Landschaft!

Geschrieben von am 29. Juni 2011 23:10

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Hinweis in eigener Sache und der ultimative Tipp für übernächstes Wochenende: die open-air-Ausstellung <Landschaft?> in der Schweiz.
Es handelt sich um eine Ausstellung über Landschaft in der Landschaft – im Lötschental auf dem Höhenweg von der Lauchner- bis zur Fafleralp und umgekehrt. Geöffnet ist Tag und Nacht, und wer es nicht zur Eröffnung am 9. Juli schafft, hat noch bis zum 4. September Zeit.

Die Ausstellung ist ein Projekt des interdisziplinären Vereins ‹muk› aus Basel, Frankfurt und Zürich. Landschaft ist, wenn man sie einmal näher betrachtet, mit allen möglichen Bedeutungen und Interpretationen besetzt. Mit diesen verschiedenen Bedeutungen setzte sich die open-air-Ausstellung auseinander – in Form von vielen Fragen und einigen Antworten, und das mitten in der Landschaft selbst. Schauen Sie doch einfach selbst! Im Lötschental, oder hier zunächst auf dem Landschaftsblog.

Das MHF im Sprachnebel

Geschrieben von am 21. Juni 2011 20:30

Der geschätzte Didier Rykner vom Blog La Tribune de L’Art war bei der Pressekonferenz dabei, als das Maison de l’histoire de France vorgestellt wurde (es war wohl etwas konfus) und hat den von Jean-Paul Rioux hier vorgestellten Bericht genauer gelesen.
Rykner weist auf viele missverständliche, gar unverständliche Formulierungen hin; so dass eigentlich keiner so richtig weiss, um was es in der neuen Institution eigentlich geht bzw. wohin die Reise gehen soll. Das Nebulöse steht allerdings konträr zum politisch propagierten Inhalt der Transparenz und Allgemeinverständlichkeit – da gilt es noch viel auszulegen!

Ich visualisiere indessen schon viele Blogbeiträge zur nationalen Geschichtsmuseum. Schön, dass uns Frankreich in dieser Hinsicht nie enttäuscht – das MQB und die ganzen Querellen sind ja schließlich auch schon eine Weile her….

Es geht weiter mit dem MHF

Geschrieben von am 19. Juni 2011 14:48

Am 16. Juni war es soweit: der Vorsitzende der Kommission zur Vorbereitung des MHF, Jean-Pierre Rioux, hat dem Kulturminister Frédéric Mitterrand sozusagen den Masterplan vorgelegt, wie das Maison de l’Histoire de France einmal aussehen soll. Le Monde und AFP stellten diesen Bericht vor.

Neben den bereits bekannten Überlegungen sind wohl zahlreiche Multimedia- und Internet-Angebote geplant wie ein eigener TV-Kanal, um das Projekt besser in der breiten Öffentlichkeit zu implantieren. Besonders Kindern soll die Geschichte mit attraktiven Angeboten näher gebracht werden – da sind wir natürlich sehr gespannt. Auf der bereits eingerichteten Internetseite ist man übrigens aufgerufen, Vorschläge für die Inhalte zu machen – Partizipation der Basis sozusagen.

Geplant ist außerdem, verstärkt ausländische WissenschaftlerInnen einzuladen, die dann bei Ausstellungsvorbereitungen oder bei Vortragsreihen unterstützend mit wirken sollen.

Der Masterplan geht auch auf die Dauerausstellung ein, die 2.500 qm umfassen soll. Anscheinend ist diese in drei grosse Abschnitte oder Zugänge unterteilt: erstens eine Art chronologisches Rückgrat, zweitens Spots auf Ereignisse oder Perönlichkeiten sowie eine Helden-Allee. (Gerade letzteres klingt für mich so richtig typisch französisch).
Natürlich wird auch wieder mal die Frage aufgeworfen, wann die Geschichte anfängt – da gibt es wohl weiterhin noch große Unstimmigkeiten zwischen Politik und Wissenschaft.
Aber noch ist etwas Zeit, im Januar 2012 soll der Abschlussbericht vorliegen. Strittiges wurde ausgespart: der Standort, die Rolle der neun historischen Nationalmuseen und das Geld.

Und noch ein Hinweis: am Mittwoch, 22. Juni findet in Frankfurt ein Disskusionsabend über die Nationenbindung im Museum im IG-Farbenhaus statt.

Neues zum MHF

Geschrieben von am 9. Juni 2011 20:02

Man hört im Moment nichts mehr so richtig etwas über das geplante Maison de l’Histoire de France in Paris, aber offiziell steht anscheinend der Eröffnungstermin schon fest: 2015.

Dies geht aus einem Bericht des französischen Senats hervor. Noch dieses Jahr soll es eine Internetseite geben und Anfang 2012 soll die Institution offiziell gegründet werden. Wie geplant, soll es Gebäudeteile der Archives Nationales im Marais beziehen. Das Archiv wiederum zieht in einen vorort, einige alte Archivalien bleiben aber Vorort genauso wie das Museum des Archivs, das sich eigentlich auch der Geschichte Frankreichs widmet.

Aus dem Bericht des Senats geht auch hervor, dass das Museum selbst keine eigene Sammlung aufbauen soll. In einer chronologischen Dauerausstellung sollen stattdessen Objekte aus französischen Geschichtsmuseen gezeigt werden. Die Institution soll als eine Art Brückenkopf von vorhandenen Geschichtsmuseen, Unis und WissenschaftlerInnen werden.
Ich kann mir jetzt schon lebhaft die Diskussionen in Museumskreisen über prestigeträchtige Objekte vorstellen, die dann aus der Provinz nach Paris reisen müssen!

Catherine Dumas, die den sehr langen Bericht verfasst hat, meint im übrigen, dass die heftigen Kontroversen (Inhalte, Standort, mehr dazu hier oder hier) nur auf einer schlechten Kommunikation beruhe…
Aber noch ist alles nicht geregelt, wie das Journal Actualité du jour en direct weiss. Die HistorikerInnen sind immer noch nicht einverstanden; im April kam das Buch Quel musée d’histoire pour la France? heraus. Der geplante Standort ist weiterhin umstritten, auch das mit dem Geld scheint noch nicht komplett gelöst sein.
France 2 hat auf seinen Seiten Gegner und BefürworterInnen zu Wort kommen lassen.

Zum Glück wurde schon ein für Frankreich wichtiger Aspekt gelöst: die richtige Abkürzung für die neue Institution. Wer hätte das gedacht, sie lautet: MHF. Da kommt aber bestimmt noch was griffigeres!

Das Nationalarchiv wird im übrigen weiterhin von der Gewerkschaft besetzt; wohl im Gegenzug hat das Kulturministerium beschlossen, die Gärten öffentlich zugänglich zu machen. Das freut die Touristen, aber nicht so sehr die Angestellten….

Wer hierzu aktuelles erfahren möchte, kann sich auf der Facebook-Seite Maison de l’Histoire, pas aux archives informieren.

Sitzen im Museum XXVIII

Geschrieben von am 7. Juni 2011 16:44

Hier kann man lange sitzen: im Literaturarchiv der Moderne, vor dem Poesieautomat von Hans Magnus Enzensberger.

Ein neues Handbuch über Museologie ist da

Geschrieben von am 5. Juni 2011 16:13

Es liegt schwer in der Hand, ist schön anzusehen und eben erschienen: das Dictionnaire Encyclopédique de Muséologie.
Es ist vor allem der Museumsleidenschaft von André Desvallées zu verdanken, dass der Band erscheinen konnte: als langjähriger Mitarbeiter von Georges Henri Rivière, als Angestellter der Direction des Musées de France und als Verfechter von museologischen Diskussionen auf internationalen Parkett, vor allem bei ICOFOM (dem Komitee für Museologie bei ICOM) hat sich Desvallées international schon lange einen Namen gemacht. In Francois Mairesse, ehemaliger Museumsleiter und nun Professor für Museologie an der Sorbonne, hat Desvallées einen jungen Mitstreiter gefunden, um das weite Feld der Museologie gebührend zu beschreiben.

Das Buch nähert sich der Museologie und dem Museum in zwei Blöcken: mit einem Aufsatzteil und mit einem Lexikon. Die inesgesamt 21 längeren Aufsätze werden von einer kurzen, allgemeinen Begriffserklärung eingeleitet. Dann folgt die Analyse von namhaften Autoren, v.a. aus Frankreich, aber auch aus Belgien, Kanada und der Schweiz. Hier schreiben Autoren wie Serge Chaumier, der eben einen Studiengang für Muséo-Expographie eingerichtet hat, über Bildung, Desvallées, Martin Schärer und Noémie Drouguet über die Ausstellung und Bernard Deloche über das Museum als Institution. Der Lexikonteil beginnt bei a accréditation und endet bei z wie zoo, umfasst also ein weites Spektrum von technischen, philosophischen wie institutionellen Details.

Auch für den französischsprachigen Raum bedeutet dieser Band eine Premiere. Es wäre schön, wenn das Buch, auch in Deutschland viele LeserInnen fände. Ich bin auf jeden Fall begeistert davon!

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