihre lang gepflegte Rivalität aufgeben. Wie man auf Wikipedia erfahren kann, wurde der Grundstein für die Streitigkeiten zwischen den beiden Städten schon im Mittelalter gelegt. Wäre doch nicht schlecht, die Überreste dieser Rivalität mal in einem Museum ansehen zu können, etwa in Form einer nicht mehr gebrauchten Streitaxt oder so.
Und vielleicht könnte dieses Projekt, das Musée des Confluences in Lyon, als Anschauung dafür dienen, wie ein Museum im Fluss funktionieren könnte. Es ist leider immer noch nicht fertiggestellt, aber man kann sich schon mal vor Ort informieren.
Geschrieben von Nina Gorgus am 6. Juni 2008 11:33
Museumsbesuche sind nicht nur anregend, sondern auch anstrengend, machen müde Beine und einen vollen Kopf. Deswegen braucht es in Museen und Ausstellungen Sitzmöbel, um über das Gesehene nachzudenken (oder um andere BesucherInnen beim Anschauen der Bilder und Exponate anschauen zu können). Den Auftakt der Reihe über Sitzmöbel im Museumsblog macht ein besonders schönes Beispiel aus dem Ashmolean Museum in Oxford. Sitzen auf hohem Niveau.
Geschrieben von Nina Gorgus am 3. Juni 2008 17:16
Antoine Capets Rezension der Ausstellung For Your Eyes Only: Ian Fleming and James Bond im Imperial War Museum in London macht Lust, hinzugehen.
„The difficulty for its curators resides in finding the right mix between
that ambition and continuing to attract new visitors with less ‘high-brow’
events“, so Capet. Und er bescheinigt, dem IWM das nötige Mittelmaß gefunden zu haben: „Again, less ‘high-brow’ does not necessarily mean cheap
commercialism, as shown in the current _ Ian Fleming and James Bond_Exhibition.“
Bis zum 9. März 2009 ist noch Zeit, hinzugehen.
Hier ist die gesamte Ausstellungsrezension zu lesen.
Geschrieben von Nina Gorgus am 1. Juni 2008 19:30
aber immerhin eine der wenigen erfreulichen Nachrichten aus dem Irak: Eines der Museen in Bagdad soll im Juni nach langen Renovierungsarbeiten infolge der Kriegsschäden wiedereröffnet werden. Schon im April hat die syrische Regierung 700 antike Objekte, hauptsächlich Gefässe und Goldschmuck, den irakischen Verantwortlichen zurückerstattet. Laut Le Monde wurden mehr als 32.000 wertvolle Stücke seit dem Einmarsch der Amerikaner 2003 aus den archäologischen Ausgrabungsstätten und Museen entwendet.