Woanders bloggen

Geschrieben von am 27. Februar 2011 20:01

Wenn ich hier jetzt nicht mehr ganz so viel blogge, dann liegt es auch zum Teil daran, dass ich nun ebenfalls ab und an dienstlich blogge:

Hier ist der link zum Blog – vielleicht haben Sie dort ja auch ab und zu Lust, vorbeizuschauen, wenn wir über die Arbeiten zur Neukonzeption hinter den Kulissen berichten.

Im Wald, der Park

Geschrieben von am 23. Februar 2011 07:36


Man braucht schon sehr viel Phantasie, um sich im Wald den Landschaftspark Karlslust vorzustellen, den Herzog Karl II. August von Pfalz-Zweibrücken zwischen 1778 und 1788 erbauen ließ. Die Anlage befindet sich auf dem heutigen Karlsberg bei Homburg (Saar). Ein Plan am Parkplatz gibt Auskunft, wo es lang geht.

Nur noch Überreste des großen Parks sind vorhanden und manches kann man nur identifizieren, da Schilder auf die ehemalige Funktion hinweisen.

Die Elemente des Landschaftsgarten wie Weiher, Alleen und Aussichtspunkte sind in der hügeligen Landschaft eingepasst. Sogar einen Wasserfall mit Kaskaden sollte des Herzogs Auge erfreuen. Das Volk war hier natürlich nicht zugelassen.

1793 wurde der Park während der Revolutionskriege zerstört. Danach hatte der Wald Zeit, zu wachsen. Mitte der 1950er Jahre wurden erstmals Ruinen offengelegt. Bei der Orangerie hatte man es einfach – die Reste sind noch am besten erhalten.

Den Rundgang gibt es erst seit kürzerer Zeit. Dafür wurden Teile der Parkanlage wieder hergestellt. Über das Projekt der Länd Rheinland-Pfalz und Saarlandes kann man hier nachlesen. Besonders aktuell erscheint mir aber die Seite nicht; auch ist es mir leider nicht gelungen, den Hörpfad herunterzuladen.

Dafür bietet wikipedia viel Text und viele Fotos. Und auf der Seite über das Schloss Carlsberg beschäftigt sich jemand ausführlich mit der Geschichte.

Über das Vorhaben, die Anlage wieder herzustellen berichtete 2008 die Saarbrücker Zeitung.

Sehr interessant: der sogenannte Bärenzwinger. Anscheinend gab es hier aber nie gefangene Bären, sondern Vögel.

Das Museums-Weissbuch

Geschrieben von am 14. Februar 2011 22:30

Man stelle sich vor, die MuseumskuratorInnen Deutschlands würden auflisten, was sie so alles an ihrem Beruf und an der Institution stört, für die sie arbeiten – das haben nun die Kustoden in Frankreich getan.

Die Vereinigung mit Präsident Christian Vital stellte Anfang Februar das ganz schön dicke Buch vor, das man sich hier auch herunterladen kann.
Im Buch wird ein kritischer Rückblick über die letzten Jahrzehnte gegeben. So geht es etwa um den Druck, rentable Ausstellungen machen zu müssen und sich nicht um die Sammlungen kümmern zu können oder die zunehmende Kommerzialisierung der Museen, die die Museumsobjekte zunehmend als Ware behandeln. Vor allem wird eine Schere zwischen den großen Museen in den Städten und den kleinen Museen auf dem Land konstatiert: Hier Geld, mächtige Sponsoren und viele Besucher, dort bescheidene Mittel, die nicht dazu beitragen, das Museum attraktiver machen. Auch wird bemängelt, dass in den Museen zunehmend nicht mehr Kustoden das Sagen haben, sondern andere, die eher aus dem Management kommen. Nach Geschmack des MuseoGraphie-Blogs fehlt etwas der Blick auf mögliche Chancen des Museums.

Hier steht etwas in Le Monde darüber und hier auf Localtis.

Aus für das Maison de l’histoire im Marais?

Geschrieben von am 4. Februar 2011 00:55

Das in Paris von Nicolas Sarkozy geplante Maison de l’histoire de France, über das der Museumsblog schon verschiedentlich berichtet hat, geht in eine neue Runde.

Eigentlich wurde ja vor kurzem mit großem Tamtam die Zusammenstellung des wissenschaftlichen Komitees für die Einrichtung des Museums bekanntgegeben, darunter auch etwa die hierzulande nicht unbekannte Soziologin und Ethnologin Martine Segalen, die Historikerin Anne-Marie Thiesse und der Historiker Pascal Ory. Auch Le Monde hat natürlich darüber berichtet.

Nun hielten ja aber Gewerkschaftsmitglieder seit September 2010 das Nationalarchiv, in dem das neue Museum unterkommen soll, besetzt. Ende Januar wurde die Besetzung schließlich beendet – nachdem das Kulturministerium Zusagen gemacht hatte:

Le cœur des activités scientifiques, culturelles, éducatives et muséographiques (des Archives nationales sera) maintenu dans le quadrilatère, notamment dans l’Hôtel de Soubise.

Hinzu kommen weitere Zusagen, wie:  die Urkundensammlung der Pariser Notare bleiben im Gebäudekomplex und werden weitergeführt; auch das Archiv aus der Zeit vor 1790 soll nicht mit an den neuen Standort nach Pierrefitte-sur-Seine umziehen.

Manche schließen aus diesen und anderen Zugeständnissen, dass dann eiegntlich kein Platz mehr für das geplante Sarkozy-Museums mehr sei.

Davon gehen auch die HistorikerInnen aus, die in einem offenen Brief in  Le Monde zum wiederholten Mal ihren Unmut zum Ausdruck bringen: weder das Komitee sei angemessen besetzt noch die vielen vorgebrachten Einsprüche berücksichtigt worden. Die Autorinnen wie Gérard Noiriel und Nicolas Offenstadt stellen das neue Projekt in Kontext mit der langsamen Verabschiedung des Staates aus seinem öffentlichen kulturellen Engagement und verurteilen die Instrumentalisierung der Geschichte. Die UnterzeichnerInnen fordern eine kritische und vorurteilsfreie Geschichte für alle. Sie werfen Sarkozy u.a. vor, unbequeme Aspekte der französischen Geschichte wegzulassen – Sarkozy hatte angekündigt, mit dem Museum eine komplett neue Seite aufschlagen zu wollen.

Das kann er jetzt schon mal ausprobieren…

Sitzen im Museum XXVI

Geschrieben von am 2. Februar 2011 20:47

Gleich zwischen drei Sitzmöbeln kann sich die Besucherin im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg entscheiden.

(bei der Gelegenheit fällt mir auf, dass das GNM hat einen Relaunch seiner Website gemacht hat – sehr schön, vorher war es doch etwas unübersichtlich)

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