Hinter den Kulissen

Geschrieben von am 17. März 2009 12:22

Das Neue Museum auf der Berliner Museumsinsel ist fertig, war Anfang März ein Wochenende für die Öffentlichkeit zugänglich und wird nun bis Oktober 2009 eingerichtet. Natürlich waren alle Augen dabei auf den Architekten David Chipperfield gerichtet, der den Wiederaufbau bzw. den Umbau des Neuen Museums entworfen hat.
Nun kann man auch hinter die Kulissen blicken bzw. hören: Die Leiterin der Bauabteilung bei den Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz in Berlin, Gisela Holan, erzählt auf Hr2, wie die Arbeiten im Hintergrund abgelaufen sind. Sie erzählt aber nicht nur über ihre Tätigkeiten bei den Staatlichen Museen, sondern auch darüber, wie sie dazu gekommen ist – eine spannende Ost-West-Karriere.

Hier kann man sich die Sendung der Reihe Doppelkopf als Podcast herunterladen.
Die Bilder wurden letztes Jahr auf der Museumsinsel aufgenommen.

Alles über das Witzerland

Geschrieben von am 13. März 2009 15:19

Eher selten gelten Schweizerinnen und Schweizer als besonders schlagfertig oder sogar witzig.

Dieser Satz ist nicht ausgedacht, sondern steht so auf der Internetseite des Schweizerischen Landesmuseums in Zürich. Hier wird die Ausstellung Witzerland geplant:
Humor, Witz und Satire sind das Thema der Schau: eine multimediale Zusammenstellung humoristischer Blicke auf die Schweiz.

Für alle, die bei Schweizer Humor immer noch oder nur an Emil denken, könnte diese Ausstellung interessant werden.

Ab dem 2. April ist die Ausstellung in Zürich zu sehen – und man kann selbst noch dazu beitragen. Witze, Zeichnungen oder Videos sind dem Museum willkommen, alles weitere dazu findet sich bei Witzerland.

Nach London der Museen wegen…

Geschrieben von am 12. März 2009 17:46


36 Stunden in London und 9 Ausstellungen besucht – wenn das keine Leistung ist!

Ein kurzer Überblick über das Gesehene sei hier gegeben:
Erste Station, das Victoria & Albert Museum das zwei Ausstellungen zu bieten hat. „Hats. An Anthology by Stephen Jones“ klang vielversprechend. Der Modist Stephen Jones dessen extravagante Kopfbedeckungen die Kreationen von Vivienne Westwood, John Galliano oder Jean-Paul Gaultier ergänzen kuratiert hier eine kleine, amüsante Ausstellung. Man hätte sich von diesem exzentrischen Hutkünstler vielleicht mehr Kreativität erwartet. Der Raum ist dunkel, die Objekte, zumeist kühne Kreationen aber auch historische Stücke aus der Sammlung des Museums in den kioskartigen Vitrinen sind nach Themen gegliedert: Einflüsse (Exotismus, Stilepochen, Natur…), Materialien (Filz, Papier, Federn…), berühmte Kunden (natürlich die königliche Familie, aber auch Stars des Showbiz). Filmausschnitte zeigen Modeschauen, die Techniken des Hutmachers, ein Interview mit Stephen Jones…
Die zweite Ausstellung im V&A war dem Glanz der Zaren gewidmet „Magnificence of the Tsars“. Auch dies eine sehr konventionelle Kostümausstellung. Der Schwerpunkt liegt auf den Einflüssen der europäischen Mode seit dem 18. Jhdt. und dem allmählichen Aufkommen der schlichten Uniform als Alltagskleidung des Monarchen. Prächtige Stickereien, leuchtende Farben kennzeichneten die Männermode lange Zeit hindurch und bildeten einen krassen Gegensatz zu den extrem schlichten schwarzen, schmucklosen Trauergewändern wie zB. dem Trauermantel von Peter dem II. Im Alter von nur 15 Jahren am Morgen seiner Hochzeit verstorben, ist dies das Kleidungsstück das der junge Mann in seinem kurzen Leben am häufigsten getragen hat und das die stärksten Abnutzungsspuren zeigt.
Nächste Station die Tate Modern. Dieses ehemalige Elektrizitätswerk mit seinen überdimensionierten Räumen kam uns diesmal auch eher enttäuschend vor. Schon der Gesamteindruck ist irgendwie trübe, die Beleuchtung setzt keine Akzente, das Mobiliar mutet bereits leicht gestrig an. Eine Ausstellung ist den russischen Konstruktivisten und Designern Alexander Rodchenko und Liubov Popva gewidmet eine zweite der Fotografin Roni Horn. Auch hier nichts Neues unter der Sonne, brave, konventionelle Ausstellungen.
Die Royal Academy of Arts zeigt „Byzantium, 330-1453“. Auch hier ist das Ergebnis leider enttäuschend. Kostbare und eindrucksvolle Objekte in klobigen, schlecht ausgeleuchteten Vitrinen. Der Besucherandrang ist gross und die Disposition der Vitrinen erschwert die Zirkulation noch zusätzlich. Man fragt sich zB. warum bei grossen Vitrinen die Beschriftungen nicht auf beiden Seiten angebracht sind sodass mehr Leute gleichzeitig zum Lesen kämen. Eine weitere Ausstellung unter dem, ach so beliebten, Motto „Die Schätze von…“, beliebig abzuwandeln mit dem Zusatz „der Pharaonen“, „der Vikinger“, „der Inka“ etc. etc.
Ein amüsantes, wenig bekanntes Museum ist das „Museum of Brands, Packaging and Advertising“ in Notting Hill. Aus einer Privatsammlung hervorgegangen kann man hier eine historische Tour durch Werbung und Verpackung machen, seit den Zeiten der Queen Victoria bis heute. Die von oben bis unten vollgepackten Vitrinen sind szenografisch gesehen eher katastrophal aber man amüsiert sich, bekannte Produkte und die Wandlungen ihrer Verpackung oder die sozialen und historischen Einflüsse in Werbung und Packaging aufzuspüren.
Sehr interessant war schliesslich die Ausstellung „Unveiled: New Art from the Middle East“ in der Saatchi Gallery. 21 Künstler aus dem Mittleren Osten, Iran, Irak, Palästina… präsentieren hier ihre Bilder, Installationen, Photos, Skulpturen. Auch wenn der Grossteil von ihnen inzwischen im Westen lebt, ist ihr Werk stark von ihrem jeweiligen kulturellen Background aber auch der aktuellen sozialen und politischen Lage beeinflusst. Besonders beeindruckend die aus Alufolie gerformten knieenden Frauen von Kader Attia, die lebensgrossen puppenartigen „Teheran prostitutes“ von Shirin Fakhim und die „Men of Allah“ von Ramin Haerizadeh, die verschleierten Frauen von Shadi Ghadirian deren Gesichter durch ein Haushaltsgerät (Sieb, Plastikhandschuh, Besen…) ersetzt sind und vor allem die Installation des in Hebron geborenen und in Ramallah lebenden Wafa Hourani. Die Website der Saatchi Gallery erlaubt es, sich eine Idee zu machen.
Last but not least stand noch eine andere Galerie auf dem Programm, die Mall Galleries die eine Auswahl iranischer Künstlerinnen mit sehr unterschiedlichen Arbeiten ausstellte: „The Masques of Shahrazad: evolution and revolution through three generations of Iranian women artists“. Den stärksten Eindruck in dieser Galerie hinterliessen jedoch die schwarz/weiss Fotos von Munem Wasif „Salt Water Tears: Lives left behind in Satkhira, Bangladesh“. Der junge Fotograf erhielt 2008 den Auftrag, die fatalen Folgen der Wasserknappheit und der Schäden durch planlose Ausbeutung der Ressourcen einer Region zu dokumentieren um damit die Arbeit der NGO WaterAid zu unterstützen. Die Fotos der vom Salz zerfressenen Landschaft, der wassertragenden Frauen, der an schweren Krankheiten leidenden Bevölkerung sind unheimlich ausdrucksstark, berührend und trotz ihrer Ästhetik nicht beschönigend sondern eben dadurch noch ergreifender.
Abschliessend noch ein paar allgemeine Feststellungen. In allen Museen und Ausstellungen herrschte grosser Publikumsandrang, viele junge Leute, viele Schulklassen, aber auch zahlreiche Gruppen älterer Damen die zum Teil an Kursen (Aquarellmalerei etc.) vor Ort teilnahmen. Der Eintritt in die Museen und Galerien ist (fast durchwegs) gratis, die Sonderausstellungen hingegen sind eher teuer und es wird an allen Ecken und Enden um Spenden geworben. Jeder Orientierungsplan soll durch eine Spende „erworben“, jedes Garderobestück von freiwilligen Geldgaben begleitet werden. Ebenso mündet jede Ausstellung direkt in einen reich bestückten Shop. Cafés und Restaurants profitieren gleichermassen von den Ersparnissen beim Eintritt. A propos Café: das Museumsrestaurant im V&A Musem ist das erste Museumsrestaurant überhaupt und lohnt den Besuch: reiche Dekorationen, Keramikfliessen, Art déco Leuchter etc. – schade nur dass Tische und Stühle aus Plastik nicht dem edlen Rahmen entsprechen.

Auf der Suche nach Kölner Archivalien

Geschrieben von am 12. März 2009 11:10

In Köln laufen die Rettungsarbeiten auf Hochtouren, um noch einige der Archivalien des Stadtarchives bergen zu können. Unterstützung von einer anderen Seite kommt auch von „prometheus – Das verteilte digitale Bildarchiv für Forschung und Lehre e.V.“ Das Bildarchiv, ebenfalls in Köln ansässig, hat Das digitale Historische Archiv Köln, gegründet und möchte damit, wie es auf der Seite heisst, „einen Beitrag zur Rettung und Sicherung der kulturellen Erinnerung der Stadt Köln leisten“ (…) Wir streben auf dieser Plattform eine möglichst vollständige Sammlung von Digitalisaten zum Historischen Archiv Köln an und greifen deshalb auch auf Reproduktionen von gedruckten Abbildungen zurück.“

Wer also einmal im Stadtarchiv von Köln gearbeitet hat und Kopien von Archivalien anfertigen konnte, ist eingeladen, diese auf den Server des digitalen Historischen Archivs Köln zu stellen. Im Moment sind es schon 364 Dokumente, die hochgeladen wurden.

Fotografie braucht Text

Geschrieben von am 10. März 2009 13:03

„Nicht der Schrift-, sondern der Photographie-unkundige wird, so hat man gesagt, der Analphabet der Zukunft sein.“ – so Walter Benjamin. Es heisst aber in der „Kleinen Geschichte der Photographie“ weiter: „Aber muss nicht weniger als ein Analphabet der Photograph gelten, der seine eigenen Bilder nicht lesen kann? Wird die Beschriftung nicht zum wesentlichsten Bestandteil der Aufnahme werden?“

Dass die Bildunterschrift eng mit der Fotografie gekoppelt ist, da sich ein Bild nicht immer von selbst erklärt, darauf verweisen gleich zwei Fotografie-Ausstellungen – allerdings aus zwei ganz verschiedenen Richtungen.

In Paris zeigt die Ausstellung Controverses in der Nationalbibliothek, die aus dem Musée d’Elysée in Lausanne kommt, mehr oder weniger eindeutige Bilder. Kontroversen erzählt die Skandale, die mit den Fotografien vermittelt wurden, – also Fotografien, die angeeckt haben, die verboten wurden und über die man sprach. Dies wird von den Anfängen der Fotografien bis in die Gegenwart abgehandelt. Es sind viele bekannte Fotografien dabei – wie der Kuss am Hotel de Ville von R. Doisneau, der Soldat von Capa oder die küssende Nonne vom Werbefotografen Toscani. Während beim letzten Foto der Konflikt offensichtlich ist, braucht man bei den anderen Informationen – und Bildtexte bekommt man wohl zu Genüge.
In Paris kamen noch weitere Fotografien hinzu: etwa ein Propaganda-Foto aus der Zeit der Besatzung von André Zucca (der Museumsblog berichtete hier darüber), oder ein Foto-Porträt von Sartre, aus dem man die Zigarette wegretuschiert hatte. Das stammte im übrigen aus einer eigenen Ausstellung der Nationalbibliothek…
Dem Rezensenten in Le Monde hat es auf alle Fälle gut gefallen. Hier kann man sich einige der Fotos anschauen.

Die andere Ausstellung wird gerade in Wien, in der Albertina gezeigt. Die Fotografie und das Unsichtbare, eine Ausstellung, die vom San Francisco Museum of Modern Art stammt, geht auch bis in die Anfänge der Fotografie zurück und zeigt das, was das menschliche Auge sonst nicht sehen kann. Zum Beispiel eine männliche Krätzmilbe, die Auguste-Adolphe Bertsch in den 185oer Jahren aufgenommen hat, Pflanzenquerschnitte oder Mikrodaguerreotypien von W. H. Fox Talbot. In der Bildergalerie kann man sich einige der Fotografien anschauen, auf Ö1 Inforadio kann man ein Interview mit der Kuratorin Monika Faber anhören.

In beiden Ausstellungen bleibt letztendlich die Frage offen, ob man seinen Augen trauen kann. Es wäre bestimmt interessant, die beiden Ausstellungen gleich hintereinander anzusehen. Zwischendurch könnte man im jeweiligen Katalog blättern….

Controverses, Bibliothèque nationale de France
58, rue de Richelieu, 75o02 Paris
Di- Sa 10-19, So 12-19 Uhr
bis zum 24. Mai

Die Fotografie und das Unsichtbare
Albertinaplatz 1, 1010 Wien
täglich 10- 18 Uhr, Mi 10 – 21 Uhr
ebenfalls bis zum 24. Mai

Archive schützen!

Geschrieben von am 9. März 2009 13:15

Ist die Digitalisierung von Archivgut, wie es nun Burkhard Spinnen angesichts der Kölner Tragödie hier in der Frankfurter Rundschau vorschlägt, die einzige richtige Lösung? Anscheinend ist das bei einigen der Urkunden, Fotografien, Karten und Plänen in Köln auch schon der Fall gewesen. Und das ist auch gut so; eine Digitalisierung sollte in Köln (nun ja teilweise leider zu spät) oder anderswo auch vorangetrieben werden.

Doch nichts, aber auch nichts kann das Original ersetzen. Wer selbst schon Archive benutzt hat, weiß nur zu gut, wie spannend es ist, wenn man sich ein Original ansehen darf. Deswegen fände ich es sehr sinnvoll, sich vor allem darum zu kümmern, dass die Originale gut behandelt werden – das heißt das kulturelle Erbe auch fachgerecht aufzubewahren, wie es hier etwa im Artikel von Gerhard Banik und Sebastian Dobrusskin beschrieben wird. Auf der Seite des Forums Bestandserhaltung gibt es übrigens auch eine Liste dazu, was in Notfällen zu tun ist.
Köln nützt das freilich alles nichts mehr. Aber vielleicht kann Köln als lehrreiches Beispiel dienen, Hinweisen, die es wohl gegeben hat, auch rechtzeitig nachzugehen, um Kulturgut zu schützen.

Wer sich für Digitalisierung in Archiven, Bibliotheken und Museen interessiert, kann sich hier auf nestor informieren: das ist das deutsche Kompetenznetzwerk zur digitalen Langzeitarchivierung (gefördert vom BMBF).

Alles fürs Kind

Geschrieben von am 6. März 2009 12:24

Selbst wenn man Paris ausklammert und nur einen Vergleich mit anderen Provinzstädten (Lyon, Montpellier, Lille…) anstellt, ist Marseille, was Museen betrifft, nicht eben reich ausgestattet. Das Kunstmuseum im Palais Longchamp ist für Renovierungsarbeiten geschlossen, ein Ende dafür noch nicht abzusehen. Das historische/archäologische Museum dieser an griechischen und römischen Funden unglaublich reichen Stadt ist im Untergeschoss eines Einkaufszentrums vor jedem möglichen Publikumsandrang vorsichtshalber gut versteckt, das „volkskundliche“ Stadtmuseum überhaupt geschlossen und vermutlich aufgelassen…

Einen Ort gibt es jedoch, der nicht so leicht seinesgleichen findet: Le Préau des Accoules. Mitten im ältesten Viertel der Stadt, dem Panier, gelegen war das zwischen 1699 und 1702 errichtete Gebäude ursprünglich ein Observatorium der Jesuiten. Als der Orden 1760 vertrieben wurde, ging das Gebäude in den Besitz der Stadt über, die 1780 hier die Akademie der Wissenschaften, Künste und Literatur (Académie des Sciences, Arts et Belles Lettres) einrichtete.
Hinter der nüchternen Fassade in der steilen, engen Gasse der Montée des Accoules, verbirgt sich ein grosser, heller Saal unter einem von neoklassischen Säulen getragenen Plattgewölbe, entworfen von Esprit-Joseph Brun zwischen 1782 und 83. Und hier befindet sich ein Museum, eigentlich eher ein Ausstellungssaal, der den Kinern gewidmet ist.
In Zusammenarbeit mit den verschiedenen Museen Marseilles werden hier Ausstellungen ganz speziell für ein junges Publikum (ab 4/5 Jahren) konzipiert. Die aktuelle Ausstellung heisst „Die Schule der Maler“ (L’école des peintres). Anhand von 10 Portraitgemälden aus der Sammlung des Kunstmuseums können die Kinder eine Reise durch Europa und die Epochen zwischen dem 16. und dem 19. Jahrhundert machen. Zwei Animateure begleiten die Kinder die ihrerseits den Spuren berühmter Künstler folgen, ihren Reisen, Begegnungen, Einflüssen zwischen Italien, Holland, Frankreich oder Flandern.
Es wird gemalt, und erklärt, gebastelt und ausgeschnitten… und das alles ist umsonst. Gerne von Schulklassen besucht, gelingt es dem Préau des Accoules so aber auch die in nächster Nähe beheimatete Bevölkerung, die zum grossen Teil aus Nordafrika und den Kommoren stammt, einzubeziehen. Es genügt die Türe aufzustossen….

Rückseiten

Geschrieben von am 4. März 2009 17:00


Schön anzusehen: die Inventarnummern von Gemälden im Prado in Madrid.
Gefunden im Adresscomptoir von Anton Tantner.

Volkskundliches in Vorarlberg

Geschrieben von am 3. März 2009 14:45

Richard Beitl war in verschiedenen Welten zu Hause: er lebte in der Großstadt und auf dem Land, er war Wissenschaftler und Professor für Volkskunde in Berlin, zugleich auch noch Dichter und Schriftsteller. Vor allem war er auch aus dem Montafon und im kleinen Städtchen Schruns beheimatet, in dem er auch eine Zeitlang als Kulturreferent tätig war. Was klingt wie eine Patchwork-Karriere eines Geisteswissenschaftlers aus der Gegenwart, verweist indessen auf ein bewegtes Leben im letzten Jahrhundert.

Das Montafoner Heimatmuseum widmet den vielen Facetten von Richard Beitl nun die Ausstellung Schruns – Berlin, die wirklich interessant zu sein verspricht. Es geht hier natürlich um Biografisches, um Dichtung und Wissenschaft, wie der Untertitel sagt und um die Heimat – das Montafon.

Beitl fand über die Germanistik zur Volkskunde, studierte in Wien und Berlin. In Berlin fand er auch seine erste Anstellung bei der Zentralstelle des Atlas für deutsche Volkskunde, dem volkskundlichen Großprojekt, dessen Geschichte demnächst in einer Untersuchung erscheint. Aus diesem Themenkreis stammte auch seine Habilitationsschrift Untersuchungen zur Mythologie des Kindes über Korndämonen – die posthum veröffentlicht wurde. Den wissenschaftlichen Aktivitäten fügte er noch viele weitere hinzu; er sammelte etwa Sagen aus Vorarlberg und publizierte sie in Standardwerken und er schrieb erfolgreich Romane, die heute noch in jedem Vorarlberger Bücherregal stehen. Seine Wege führten ihn oft von Schruns nach Berlin und wieder zurück, aber auch weit darüber hinaus.

Die Ausstellung ist noch bis zum 18. April zu sehen.
Im April erscheint dazu noch ein Begleitbuch.

Montafoner Heimatmuseum Schruns
Kirchplatz 15
A-6780 Schruns
Dienstag – Samstag, jeweils 16-18 Uhr

Kunst in der Vorstadt

Geschrieben von am 25. Februar 2009 13:24


MAC/VAL ist die Abkürzung für Musée d’art contemporain du Val-de-Marne. Im Ort Vitry-sur-Seine gelegen, ist es das erste Museum für zeitgenössische Kunst in der Banlieue von Paris. 2005 wurde das Museum eröffnet; Schwerpunkt der Sammlung ist die französische Kunstszene ab den 1950er Jahren. Nun wurde die Dauerausstellung wieder einmal neu inszeniert. Unter dem Motto „Je reviendrai“ sollen sich die BesucherInnen auf eine Reise in das Innere, Imaginäre begeben. Zum Ausstellungsbesuch gehört ein kostenloser Audioguide, in dem sich ein Paar über die ausgestellten Werke unterhält… Auf der Seite des Herstellers Audiovisit kann man sich das schon einmal anhören (wenn man französisch versteht, hat man natürlich noch mehr Freude daran).

Der Ausflug in die Vorstadt lohnt auf alle Fälle: das Gebäude von Jacques Ripault ist luftig gebaut und hat neben einem schönen Café-Restaurant auch noch einen großen Garten. Zudem ist das Museum ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen. Als ich da war, habe ich der Dame von Alain Séchas lange beim Rauchen zugeschaut.

Hier noch ein Artikel in der taz von 2005, als das Museum eröffnet wurde.

MAC/VAL
Place de la Libération
94400 Vitry-sur-Seine
Di-So 12 bis 19 Uhr

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