« Museumsdirektor dringend gesucht »

Geschrieben von am 19. Februar 2008 18:37

Als Folge der Altersstruktur an der Spitze des US Museen, sind derzeit 23 der 180 bedeutendsten Museen auf der Suche nach einem Chef… Diese gespannte Situation führt dazu, dass Direktoren sich ihre Posten aussuchen können, die Gehälter in die Höhe schnellen und Konflikte mit dem Aufsichtsrat schnell zu einem Ende der Zusammenarbeit führen. Die meisten Museen wenden sich inzwischen an spezialisierte Agenturen, wie beispielsweise Phillips Oppenheim, um die gewünschten Profile zu finden. Um zu kostenaufwendige Anwerbungen zu vermeiden, besinnen sich manche Museen jedoch wieder altbewährter Karrierelinien und suchen im Kreise der internen Mitarbeiter geeignete Personen. Kuratoren werden eingeladen, vom Wissenschaftler zum Manager zu werden. Der französische Louvre hat hier eine Marktnische gefunden: Kuratoren aller Altersstufen können im größten Museum der Welt eine prestigeträchtige „Auslandserfahrung“ erwerben…
Quelle: Le Monde, 12/02/2008

Der Maorischädel und die Unveräußerlichkeit der Museumskollektionen

Geschrieben von am 13. Februar 2008 18:13

Der Beschluss der Stadt Rouen, einen tätowierten Schädel an die Maori von Neuseeland zurückzuerstatten, hat zwei grundsätzliche Fragen aufgeworfen: erstens, sind menschliche Überreste als Teile einer Sammlung anzusehen oder unterstehen sie anderen, bioethischen, Bestimmungen und zweitens, können Objekte einer Museumssammlung veräußert werden. Lassen wir den ersten Punkt hier außer Acht und wenden wir uns dem zweiten zu, so könnte man die Frage noch erweitern: ist eine Zurückerstattung einer Veräußerung (sprich: Verkauf) gleichzusetzen? Deutschland, Österreich und andere Länder haben bewiesen, dass Museumsobjekte durchaus zurückerstattet werden können, von Klimt Bildern bis zu Zillertaler Schränken…
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Gestern im Städel

Geschrieben von am 13. Februar 2008 10:23

Viele Besucher wirbeln viel Staub auf, so konnte man gestern abend in der Cranach-Ausstellung im Städel Museum feststellen. Wenn man mal den Blick von den Bildern nahm, dann konnte man die Wollmäuse sich der Wand entlang tummeln sehen. Bei der ersten dachte ich noch: kann ja mal vorkommen, aber wie es dazu kommt, dass in jedem Raum Staub lag, würde ich schon gerne wissen. Zumal ich neulich erst gelernt habe, wie wichtig es für eine Ausstellungsbesucherin es ist, dass Ausstellungsräume gepflegt und sauber sind. In einem vielbesuchten Kunstmuseum ist vielleicht die Staubgrenze um 18 Uhr erreicht; die Ausstellung hatte aber bis 21 Uhr offen. Da kann man wohl nicht mal schnell, wie man es etwa aus französischen Cafes kennt, wo sich vor der Theke am Boden so alles mögliche ansammelt, mal kurz mit dem Besen rübergehen. Aber das sind ja Lappalien angesichts der Bilder, die noch bis zum 17.2. zu sehen sind.

Von den Tieren abgeschaut

Geschrieben von am 11. Februar 2008 15:22

Kleidung und Mode wirkt im Museum oft langweilig und steif. Im Museum Zeughaus in Mannheim, das zu den Reiss-Engelhorn-Museen gehört, hatten die AusstellungsmacherInnen so richtig Lust, Langeweile gar nicht erst aufkommen zu lassen: hier finden sich Seespinne und Wasserspitzmaus neben den Kleidungsstücken. Die Seespinne tarnt sich mit Borsten und Algen, weswegen sie in der Vitrine mit den Karnevalskostümen zu finden ist. Die Wasserspitzmaus mit ihrem besonderen Fell kann als Vorbild für regenabweisende Materialien dienen, wofür die Pelisse (Gehpelz), eine Art Umhang aus dem 18. Jahrhundert, steht. Auch die gestylten Hühner, die der Künstler Edgar Honetschläger für die Expo 2005 in Japan entworfen hatte, sind in der großen Vitrine zur Damenmode ein richtiger Hingucker. Ein toller Einfall, der zeigt, wie man mit intelligenten, nicht aufwändigen Mitteln Lust am Schauen weckt.
Hier kann man einen virtuellen Rundgang durch die Kleidersammlung machen.

Öffnet die Museen für alle

Geschrieben von am 8. Februar 2008 15:42

Wie viele Menschen mehr ins Museum gehen, wenn es keinen Eintritt kostet und warum dies auch deutsche Museen einführen sollten, beschreibt Hanno Rauterberg im Artikel Schafft die Eintrittsgelder ab!“ in der ZEIT. Interessant ist etwa sein Hinweis, dass Eintrittsgelder nur zwischen fünf bis zehn Prozent des gesamten Etats einbringen. In der Stuttgarter Staatsgalerie sind es sogar nur zwei Prozent und in Magdeburg spart man nun sogar noch mit der Abschaffung des Eintrittes Geld ein. Interessant ist auch der Hinweis, dass etwa in England der freie Eintritt nicht nur andere Bevölkerungsschichten anzieht, sondern auch den ständigen Sammlungen wieder interessierte BesucherInnen verschafft, da der Besuch von Sonderausstellungen weiterhin Geld kostet.

Berliner Museen im Internet

Geschrieben von am 6. Februar 2008 13:01

Schön frisch und grün präsentiert sich das Museumsportal Berlin. Hier kann man sich schnell über die laufenden Ausstellungen informieren, nach Öffnungszeiten schauen, Führungen buchen oder Produkte der Museumsshops online kaufen. In der Rubrik Besucherdienste erfährt man beispielsweise, welche Berliner Museen Montags geöffnet sind oder wo man gut mit Kindern und Jugendlichen hingehen kann. Was hier aber komplett fehlt, ist das Thema Barrierefreiheit bzw. Angebote für Menschen mit Behinderungen. Hierfür muss man sich mühsam durch die Infos zu den einzelnen Museen klicken, allerdings erfährt man dann nicht immer unbedingt etwas. Schade, denn das Museumspublikum wird ja nicht jünger, sondern älter.

Aschermittwoch in Köln

Geschrieben von am 6. Februar 2008 10:33

Die Gegenwart des Museums für Angewandte Kunst in Köln klingt nach einem langanhaltenden Aschermittwoch. Wie Museumsarbeit unmöglich gemacht wird, indem Wissenschaftlerinnen ausgebootet, Politiker Ausstellungen absagen und lieber gleich mit der Wirtschaft zusammenarbeiten, beschreibt Andreas Rossmann in FAZ.net mit dem Titel „Unschöne Kröten, Seele verkauft“.

Keine Romantik mehr mit Brücke?

Geschrieben von am 1. Februar 2008 11:03

Jede, die schon einmal zwischen Bingen und Koblenz am Rhein entlanggefahren ist, kennt dieses romantische Fleckchen Deutschlands nur zu gut: putzige Burgen auf Gipfeln, kleine Dörfchen am Rheinufer und als Krönung der Loreley-Felsen. 2003 wurde die Region mit dem Weltkulturerbe-Titel geadelt. Nun geht es wieder einmal um die Brücke: im Mittelrheintal möchte man beides – das UNESCO-Label und eine Brücke. Der Verkehr, der sonst auf einer Strecke von 100 km nur mit Hilfe von Fähren den Rhein queren kann, soll eine Furt gegeben werden. Und dass ausgerechnet an der schönsten, da engsten Stelle, zwischen St. Goar und St. Goarshausen. Ob Brücke oder Tunnel, die rheinland-pfälzische Landesregierung hält sich alles offen und eher bedeckt. Aber es ist offensichtlich, dass es hier in erster Linie um wirtschaftliche Interessen geht. Die Organisation Icomos, die die UNESCO in Weltkulturerbe-Fragen berät, hat nun Alarm geschlagen. Parallelen zur Elb-Brücke in Dresden zeichnen sich ab und es wird kräftig am Label gerüttelt. In der Frankfurter Rundschau vom 24.1. wird aber auch kritisch die Funktion von Icomos hintergefragt:

„Und tatsächlich muss man auch diesmal fragen, ob Icomos wirklich nicht weiß, was es seit Jahren schon bedeuten soll, dass im Welterbegebiet Mittelrheintal ein Fleckchen Erde nach dem anderen betrauert werden muss. Jede Wanderung rund um die Loreley zeigt: Hänge sind zugebaut, Weinterrassen aufgegeben worden. Sinnlos wurden Neubaugebiete in den Schiefer gedübelt. Und veraltete Flächennutzungspläne dienen dazu, Natur und Landschaft zu bedrohen. Aus einer romantisch gefärbten Fernsicht ist eine Brücke zwischen zwischen St. Goar und St. Goarshausen eine Zumutung. Aus der Nähe betrachtet erweist sich Icomos als in der Sache unbewandert.“

Deutschlandradio Kultur widmete sich heute dem Thema.
In der Süddeutschen Zeitung ist hier ein schönes Bild von den Rheinschlingen zu sehen.

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