Marbach II

Geschrieben von am 31. August 2006 11:54

Nach der Arno-Schmidt-Ausstellung (siehe Marbach I) in Marbach besuchten wir natürlich noch das neue LiMO, wie es so schick heißt, das Literaturmuseum der Moderne. Um es gleich vorneweg zu sagen: mir gefiel es dort nicht bzw. hatte ich mich wohl zu lange in der Arno-Schmidt-Ausstellung aufgehalten. Und es ist wie bei einem Restaurantbesuch: Stimmt das Ambiente nicht und das Personal ist pampig, dann kann das Essen noch so gut sein – der Geschmack ist etwas getrübt. So begeisterte mich weder das Gebäude noch die Ausstellung. Schon der Empfang war im Vergleich zur Ausstellung im Schiller-Nationalmuseum gelinde gesagt frostig. Das Personal wirkte überfordert. Immerhin half uns jemand nach dem dritten Versuch, die Tasche wie aufgefordert im Schließfach einzuschließen. Es ginge nicht so einfach, gab die Dame zu, da man die Schließfachtüren mit Filz überziehen mußte, da das Schlagen der Türen bis unten in der Ausstellung noch zu hören gewesen sei. Werden eigentlich Architekten nicht darauf getrimmt, alltagstaugliche Gebäude zu produzieren? Wir werden dann in den Keller entlassen, wo die Ausstellungsräume sind. Die Treppen, die kahlen Fluren, gr0ße Türen, die einen fast erschlagen – das erinnert mich alles an die Bibliotheque Nationale, Site François Mitterrand (die aufgeklappten Bücher von Dominique Perrault), und die Diskussionen, als diese eröffnet wurden: die BenutzerInnen fühlten sich an eine Fabrik erinnert und suchten vergebens nach sinnlichen Leseerfahrungen. Daran mußte ich denken, als ich die Ausstellung suche. Es handelt sich in der Hauptsache um einen Raum, in dem in langen Glasregalen viele, viele Kleinode ausgestellt sind. Hier stellten wir fest, dass uns etwas fehlte, was (fast) alle anderen hatten: eine tragbares Laptop mit Ohrstöpseln, das sehr kompliziert aussah, da die Leute mehr damit beschäftigt waren als mit den originalen Objekten. Ohne Laptop erschloss sich einem das Ganze nicht, da die Informationen sonst recht dürftig waren. An für sich waren die Objekte ganz witzig präsentiert und es ließ sich auch die Idee oder das Ordnungsprinzip erkennen. Es waren auch ein paar hübsche Dinge dabei; die langen Regalreihen machten es aber einem schwer. Mir fehlte die Anschaulichkeit, es gab zuviel Glas, es war zu kalt, es gab zuwenig Licht (ja, ich weiss, die berühmten 50 Lux, wer die nur erfunden hat?) und zu wenig Informationen (und die Arno-Schmidt-Ausstellung). Oben an der Kasse fragte ich nach dem Laptop und erfuhr, dass jede/r Besucher/in einen bekäme – das stünde ja auch auf der Liste. Der Herr an der Kasse zeigte mir die Liste mit Eintrittspreisen, die auf dem Eingangstresen appliziert war (genau da, wo man seine Sachen kurz ablegt) und wo in ungefähr ein Zentimeter Größe stand: „M3 inklusive“ oder so ähnlich. Aha. Auf die Feststellung, dass man das nicht lesen könne und man nicht unbedingt wisse, was sich dahinter verberge sei (ich kenne nur MP3-Player) und er doch als Aufsicht die Besucher darauf hinweisen müsse, reagierte er mit Unverständnis. Das klingt jetzt vielleicht etwas kleinlich, aber ich hatte keine Lust mehr, nochmals mit M3 die Ausstellung zu besuchen. Recht gibt mir im Nachhinein eine Glosse in der FAZ vom 29.8.2006 in der Rubrik „Technik und Motor“ mit dem Titel „Illtum“. Hier beschreibt der oder die Autor/in sein Erlebnis mit dem Laptop, mit dem man sich „wie ein Ladenschwengel zur Inventur oder wie ein Geometer bei der Landaufnahme“ fühle. Und: „Wer so gerüstet ins Pantheon der Schriftstellernation gelangt, erfährt experimentell, wie störend sich die Technik vor und zwischen die Notate von Stefan George bis Rolf-Dieter Brinkmann schiebt.“
Hier war jemand sehr begeistert: Ausstellungsbesuch im LiMo

Die Dresdner, die Brücke, das Weltkulturerbe und das Verwaltungsgericht

Geschrieben von am 28. August 2006 16:19

So, nun ist schon wieder alles anders! Wir erinnern uns: erst sollte die Brücke im Elbtal gebaut werden, da die Bürger dafür votierten, dann kam das Weltkulturerbe dazwischen, da die UNESCO das Prädikat der Stadt aberkennen wollte, wenn diese die Brücke baute, dann wollte die Stadt den Bau aussetzen und die Bürger eventuell nochmals entscheiden lassen, dann sagte das Regierungspräsidium, dass es so nicht gehe, da solch ein Bürgerentscheid rechtsgültig sei und kündigte die Vergabe der Bauaufträge an, dann rief die Stadtverwaltung das Verwaltungsgericht an und das sagte heute: Stop!
„Nach einer Entscheidung des Dresdner Verwaltungsgerichts darf die geplante vierspurige Schneise vorerst nicht gebaut werden. Die vom Regierungspräsidium Dresden angeordnete sofortige Vergabe von Bauaufträgen sei gestoppt worden, sagte ein Gerichtssprecher.“
So berichtet Spiegel online. Der Museumsblog freut sich auf die Fortsetzung!

Die Dresdner, die Brücke und das Weltkulturerbe

Geschrieben von am 25. August 2006 14:11

Nun wurden in Dresden also Tatsachen geschaffen:
So heißt es heute auf Spiegel-online:
„Heute ordnete das Regierungspräsidum in seiner Funktion als kommunale Aufsichtsbehörde dennoch den Baubeginn an – unbeeindruckt vom Veto des amtierenden Oberbürgermeisters Lutz Vogel (parteilos), der einer Aufforderung des Stadtrates gefolgt war. Erst vor kurzem hatte dieser mit rot-rot-grüner Mehrheit den Baustopp beschlossen: Man wollte nicht die Touristen vergraulen, die ihre Reisen an den Weltkulurerbe-Orten entlang planen.“

Dazu: Was ist ein Weltkulturerbe? auf dem Museumsblog vom 14.7.2006

Marbach I

Geschrieben von am 18. August 2006 10:28

Noch bis zum 27. August läuft die Ausstellung Arno Schmidt? – Allerdings!“ im Schiller- Nationalmuseum in Marbach am Neckar- die erste große Ausstellung zu und über Arno Schmidt. Konzipiert hat sie die Arno-Schmidt-Gesellschaft in Bargfeld, inszeniert hat sie der Typograph (!) Friedrich Forssmann, der schon seit Jahren an einem neuen (Druck-)Satz für das Monumentalwerk „Zettels Traum“ arbeitet. Auch wenn man, so wie ich, nur ein Buch von Arno Schmidt kennt, hat man an der Ausstellung viel Freude. Ein Grund liegt mit in der wirklich schönen, intellektuellen und nie langweiligen Inszenierung. Die Ausstellung ist in 10 Abschnitte unterteilt. Der Auftakt bildet eine Installation in einem abgedunkelten, halbrunden Raum, in dem Wortschnipsel von Schmidt sehr ansprechend projiziert werden. Lesen Sie den Rest des Beitrags »

Die neue Museumskunde ist da

Geschrieben von am 15. August 2006 12:24

Seit einiger Zeit bin ich nun Mitglied im Deutschen Museumsbund. Der direkte Anlass war die Mai-Tagung 2006 in Leipzig gewesen. Dafür hatte es sich aber leider gar nicht gelohnt, da die Vorträge und Diskussionen durchweg überhaupt nichts Kluges, Interessantes oder gar Neues brachten. Es mag sein, dass auf solchen Treffen allerlei wichtige Entscheidungen fallen, weil hier sehr wichtige Menschen zusammenkommen und in einen wichtigen informellen Austausch treten. Mir kam das Ganze eher vor wie ein großes Klassentreffen aller im Museum festangestellter Beschäftigten, die noch eine Dienstreise frei hatten. Mit einer Ausnahme: sehr verheißungsvoll fand ich den Vortrag von Volker Mosbrugger, seit 2005 Direktor des Naturmuseums Senckenberg in Frankfurt, weil er als einziger in einer soliden Power-Point-Präsentation ganz einfach aufgezeigt hat, woher das Museum kommt, was die Ziele sind und wie sie erreicht werden sollen – ohne die Floskeln, „man könnte“ oder „man sollte“ oder „wenn wir nur mehr Geld, Personal, Räumlichkeiten etc hätten…“ zu benutzen.
Nun ist das neue Museumskunde-Heft da, das ich als Mitglied auch bekomme. Darin geht es um „Neue Präsentationsformen in Naturkundemuseen“, also um eine Bestandsaufnahme. Zumeist handelt es sich um die Publikation von im November 2005 in Görlitz gehaltenen Vorträge; das Heft ist also relativ aktuell. Ich denke, man bekommt wirklich einen Eindruck davon, was in den Naturkundlichen Museen derzeit läuft. Besonders gut gefällt mir der Aufsatz von Ulrike Stottrop vom Ruhrlandmuseum in Essen, weil sie sehr schön zeigt, wie verschränkt Natur und Kultur gesehen werden muss und wie spannend das Ganze umgesetzt werden kann.

Wer kennt die schönste Eintrittskarte?

Geschrieben von am 14. August 2006 15:51

Zugegebenermaßen bekomme ich selten welche, da ich stolze Besitzerin einer ICOM-Karte bin und oft einfach durchgewunken werde. Darüber beklage ich mich gar nicht, sondern darüber, das das Eintrittsbillet häufig nicht mehr als ein Kassenzettel ist. Statt Gemüse und Wein steht dann „1 Erwachsener, voller Tarif“. Oder es gibt Plastikkärtchen, die man wie beim Metro-Fahren in eine Maschine stecken muss. Ich erinnere mich dunkel, irgendwann einmal schöne Bildchen in der Hand gehabt zu haben, die man danach noch prima als Lesezeichen nutzen konnte. Ich finde, mit einer kreativ gestalteten Eintrittskarte macht der Museumsbesuch gleich viel mehr Spaß. Deswegen nehme ich gerne Hinweise entgegen: In welchen Museen gibt es noch schöne Eintrittskarten?

Erfahrungen mit Audioguides

Geschrieben von am 10. August 2006 13:35

Bei uns gibt’s was auf die Ohren!
Nachdem Nina Gorgus in ihrem Beitrag über die Zitadelle von Bitche das Thema angeschnitten hat, ergreife ich die Gelegenheit, eigene Erfahrungen mit Audioguides in Ausstellungen wiederzugeben und die verschiedenen Möglichkeiten miteinander zu vergleichen:

1. WALKMAN: konnte man sich in der Berliner Neuen Nationalgalerie gegen Pfand leihen.(oder gibt’s das System immer noch?) Die Kassette drin bot einen Überblicksrundgang zu ausgewählten Exponaten einer Ausstellung. Zu meinem Ausstellungsvergnügen hat stets die Tatsache beigetragen, dass Otto Sander als Sprecher verpflichtet worden war.Wenn er mit seiner speziellen Otto-Sander-Stimme aufforderte: „Schalten Sie das Gerät hier mal aus und lassen Sie das Gemälde auf sich wirken; wir sehen uns später im nächsten Raum!”, dann tat man doch meist brav, was er sagte. In Kleingruppen wurde die Diskussion über das gesehene durch den Guide nicht abgeblockt, sondern eher angeregt. Nett war, dass man die Kassettenführung zu einem akzeptablen Preis kaufen konnte. Auf der langen Heimreise noch mal die Ausstellung Revue passieren zu lassen, das hatte schon was. Lesen Sie den Rest des Beitrags »

Kinder und Museum I

Geschrieben von am 10. August 2006 10:06

In Hamburg ist derzeit eine Gruppe von 8 bis 10-jährigen Kindern unterwegs, um vier Tage lang insgesamt 10 ganz unterschiedliche Museen zu besuchen, eine Art Kinderqualitätscheck durchzuführen und die Häuser am Ende mit einer Schulnote für ihre kindgerechten Angebote zu bewerten, so die Meldung des Hamburger Abendblattes vom 08. August. Auf die Präsentation der Ergebnisse am 18. September darf man gespannt sein. Denn es ist immer noch eine bedauernswerte Tatsache, dass sehr viele Museen in Sachen Attraktivität für Kinder beträchtlichen Nachhilfebedarf haben (über die Suche nach für Kinder attraktive Museumsangeboten berichtet der Blog von Jörn Borchert). Oft beschränkt man sich auf ein Quiz, in dem mittels eines Fragebogens Wissen abgefragt wird, oder bietet Knöpfchen zum Daddeln, die anscheinend den Spieltrieb und Wissensdurst gleichermaßen befriedigen sollen. Die Chance des Museums, mittels der dort befindlichen historischen Realien und eben nicht über eine Spielkonsole Kinder neu- und wissbegierig zu machen und gleichermaßen zu unterhalten, scheint den Verantwortlichen nicht als Chance bewusst zu sein. Übrigens: Die Resultate des Museumschecks werden im Altonaer Museum vorgestellt, dem Haus, dessen große Erwartungen weckendes und ambitioniertes Projekt, der sogenannte Kinderolymp „Weltenbummel. Eine Reise in die Welt der Sinne“ leider auch auf durchaus geteiltes Echo stieß.

Ein Museumsbesuch in Oldenburg

Geschrieben von am 8. August 2006 19:11

Vom Landesmuseum für Mensch und Natur hatte ich schon viel gehört, so dass meine Erwartungen sehr hoch waren. Nun habe ich alle drei Dauerausstellungen besichtigt und stelle fest, dass meine Erwartungen sogar noch übertroffen wurden: ein grandioses Museum!
Die Ameisen im Moor, Steine, die fliegen, ein Großsteingrab, und Schweinsköpfe aus Pappmasché an der Wand – alles so perfekt inszeniert, wie ich es mag: erst staunen, dann nachschauen, was das wohl ist und dann die Erkenntnis (frei nach Walter Benjamin). In der im Mai diesen Jahres fertiggestellten Abteilung „Küste und Marsch“ entzückten mich die filigran wirkenden Hausmodelle aus Plexiglas und der Schnitt durch den Deich. Die Inszenierungen wirken sehr ästhetisch und durchdacht. Für jedes Exponat und für jede Botschaft, die vermittelt werden sollte, wurden künstlerische Lösungen gefunden. Ich glaube, es gab nur ein Modell, dass mich etwas befremdete, weil seine Ästhetik nicht zum Rest passte. Das Ganze wird in Räumlichkeiten präsentiert, die sehr hell und freundlich sind und dadurch unglaublich einladend wirken. Man wird nicht müde darin, ehrlich! Ich kann das Museum nur empfehlen: Hingehen, anschauen, begeistert sein!

Die Zitadelle von Bitche

Geschrieben von am 7. August 2006 12:12

Mächtig drohend steht die Zitadelle über Bitche, einem kleinen Städtchen an der deutsch-französischen Grenze in der Nähe von Zweibrücken im Département Moselle. Heute ist die Festung ein Museum: die Besucher erwartet ein Rundgang zu Architektur und Geschichte in 12 Stationen (Schilder), ein kleines Museum zur Kriegssituation 1870 und ein unterirdischer Filmparcours. Das Wichtigste bei der Besichtigung ist der Kopfhörer, der mit Infrarot funktioniert und für die zahlreichen deutschen Besucher natürlich auch auf deutsch läuft. Im Film, der den Besucher in kleinen Häppchen dosiert ins Innere der Anlage führt, geht es um die 230-tägige Belagerung der Bayrischen Truppen während des Krieges 1870/71 zwischen Frankreich und den deutschen Landen. Der Filmparcours wurde im Mai 2006 neu gestaltet und ist sehr aufwändig zum Teil in den Räumlichkeiten, in denen der Zuschauer steht, produziert. Als Erzähler und Chronist fungiert ein junger Mann, der als französischer Soldat vom Alltagsleben in der Festung und vor allem vom Kriegsgeschehen berichtet. Die Szenen in der Festung wurden selbst in Farbe gedreht, dazu kommen Einblendungen in schwarzweiss aus deutschen und französischen „Wochenschauen“, mit Flimmern und Knistern. Das ist so gut inszeniert, dass einige Besucher es gar nicht merken werden, dass es sich um nachgestellte Szenen (wie Bismarck am Schreibtisch, Königin Eugénie beim Spazierengehen) und nicht um Originalaufnahmen handelt.
Leider kam es den Machern des wirklich ausgezeichneten Filmes machmal mehr auf die Effekte an als auf historische Genauigkeit. So war alles etwas reißerisch: im Film wurde vergewaltigt, drastisch ein Bein amputiert, ein Baby geboren (auf wundersame Weise ohne Nabelschnur), vom blutigen Kriegsgetümmel ganz zu schweigen. Ich hatte manchmal gar keine Lust, hinzuschauen; es wäre interessant zu erfahren, was Eltern mit kleinen Kindern darüber denken (vielleicht ist das ein Tipp für Herrn Borchert vom Kulturelle Welten-Blog , einmal mit seinem persönlichen Museumsberater hinzugehen). Es wurde vieles nur angedeutet und nicht zu Ende geführt: Zum Beispiel wurde erzäht, dass das Wasser knapp wurde und man dringend für Nachschub sorgen mußte. Woher das Wasser dann kam, hat man nicht erfahren. Oder dass alle Tiere geschlachtet werden sollten – nachher zog der Kommandant mit seiner Truppe, der nach über 230 Tagen und den im Film geschilderten Leiden seltsamerweise wie geschniegelt wirkte, mit Pferden ab. Und man hat den genius loci zu wenig genutzt. Nur ab und an gab es ein paar kurze Erklärungen zu den Räumlichkeiten, in denen man sich gerade befand – und die waren schon sehr beeindruckend. Wieder nach oben geklettert, ging es im Museum, einen Raum von ca. 100 qm, mit dem Krieg weiter. Hier wurde ein Gedicht von Rimbaud vom „schlafenden Soldaten“, der anscheinend friedlich schlafend im Gras liegt, aber zwei Löcher im Kopf hat, inszeniert. Auf der einen Seite liegt der französische Soldat in einem Glassarg mitsamt Ausrüstung, auf der anderen Seite sein bayrisches Pendant – erstmals sind also museale Objekte zu sehen. Dazwischen sind ein paar Gewehre und ein paar aufgeblasene Fotos mit Kriegsszenen präsentiert, die wohl für die Front stehen. Auch hier werden Kriegsszenarien audiovisuell übermittelt. Zum Lesen der Texte, etwa der zur Geschichte der Zitadelle in einer Nische, muss man den Kopfhörer abnehmen – und verpasst hinterher wieder den Einstieg. Diese Dauerberieselung – auch beim Herumlaufen in der Festung – fand ich extrem störend. Ich hätte es besser gefunden, wenn ich selbst das Audio-Angebot etwa durch die Eingabe von Zahlen hätte bestimmen können. Als meine beiden Begleiterinnen und ich später rekapitulierten, was wir nun eigentlich erfahren hatten, war das erschreckend wenig. Der Tag fand dennoch einen unerwartet schönen und friedlichen Höhepunkt durch die Besichtigung des Jardin de la Paix, der im stolzen Eintrittspreis von 9 Euro enthalten war. In der 2002 eingeweihten Gartenanlage zwischen Festung und Stadt durften sich städtische Gartenkünstler austoben. Das Ergebis sind kleine, künstlerische Installationen zu Themen, die Pflanzen in einer mir bislang unbekannten Art und Weise präsentierten. Besser als die Bundesgartenschau in München, so lautete sogar das Urteil einer meiner Begleiterinnen.

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