Geschrieben von Nina Gorgus am 10. November 2008 18:55



Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte in Dortmund zeigt noch bis 25. Januar 2009 eine Ausstellung zu Hochzeitskultur und -mode von 1800 bis heute in Deutschland und in der Türkei. Angesichts der grossen türkischen Community in Dortmund will das Museum in seiner Programmation der veränderten Bevölkerungsstruktur Rechnung tragen.
Bekanntes, Fremdes und Gemeinsames soll aufgezeigt werden. Die Brautkronen und -trachten des 19. Jahrhunderts aus verschiedenen deutschen Regionen muten ebenso exotisch an wie die prächtigen goldbestickten Samtroben wie sie in der Türkei getragen wurden. Henna-Nacht und Polterabend, Hochzeitsgewänder, Kopfschmuck, Aussteuer, religiöser Kontext, die Rolle der Braut etc. werden ebenso behandelt wie die Generalisierung des weissen Brautkleides und die Kreationen aktueller Modeschöpfer und Designer aus beiden Ländern oder die Frage warum junge Menschen heutzutage überhaupt noch heiraten.
Ein umfangreiches Begleitprogramm von Führungen, Konzerten, Lesungen, Kabarett usw. widmet sich den Themen Liebe und Hochzeit
Die Ausstellung wird im Anschluss an Dortmund vom 1. März bis 7. Juni in Mannheim gezeigt werden.
Geschrieben von Nina Gorgus am 10. November 2008 17:59

Nicht nur ideenreich, sondern auch junggeblieben: Themen und Museographie sind zeitgebunden; diese Erfahrung kann man immer wieder machen, wenn man Museen nach längerer Zeit wieder aufsucht. Doch manches Museum altert erstaunlicherweise nicht: das Österreichische Museum für Volkskunde gehört für mich dazu. Die Dauerausstellung ist nun um die 15 Jahre alt – jung kann man sagen.
Denn sie ist überhaupt nicht gealtert, weder was der Zugang noch die Inszenierung betrifft. Denn wie kann man die Objekte des „Volkes“ präsentieren, ohne zugleich den Blick von den anderen, von ForscherInnen, von Museen, von der Stadtbevölkerung zu erwähnen? Es geht hier auch um Klischees und Stereotypen, um Vorstellungen des anderen, um Kulturgeschichte und um eine geschickte Verflechtung mit der Museumssamlung. Die Ausstellungsarchitektur ist schlicht und zurückhaltend, und bringt manches auf den Punkt – zum Beispiel mit auf Podesten präsentierten Möbeln. Und von den klugen, pointierten Texten könnten manch andere Museen lernen.
Der Besuch lohnt sich, denn zur Zeit sind gleich noch zwei herausragende Fotoausstellungen zu sehen: Die Ausstellung „Places of Worship. Interreligiöse Gebetsräume auf Flughäfen“ mit den schönen Fotografien von Andreas Duscha beschäftigt sich mit einem klassischen volkskundlichen Thema – in der Gegenwart (nur noch bis zum 16.11.).
Die zweite Fotoausstellung, Prag 1968 – Fotografien von Heinz Hosch widmet sich einem Pressefotografen, der das Ende des Prager Frühlings 1968 fotografisch festgehalten hat. Schön deutlich wird hier die Verschränkung von weltpolitischem Ereignis und individuellen (Berufs-)Alltag. Kommentiert wird das Fotoarchiv von einer szenischen Installation mit Tönen aus dem aktuellen Prag von Paul Divjak. Unbedingt hingehen!
Geschrieben von Nina Gorgus am 7. November 2008 13:07
Das österreichische Volkskundemuseum hat bekanntlich – wie zahlreiche andere Museen dieses Sektors – seit Jahrzehnten mit Finanzschwierigkeiten zu kämpfen. Was an Geld fehlt wird in diesem Museum aber durch Ideen reichlich wett gemacht. Jüngstes Beispiel: die Ausstellung kommt zu den Besuchern. Ausgehend von der Überlegung dass ein Grossteil des interessierten und treuen Museumspublikums SeniorInnen sind und dass viele ältere Menschen körperlich und gesundheitlich nicht mehr in der Lage sind, ein Museum zu besuchen eröffnet das ÖMV am 19. November eine Krippenausstellung im Pensionistenwohnheim Türkenschanze. Direktion und Bewohner zeigten sich begeistert von dieser Initiative.
Geschrieben von Nina Gorgus am 5. November 2008 12:33
Aus aktuellem Anlass erfolgt heute eine Frage zu einem Museum in den USA.
Ich wollte es sehen, seit wir in der Schule „The catcher in the Rye“ von J.D. Salinger lesen mussten. Leider habe ich es nicht besucht, als ich einmal vor Jahren eine Woche in New York verbrachte, in der irrigen Annahme, ich käme bestimmt bald mal wieder her. Dieser grandiose Wahlausgang motiviert mich, einen neuen Besuch zu planen und endlich dieses Museum anzuschauen. Wie heisst es?
Geschrieben von Nina Gorgus am 30. Oktober 2008 19:11
Das Altonaer Museum hat eine neue Website, d.h. so neu ist sie auch wieder nicht, da sie im Mai diesen Jahres online gestellt wurde. Im Header wechseln nun ständig die Bilder, ein neues Logo und neue Farben. Es ist alles ganz nett anzuschauen, wenn auch die Umsetzung sonst etwas konventionell ist. Doch wirkliche Informationen gibt es aber leider wenig. Ich wollte mich über die Bauernstuben informieren – und stosse auf das:

Es ist interessant zu wissen, dass es so etwas gibt – nur was bringt das so prominent auf der website? Der Text in der Rubrik „Über das Museum“ ist recht knapp und allgemein, ein Leitbild gibt es nicht. Zu den Ausstellungen gibt es mehr Informationen; es wird aber nicht zwischen Dauerausstellung und Ausstellung unterschieden; leider reicht das Archiv nur drei Ausstellungen zurück. Es fällt schwer, zu sagen, was im Museum alles zu sehen ist, noch erfährt man, wohin es möchte, es ergibt sich kein Bild. Das ist für jemand, der sich informieren möchte, einfach zu wenig. Oder habe ich etwas übersehen?
Geschrieben von Nina Gorgus am 22. Oktober 2008 11:35
Was wird da wohl ausgepackt? Oder eingepackt? Gesehen in Wien, in der Neuen Burg, in der sich zum Beispiel das Völkerkundemuseum befindet, dessen Dauerausstellung gerade umfassend saniert wird.
Geschrieben von Nina Gorgus am 14. Oktober 2008 09:57

Es waren Daniel Spoerri und Marie Louise von Plessen, die in den 1970er Jahren die Idee des Musée sentimental prägten. Mit Köln fing es an, dann folgten Preußen und Basel. Es ging den beiden darum, alltägliche und außergewöhnliche Dinge und ihre Geschichten zu zeigen, die eine Stadt prägen. Wichtig für die Objekte war stets die Geschichte oder die Erinnerung, die damit verknüpft war. Durch das Arrangement von scheinbar nicht Zusammengehörendes ergibt sich doch ein Ganzes, das darüber hinaus viel Raum zum Assoziieren lässt.
Diese Prinzip haben nun Studierende des BA-Studiengangs Kultur- und Sozialanthropologie in Münster aufgegriffen und umgesetzt: Innerhalb von nur einem Semester stellten sie unter der Leitung von Martin Wörner eine sehenswerte Ausstellung auf die Beine. Studieren in Münster ist das Thema der Ausstellung, für das die Studierenden Objekte recherchierten, Sponsoren suchten, Texte schrieben, Ausstellung aufbauten…. und das zu Zeiten von Bologna.
Das größte Objekt, der VW-Käfer, passte dann aber doch nicht in die Ausstellungsräume. Die beiden oben abgebildeten kann man wohl sehen, und was es damit auf sich hat, kann man auf dem Blog nachlesen.
Bis zum 4. November ist die Ausstellung im Foyer des Fürstenberghauses zu sehen.
Geschrieben von Nina Gorgus am 12. Oktober 2008 14:08

Wer schon immer mal wissen wollte, was alles in einer Rüstung steckt, der oder dem sei ein Besuch in der Hofjagd- und Rüstkammer in Wien empfohlen.
Geschrieben von Nina Gorgus am 8. Oktober 2008 16:22

Firmenmuseen sind ja manchmal eine zweischneidige Sache – man wird hindurch geschleust, und es erinnert alles an eine Verkaufsausstellung. Im Olivenmuseum in Imperia geht es am Ende natürlich auch um’s Kaufen, handelt es sich doch um die Sammlung der Firma Fratelli Carli, die Olivenölprodukte herstellt. Museum und Shop sind aber angenehmerweise räumlich voneinander getrennt. In der sehenswerten Ausstellung erfährt die Besucherin, was es mit den Oliven und dem Öl auf sich hat, woher die Oliven kommen, wie und wo die Olivenbäume wachsen, wie das Öl hergestellt wird, wer es nutzt und vieles mehr. Das alles ist großzügig, manchmal etwas plakativ, aber durchaus museal mit sehr schönen Exponaten dargestellt. Auch ohne Italienischkenntnisse hat man Spass an der Sache. So erfährt man endlich mal, weshalb die Amphoren diese und keine andere Form haben.* Leider bleibt die Gegenwart ausgespart – und es wäre doch interessant gewesen zu erfahren, wie heute das Ölgeschäft funktioniert.

Richtig, es geht um den idealen Transport in den Schiffen.
Geschrieben von Nina Gorgus am 29. September 2008 09:59

Das Sitzmöbel im Musée de la Chasse et de la Nature in Paris erinnert an das im Ashmolean Museum in Oxford. Einmal plüschig rumrutschen und man hat alles im Blick.