Geschrieben von Eva C.-K am 23. September 2008 18:24



Kärnten hat Gott sei Dank noch anderes zu bieten als Jörg Haider! Am 29. August eröffnete ein neues Privatmuseum das in erster Linie der österreichischen Kunst nach 1950 sowie einer einzigartigen Sammlung afrikanischer Goldobjekte gewidmet ist. Der Sammler Dkfm. Herbert Liaunig plant vorderhand nur Werke aus der eigenen Sammlung zu zeigen und auf Sonderausstellungen zu verzichten. Der von querkraft konzipierte Bau aus Sichtbeton, Stahl und Glas besteht aus einem Schaudepot (600 m2), einem 160 Meter langem, 13 Meter breitem und 7 m hohem tunnelförmigen „white cube“, einem Graphikraum (500m2) und einem unterirdischen Kubus in dem das „Gold der Akan“ gezeigt wird. Nur der lang gezogene Galerietrakt ist von aussen sichtbar und bietet von seinen Terrassen Ausblick auf die umliegende Landschaft. Unter den über 2000 Werken österreichischer Gegenwartskunst (Malerei, Plastik, Graphik aber auch Architekturentwürfe) finden sich Arbeiten von Erwin Wurm, Moldovan, Brus, Pichler, Wotruba, Prantl, Staudacher etc. aber auch Werke ausländischer Künstler wie Soulages oder Mullican.
Geschrieben von Eva C.-K am 16. September 2008 18:03
Vor etwa 30 Minuten gab die französische Kulturministerin Christine Albanel bekannt, dass Marseille 2013 europäische Kulturhauptstadt sein wird. Dies ist nicht nur eine vorzügliche Nachricht für die Stadt Marseille die dringend ökonomische, touristische und natürlich kulturelle Initiativen braucht sondern auch für das MuCEM. Das Musée des Civilisations de l’Europe et de la Méditerranée, seit langem versprochen, war ein wichtiger Pluspunkt für die Kandidatur Marseilles. Man darf also hoffen, dass spätestens 2013 dieses neue Museum seine Pforten öffnen wird!
Geschrieben von Nina Gorgus am 8. September 2008 20:16


An einem regnerischen Tag wirkt die Ausstellung im Museum für Kommunikation in Frankfurt am Main etwas düster, ist doch die Inszenierung in Brauntönen gehalten. In Absolut privat!? Vom Tagebuch zum Weblog tauchen Tagebücher in allen möglichen Kategorien und Formen auf. Mir gefallen die altmodischen Büchlein am besten – wie etwa die vielen Kalender, in denen jemand jeden Tag aufgeschrieben hat, was es zu Essen gab. In koje-artigen Nischen erfährt man mehr über einige mehr oder weniger prominente Tagebuchschreiber. Eine Koje ist etwa der Bloggerin Anke Gröner gewidmet, die von ihrem Großvater erzählt, der auf Holzstücke Persönliches schrieb, und soszuagen einer der ersten Blogger war. Einige der Holzstücke sind zu sehen – das sind solche Geschichten, verbunden mit Objekten, wie man sie gerne im Museum sieht.
Die Ausstellung ist noch bis zum 14. September zu sehen. Parallell dazu gibt es einen Blog.
Geschrieben von Eva C.-K am 8. September 2008 17:24

Aufs Wesentlichste beschränkt…
Sitzen im MuCEM
Geschrieben von Nina Gorgus am 4. September 2008 09:51
Haben es die Völkerkundemuseen schwerer als andere Museen? In Stuttgart scheint das der Fall zu sein. Das Lindenmuseum hat einige Probleme: Der kaufmännische Direktor musste nach Unstimmigkeiten gehen, der wissenschaftliche Direktor wird für seinen Führungsstil hart kritisiert und das Museum am Hegelplatz hat immer weniger Besucher. Das alles ist zu lesen in der Stuttgarter Zeitung.
Zur Zeit ist im Lindenmuseum die Ausstellung Grönland-Inuit. Leben am Rande der Welt zu sehen.
Geschrieben von Nina Gorgus am 3. September 2008 11:58
Es war eine der ersten Ausstellungen, die ich bewusst gesehen habe und die mich damals schon beeindruckt hat, obwohl ich mit Museen noch nichts am Hut hatte: Les Immatériaux, die 1985 im Centre G. Pompidou in Paris gezeigt wurde. Ich erinnere mich, dass die Ausstellung von Anfang an in den Bann gezogen hat, und an wunderliche Räume und Bilder, die nur mit Hilfe des Kopfhörers zu verstehen waren (und das leider nicht immer).
Nun ist die Dissertation von Antonia Wunderlich erschienen, die sich dem „Philosophen im Museum“ widmet. Es war Jean François Lyotard, der diese, später noch viel zitierte und mythisierte Ausstellung, ein Leuchtturm der Szenographie, gemeinsam mit Thierry Chaput konzipierte.
„Das Buch reflektiert »Les Immatériaux« als eigenständiges philosophisches Werk Lyotards, dessen Wechsel vom akademischen Philosophen zum Kurator einige philosophische und ausstellungsgestalterische Besonderheiten mit sich brachte“, so heißt es auf der Seite des Verlages.
Hier gibt es auf artnet.de schon einmal einen Vorgeschmack.
Der Philosoph im Museum.
Die Ausstellung »Les Immatériaux« von Jean François Lyotard
Transcript Verlag
Juli 2008, 264 S., kart., zahlr. Abb., 28,80 €
ISBN 978-3-89942-937-4
Geschrieben von Nina Gorgus am 26. August 2008 11:50
Der Kunsthistoriker und Möbelschreiner (laut Wikipedia), Michael Eissenhauer, ist ab 1. November Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin. Heute hat er im Deutschlandradio Kultur Stellung bezogen zur Problematik der Provenienz und Restitution in deutschen Museen und sich dazu geäußert, was er in Berlin verwirklichen möchte, nämlich die Erfolgsgeschichte der Museen weiter fortzuschreiben.
Das Interview auf DeutschlandRadio Kultur kann man sich hier nochmals anhören
Geschrieben von Eva C.-K am 25. August 2008 15:56
Schon als Jugendlicher war der aus Arles gebürtige Christian Lacroix ein Fan des Musée Réattu, hat dort erste künstlerische Entdeckungen gemacht, Inspiration für seine späteren Kreationen gesammelt und, last but not least, auch mit mancher Jugendliebe Händchen gehalten. Damals hätte er es sich wohl kaum träumen lassen, dass dieses ehrwürdige Museum, das in einem Renaissance Palais, einst Grosspriorat des Malteserordens, untergebracht ist, ihm einst carte blanche für eine Ausstellung geben würde. Das Museum hatte damit einen überaus glücklichen Einfall. Wunderbar gelungen ist diese Inszenierung die sich über alle Säle des Museums erstreckt. Lacroix wählte Bilder und Skulpturen aus den Beständen des Museums um sie in thematischen Räumen mit moderner Kunst, Installationen, Skulpturen, Gemälden, Zeichnungen und Fotos und seinen eigenen Haute Couture Modellen zu konfrontieren. In jedem Detail wird das Auge und das Gespür für Farben, Gegensätze, Harmonien des Modeschöpfers sichtbar. Eigens nach Entwürfen von Lacroix angefertigte Teppiche sind ebenso Bestandteil der szenischen Einrichtung wie die subtilen Farbschattierungen der Wände und lassen somit das Museum und seine Objekte zu einem Gesamtkunstwerk werden.
Leider läuft die Ausstellung nur mehr bis zum 31. Oktober, aber wer in der Gegend ist, sollte sie sich nicht entgehen lassen.
Eine andere äusserst interessante Initiative des Musée Réattu gilt es noch zu erwähnen: 2007 hat das Museum eine eigene Abteilung für „Hörkunst“ geschaffen. In einem (von Lacroix gestalteten) Raum, der „chambre d’écoute“ mit orientalisch anmutenden Diwan-Betten und Blick auf die breit dahinströmende Rhône kann man sich in die Kissen zurücklehnen und „Hörbildern“ lauschen. Jeden Monat wird ein anderes Werk vorgestellt, diesmal war es „Containers“ der Australier Sherre Delys und Russel Stapleton das versucht, die „Melodie“ des Hafens von Sydney einzufangen.