Sitzmöbel XXXIX

Geschrieben von am 27. Juni 2013 18:03

Im muCEM lässt es sich natürlich vortrefflich sitzen – ob in den Ausstellungen, auf der Terrasse oder im Fort St. Jean: von klassischen Museumsbänken, Stühlen, Picknick-Bänken und Liegestühlen ist für jede müde Museumsbesucherin etwas dabei! Hier sind die diversen Sitzmöbel im Fort St. Jean: rustikal und solide, da Wind und Wetter ausgesetzt!

Im MuCEM ausgestellt

Geschrieben von am 23. Juni 2013 11:27

Als cité culturelle möchte das MuCEM viele Orte zugleich sein. Dieses Prinzip gilt auch für die Ausstellungen: nicht eine große monolithische Dauerausstellung, sondern diverse Formate für unterschiedliche Zielgruppen und Geschmäcker. Ich habe mit der Dauerausstellung (wobei die Dauer 3-5 Jahre heisst) im neuen Gebäude J4 begonnen.

Die Galerie de la Méditerranée  ist hier das Herzstück.  Sie umfasst  1.500 qm des Erdgeschosses.  Zunächst quert man einen Raum mit einer Grossprojektion, um dann in eine großen, weiss und braun gehaltenen Ausstellungsraum einzutreten. Ich habe den Raum wie eine Ausstellungslandschaft wahrgenommen, mit vielen freistehenden Großobjekten, leicht und beschwingt. Das Thema der Dauerausstellung ist das, dass sei hier nochmals gesagt, das Mittelmeer – diese Verschiebung vom ganzen Europa zum Mittelmeer war eine politisch gewollte. Dennoch kommt natürlich Europa auch vor, sogar ein Stück der Berliner Mauer fand ihren Platz!

Das Mittelmeer umranden viele Nationen, mit komplett unterschiedlichen Traditionen, Wertevorstellungen, und Kulturen. Wie wird das nun hier zusammengeschnürt? Vier Aspekte, Besonderheiten wie es heisst, stehen im Zentrum: Die Landwirtschaft und die Erfindung der Götter, die gleich dreimal heilige Stadt Jerusalem, die Bürgertum und Bürgerrechte und schließt mit Der Entdeckung unbekannter Welten ab.

Am längsten habe ich mich im ersten Teil aufgehalten – ihn fand ich gestalterisch am gelungensten; auch konnte man durch die Anordnung der Objekte sich so richtig schön vertiefen. Mir hat vor allem gut die Zusammenstellung der Objekte gefallen und die luftige Präsentation. Man begibt sich auf einen Rundgang durch die Zeit und durch den Raum: die Objekte decken einen Zeitraum vom Neolithikum bis in die Gegenwart ab und stammen von Frankreich über Algerien, Griechenland bis hin nach Bulgarien. Die Objektauswahl war sehr überzeugend; Großobjekte wie die hydraulische Maschine aus Ägytpen aus dem 20. Jahrhundert, die große (Vorrats-) Amphore aus dem 2.-3. Jahrhundert oder die Hütte der Sarakatsan, griech. Schäfer, sind Blickfänger. Natürlich fehlt auch der Eselskarren aus Sizilien nicht! Es lassen sich durchaus auch „klassische“ angeordnete Vitrinen finden. Gut gefallen hat mir etwa auch die Installation der Brote (wie Lebkuchen etc), und ihren diversen Formen.. Die anderen drei Ausstellungsteile sind etwas dichter präsentiert; in den Räumen wird viel mit Vorhängen gearbeitet, da die filigrane Betonmauer von Rudy Ricciotti zuviel Licht durchlässt, sich immer wieder in den Vitrinen spiegelt.

Ein besonderes Prinzip ist die Einbindung von zeitgenössischer Kunst in den Parcours. Hier ist etwa den Water Meter Tree von Sigalit Landau  zu nennen, die sich so schön in die Objektreihe eingliedert oder die Installation von Suchtmitteln, der Jardin d’addictions von Christophe Bérdaguer und Marie Péjus . Sehr gut hat mir auch die Videoinstallation von Cristina Lucas La Liberté raisonnée gefallen: Das wohlbekannte Delacorix-Gemälde  Die Freiheit führt das Volk  wird nachinszeniert bzw. neu interpretiert. Passend dazu steht direkt daneben eine Guillotine von 1872!
Gut fand ich auch den Einsatz der Medien: Fast immer lautlos lieferten die zum Teil riesigen Projektionen, eitlose Bilder, gaben Einblick in Praktiken oder gaben Zeitzeuginnen eine große Bühne.

Ein starker musealer Auftakt, kuratiert von Zeev Gourarier und gestalterisch umgesetzt von Adeline Rispal.

Alle zum MuCEM nach Marseille!

Geschrieben von am 11. Juni 2013 22:38

Was für ein Wochenende! Das Eröffnungswochenende des MuCEM in Marseille war eine große Freude, die ich erst einmal verdauen muss – soviel habe ich gesehen, soviel muss erst einmal sortiert werden.

Gemeinsam mit 64.000 BesucherInnen war ich unterwegs und habe erst einmal viel Zeit damit verbracht, überhaupt erst einmal das Gebäude von Rudy Ricciotti zu erkunden. Es ist kein Wunder, dass bei den ganzen Beiträgen über die Neueröffnung immer der Bau und der Architekt im Vordergrund stehen: Bei blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein bietet das Gebäude eine sehr fotogene Ansichten. Aber nicht nur: es ist ein Gebäude, dessen Entdeckung viel Spaß macht! Toll fand ich, dass man es auf J4 (so der Name der Hafenmole) umrunden kann – so funktioniert die Aneignung eines Ortes! Und auch innendrin lässt es sich gut erschließen. Es macht sehr viel Spass, den Stegen außerhalb des Innenkubus zu folgen und am Ende auf der Dachterrasse zu enden – auch hier wird man natürlich mit tollen Blickachsen belohnt.

Mindestens genausoviel Spass machte es mir auch,  das renovierte Fort St. Jean zu entdecken. Hier ging es treppauf  treppab und ganz oft mit einem fantastischem Blick auf die Stadt, den Hafen oder die La Major.  Mich hat das Neue und das Alte total begeistert und vor allem, wie die beiden Örtlichkeiten so elegant mit der filigranen Brücke miteinander verbunden sind.

Es ist war interessant zu merken, wie der Zugang die Wahrnehmung steuert: geht man ins neue Gebäude am eher leeren Platz mit dem Ausblick zum Meer, stellt sich schon von fasr selbst ein Museumsgefühl ein. Man betritt ein Foyer, orientiert sich erst einmal, steuert direkt die Ausstellung, den Buchshop oder die Cafe-Theke an. Beginnt man den Rundgang in einem der beiden Zugänge im Fort, so fühlt man sich eher wie bei einem Ausflug, etwa wenn man die Passage des canons folgt, das heißt die 29 Treppen hinaufsteigt, um auf den oberen Platz zu gelangen.  à suivre

 

Figurinen XXXV

Geschrieben von am 3. Juni 2013 21:40

Der wilde Krieger aus Gaya ist aus seiner Zeit direkt in die Umzäunung im Nationalmuseum von Korea gehüpft.

museumsblog: figurine im Nationalmuseum von Seoul

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