Sitzmöbel XXXIV

Geschrieben von am 4. Oktober 2012 11:23

Im mosi, also im Museum of Science and Industrie of Manchester, stehen viele Bänke – etwa solche, die noch aus der frühen Eisenbahnzeit stammen (im Museum ist der erste Passagierbahnhof weltweit integriert). Aber keine Bank ist so schön wie diese: sie ist einem früheren Mitarbeiter gewidmet.

 

Sitzmöbel XXVIII

Geschrieben von am 23. März 2012 20:29

Es ist jetzt nicht unbedingt bequem, hier zu sitzen, aber im Bezirksmuseum Friedrichshain-Kreuzberg gibt es ja auch so viel zu sehen und zu hören, so dass man gar nicht zum Sitzen kommt…

Tiere im Museum

Geschrieben von am 17. Januar 2012 08:17

Der Hummer

Gesehen in Dresden, im Militärhistorischem Museum der Bundeswehr.

Sitzmöbel XXXVI

Geschrieben von am 1. Januar 2012 16:31

Dreimal sitzen im Militärhistorischem Museum der Bundeswehr* in Dresden

* die leeren Bänke täuschen, ist das Museum doch sehr gut besucht; im November wurde schon der 100.000 Besucher begrüßt

Sitzen im Museum XXXII

Geschrieben von am 22. August 2011 22:20

So sitzt es sich im Museum Neukölln.

Dinge, die das Leben sind

Geschrieben von am 17. August 2011 22:20

Über das Museum Neukölln wurde hier im Museumsblog ja schon vor einiger Zeit geschrieben. Nun war ich selbst dort und habe natürlich die Dauerausstellung, aber auch die Ausstellung Drei Dinge meines Lebens angeschaut.

 

Neun Objektgruppen sind im Raum in Vitrinen verteilt. Um sie zu verstehen, bedarf es audiovisueller Hilfe: mittels Großprojektion oder i-Pad erfährt man, welche Bewandtnis die Objekte haben und weshalb sie von ihren Besitzern ausgesucht wurden.

Dies hier im Bild ist ein seit Jahrzehnten in Berlin ansässiger Bayer, dem man seine Herkunft noch sehr anhört. Er erklärt, was Bild und Vase für ihn bedeuten, und offenbart zugleich Teile seines Lebens.
Gerade die Filme, in denen die Besitzer darlegen, warum sie die Objekte rausgesucht haben, sind sehr spannend. So zählt uns ein Mann lang und breit die Beschaffenheit, Herkunft und Form von Kaffeemühle, Hobel und Diaprojektor und lässt doch irgendwie offen, warum er diese Objekte ausgesucht hat und was sie für ihn bedeuten.
Ganz anders die Geschichten einer älteren Frau: der Toilettenrollenhalter steht für die Großmutter, der Aschenbecher für die Tante und deren Freundin, die Pfeife für einen toten Freund ihres Mannes. Das ist so schön erzählt, dass man hinterher die Objekte anders betrachtet. Und was will man mehr im Museum?

Ein Tip für Berlin

Geschrieben von am 14. Juli 2011 18:48

Morgen gibt es eine die Werkschau der Studierenden der htw in Berlin. Darunter natürlich auch: die Studierenden der Museumskunde. Im Pressetext heisst es: „Zweihundertzweiundneunzig Tage lang haben wir geforscht, gestaltet und entworfen“ – hat das Jahr eigentlich nicht 352 Tage?… Es klingt auf alle Fälle interessant!

Dresden rüstet auf

Geschrieben von am 19. Mai 2011 22:28

Die FAZ gibt hier einen Einblick, was uns ab Oktober in Dresden erwartet: das Militärhistorische Museum der Bundeswehr wird endlich eröffnet und es werden, wie man lesen kann, viele Diskussionen erwartet. Auf die sind wir natürlich gespannt.

Darf man Hitlers Schädel in einer historischen Ausstellung zeigen?

Geschrieben von am 12. Oktober 2010 07:58

In seiner neuen Sonderausstellung Hitler und die Deutschen. Volksgemeinschaft und Verbrechen (15. Oktober 2010 bis 6.2.2011) geht das Deutsche Historische Museum in Berlin der noch immer brisanten Frage nach, wie es möglich war, dass die Deutschen Hitler und sein verbrecherisches Regime mehrheitlich unterstützten. Die Faszination der charismatischen Figur des „Führers“ belegen 65 Jahre nach Kriegsende die nicht enden wollenden Diskussionen über die Authentizität des Schädelfragments aus der Reichkanzlei, das sich neben dem Kieferknochen Hitlers im Archiv des russischen Geheimdienstes FSB befindet. Die letzten medizinischen Untersuchungen der Überreste erfolgten 2002 und 2008, eine weitere ist vorgesehen.
Die Ausstellung im DHM zeigt neben weiteren Leihgaben aus russischen Museen erstmals Dokumente aus dem FSB-Archiv zur Auffindung und späteren Verbrennung der Leiche Hitlers durch den sowjetischen Geheimdienst. Den Kieferknochen und den Schädel sucht der Besucher unter den Exponaten dagegen vergeblich.

Die Frage, ob es sich bei den Relikten Hitlers überhaupt um Exponate handelt, und wie mit ihnen in einer Ausstellung umzugehen wäre, behandelt der Text:
Beweisstück, Symbol, Exponat
Welche Bedeutung haben die Hinterlassenschaften Adolf Hitlers 65 Jahre nach Kriegsende?
Überlegungen anlässlich einer Ausstellung im Deutschen Historischen Museum

Im Spiegel wird über die Authentizität des Schädelfragments diskutiert.
Die Seite 3.ch schaut nochmal ganz anders hin.

Das Museum Neukölln in Britz – (K)eine Landpartie

Geschrieben von am 16. Juli 2010 10:27

Was macht man, wenn die Sommerhitze das Quecksilber gegen die 40 treibt, die Freibäder überfüllt sind und die Seen von Berlin auch keine Abkühlung mehr zu bieten haben? Man sucht die kühlen Orte der Stadt auf – und dazu gehören die wegen ihrer empfindlichen Objekte klimatisierten Museen.

Wer sich auf den Weg zum Museum Neukölln nach Britz macht, steigt an der Parchimer Allee aus der U7 aus und muss dann noch ein Stück zu Fuß laufen. Das Museum, dass sich erst seit Mai 2010 an seinem neuen Standort auf dem Gutshof Britz befindet, ist noch nicht ausgeschildert. Man sollte sich aber nicht entmutigen lassen, sondern unbeirrt die Parchimer Allee hinunterlaufen, bis man zur Rechten auf das Gelände des Gutshofes stößt. Dort wird man von Kühen und Schafen begrüßt und hat mitten in Berlin das Gefühl, auf dem Land angekommen zu sein.

Der Gutshof, der nach dem Zweiten Weltkrieg als Kinderheim genutzt wurde, beherbergt heute neben dem Museum Neukölln eine Außenstelle der „Musikschule Paul Hindemith“ im Gutsverwalterhaus. Die Dauerausstellung des Museums befindet sich im ehemaligen Pferdestall, der ehemalige Ochsenstall steht für Sonderausstellungen zur Verfügung. Im nächsten Jahr soll im alten Kuhstall der „Kulturstall“ mit Konzertsaal eröffnet werden.

Die Räumlichkeiten des Museums sind so renoviert worden, dass die Stallatmosphäre noch zu spüren ist, aber durch die helle Bemalung des Deckengebälks und die Glastüren wirken sie sehr licht und großzügig. Zu diesem Raumgefühl trägt nicht zuletzt das Arrangement der Ausstellung bei. In dem für ein Museum recht kleinen Raum steht man mit Betreten des Gebäudes schon mitten in der neukonzipierten Ausstellung, die sich unter dem Motto 99x Neukölln mit nur 99 Objekten in sechs Glasvitrinen präsentiert.

In Anbetracht der begrenzten Anzahl haben die Ausstellungsmacher mit Sicherheit mehr als einmal die berühmte Qual der Wahl empfunden. Denn wie wählt man schon die „richtigen“, repräsentativsten Stücke für die Stadtteil- und Regionalgeschichte von Neukölln aus? Und so scheinen sich die Kuratoren eines kleinen, sehr gelungen Tricks bedient zu haben: Mit bewegbaren Touchscreens kann der Besucher Informationen zu den einzelnen Gegenständen anwählen. Und dann, je nach Interesse, immer tiefer in die Geschichte(n) zu den Objekten eintauchen. Und das hierbei die digitalisierten Bild- und Tonquellen des Museums, sowie Abbildungen von weiteren Objekten aus dem Depot zur Verfügung stehen, mag die Ausstellungsmacher für die strikte Beschränkung auf 99 Objekte entschädigt haben.
Die Dauerausstellung 99x Neukölln im ehemaligen PferdestallWer hier sitzt, kann an den Computerterminals nach Herzenslust recherchieren.

Der Besucherin kommt diese Reduktion jedenfalls sehr zugute: Es droht keine Überfrachtung und da sich an den Objekten keine Beschriftung befindet, konzentriert man sich zunächst nur auf die Gegenstände selbst. Das regt die Fantasie an und umso spannender ist es, dann über den Touchscreen herauszufinden, welche Geschichte hinter dem jeweiligen Objekt steht: Zum Beispiel die Kochmaschine für Kinder, mit der zwei Generationen einer Neuköllner Familie spielten und die über die Erziehung von Mädchen zu Beginn des 20. Jahrhunderts erzählt. Oder auch das Schild, das in den 1970er Jahren vor dem Arbeitsamt Neukölln hing und Anstoß zur Problematisierung der hohen Arbeitslosenzahlen im traditionellen Arbeiterstadtteil gibt.

Die hier abgebildeten Kasperlepuppen bekam ein Neuköllner Mädchen 1943 zu Weihnachten geschenkt. Der Vater hatte sie selbst gebastelt, da es in den Kriegsjahren kaum noch Spielsachen zu kaufen gab. Dass die Zeichen der Zeit auch vor Kinderspielzeug nicht Halt machen, sieht man an der NS-Propaganda-Figur des „Kohlenklau“, die zu dieser Puppenausstattung gehört.

Darüber hinaus stehen noch Computerterminals zur Verfügung, an denen man weitere Informationen bekommt und die die ausgestellten Objekte im Bezug auf die Leitfragen „Wann, Was, Wo?“ verknüpft werden.

Die derzeitige Sonderausstellung beschäftigt sich mit den sogenannten „Löwenhäusern“ in der Hannemannstraße und wurde gemeinsam mit den Bewohnern erarbeitet und konzipiert. Für September ist die Eröffnung des Geschichtsspeichers geplant, der den Besuchern ermöglichen soll, Informationen zur Geschichte, Kultur und Alltag Neuköllns zu suchen und abzurufen. Darauf, wie das genau aussehen soll, darf man gespannt sein. Die gut strukturierte und verständliche Bildschirmführung und angemessene Objektauswahl auf den Ausstellungscomputern lassen jedenfalls auf das Beste hoffen.

Nicht zu verachten ist auch der wunderschöne nach hinten gelegene Garten, dessen Blumenrabatten nach alten Plänen neu angelegt wurden.

Hier würde sich die Besucherin einen Sitzplatz unterm Sonnenschirm und eine kleine Gastronomie mit kühlen Getränken wünschen. Aber, wie man hört, sind solche Pläne vom Museum wegen lärmempfindlichen Anwohnern fürs erste auf Eis gelegt worden. Wer weiß, vielleicht entdecken diese ja das in ihrer Nachbarschaft neu entstandene Kleinod noch für sich und freuen sich über den Kulturtreffpunkt in ihrer Nähe. Zu wünschen wäre es ihnen und dem Museum, dem einige Besucher mehr sicher nicht schaden könnten. Der Eintritt ist übrigens frei.

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