Der Held meiner Kindheit im Museum

Geschrieben von am 22. September 2010 21:18

Kaum zu glauben: Jim Knopf ist schon soo alt. Natürlich gibt es auch eine Geburtstagsausstellung dazu – im Geesthachter Stadtmuseum. Jim Knopf wird 50

Ich stelle mir vor, dass die AusstellungsmacherInnen alle große Fans von Micheal Ende waren und einen großen Spaß mit der Ausstellung hatten. Bis Januar 2011 kann man mit Jim Knopf Geburtstag im Museum feiern.

Im NDR kann man einen hübschen Film ansehen, der auch viel von der Ausstellung zeigt.

Tiere beobachten im Museum I

Geschrieben von am 10. September 2010 15:29

Naturhistorische Museen sind immer ein bißchen vorhersehbar – auch wenn man manche Tiere nicht kennt, weiss man irgendwie, was einen erwartet. Deswegen gehe ich vielleicht auch so gerne dort hin! Das Naturhistorische Museum von Basel macht da keine Ausnahme. Das Museum ist in einem ehrwürdigen Haus untergebracht, Tiere und Modelle begleiten einen auf dem Weg durch das Haus.
Und, wie man sieht, bieten ungewöhnliche Ansichten.

Schön sind auch immer wieder die Dioramen: sie gehören einfach zum Museum.

Das Museum ist gerade aber auch dabei, einzelne Abteilungen umzubauen. Dies erfolgt etwa in Form von Interventionen, die neue Sichten und altes Mobiliar kombinieren.
Und dabei entstehen so schöne Inszenierungen wie diese, in der Abteilung Schmetterling & Tintenfisch



Meine absolute Lieblingsabteilung aber ist: Quagga & Dodo. Dazu bald mehr!

Figurinen XXIV

Geschrieben von am 6. September 2010 14:39

Diese Figurinen bewohnen das Jewish Museum of Australia. Leider war ich nicht selbst dort: Joachim Baur hat mir die Fotos überlassen. Anscheinend können dort die Figurinen auch sprechen!

Das virtuelle Museum der ganz anderen Art

Geschrieben von am 3. September 2010 08:30

Manchmal ist eine Idee da, ein Konzept, ein Ort – dann fällt plötzlich das Geld oder der Auftraggeber will plötzlich nicht mehr.
Was nun? Dem Schweizer Ausstellungsmacher Beat Gugger kam in diese Situation und anstelle einer schönen Ausstellung steht nun ein Video im Netz. Es stammt von 2006, ich habe es auf Kultpavillonblog gefunden. Und es ist immer noch spannend, es anzusehen.

Figurinen XIII

Geschrieben von am 30. August 2010 21:47

Diese Figurine gehört zu den Highlights der bisher vorgestellten: sie sitzt zwar nicht im Museum, sondern in einem putzigen Häuschen in der Ermitage in Arlesheim. Es handelt sich um den Waldbruder höchstpersönlich, der hier im Landschaftsgarten die Stellung hält.
Was man ihm jetzt nicht ansieht: er kann seine Hand bewegen. Leider ist er nur am Wochenende zu besichtigen. Von wann der Waldbruder stammt, ist nicht gesichert – auf dem Blog Der Wanderer von Arlesheim kann man aber mehr über seiner Geschichte erfahren.

Natur und Kunst

Geschrieben von am 18. August 2010 23:00

Leicht und mit viel Charme kommt die kleine Frischluftausstellung auf dem Geländer der ehemaligen Benediktiner-Abtei in Seligenstadt daher. Sie heisst: Garten – natürlich künstlich.

Ob scheinbar echte Ablagerungen am Mühlbach, der zu große Vogel vor dem Vogelhaus oder merkwürdige Gebilde, die Pflanzen ähneln, so manches wirkt auf den zweiten Blick.
Das macht einen großen Teil des Reizes aus.

Die FAZ befand: die Kunst sehe so aus, als sei sie schon immer dagewesen. Genau. Deswegen könnte das alles auch noch länger als bis zum 19. September bleiben.

OP-Online berichtet hier über die bunte Schau mit Arbeiten von Laura Ford, Peter Lindenberg, Masayuki Koorida, Stefan Pietryga, Andreas Rohrbach und der Gruppe Trash/Treasure.

Museen im Internet I

Geschrieben von am 12. August 2010 21:31

Sehr poetisch präsentiert sich aus der Ferne das Kino-Museum in Turin – das Museo Nazionale del Cinema in Turin.

Vertical Dreams heisst die Seite, mit Sequenzen und schönen bewegten Bildern, mit denen man sich durch das Haus bewegen kann. Toll ist schon das Eingangsbild: man steht wohl im Zentrum des Gebäudes, sieht im Zeitraffer dem Publikum zu und wie sich der gläserne Aufzug von oben nach unten bewegt.

Mit der Infosäule am rechten oberen Eck kann man sich durch die Ausstellungsteile bewegen.
Durch ungewöhnliche Schnitte und Perspektiven entsteht etwas ganz Eigenes – und lässt zugleich eine Vorstellung von dem Entstehen, was vor Ort angeschaut werden kann. Das ganze ist einem Museum, das sich den bewegten BIldern widmet, wirklich würdig.

Mit der Zeit wird allerdings die Musik etwas aufdringlich – aber die kann man ja abstellen.
Und überlegen, wie man noch irgendwie die Reise nach Turin unterbringt.

Es ist Sommer. Zeit, in den Park zu gehen

Geschrieben von am 9. August 2010 22:10

Zum Beispiel in den ältesten Landschaftsgarten der Schweiz: in die Ermitage in Arlesheim.

Mit der Straßenbahn geht’s von Basel aus in die Ortschaft Arlesheim. Hier verfolgen wir den Weg durch das Städtchen, was vor uns schon sehr viele Besucher und Besucherinnen getan haben: Schon 1785 eröffnet der Garten, den Balbina von Andlau-Staal und Cousin der Domherr Heinrich von Ligerz erbauen ließen: Hier gab es alles, was zu einem richtigen Landschaftsgarten gehörte: Wasserfall, Eremitenklause, Grotte, Brücke, Sennhütte und schöne Ausblicke.

Nach der Französischen Revolution wurde die Parkanlage zerstört, war sie doch schließlich auch ein Zeichen feudalistischer Herrschaft.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts erfolgte der Wiederaufbau – auch das Schloss Birseck wurde wiederhergestellt.

Heute gehört die Anlage einer Stiftung, die regelmäßig Führungen anbietet.
Und wenn man die verschlungenen Pfade und den Wald verlassen hat, geht’s zum See. Hier lassen sich Naturerscheinungen der besonderen Art beobachten – die gar nicht so romantisch sind.

Die Frankfurter Küche

Geschrieben von am 30. Juli 2010 20:31

Sehr lustig ist das Video des österreichischen Künstlers Robert Rotifer über die Frankfurter Küche – eine Hommage an die Architektin Margarete Schütte- Lihotzky (auch eine Österreicherin), die für das moderne Frankfurt in den 1920er Jahren unter dem Stadtplaner Ernst May die praktische Küche entwarf, die auch heute noch durch ihre Funktionalität besticht.


In echt kann man so eine Küche gerade in Berlin anschauen, in Frankfurt im historischen museum. Noch besser ist es natürlich, die Küche an dem Ort anzuschauen, für den sie geschaffen wurde – in einem Ernst May-Haus.
In dieser Woche eröffnete das Ernst May-Haus in der Frankfurter Römerstadt. Das Foto gibt nur eine Ahnung von der Küche – am besten ist es, einfach mal selbst vorbeigehen und dort Frau Schütte-Lihotzky Tribut zollen!.

Mitmachen oder partizipieren?

Geschrieben von am 20. Juli 2010 09:15

Vor über drei Jahren hatte das Ecomusée Ungersheim im Elsass gewaltige Probleme (hier im Blog.)

Damals wurde über die Schließung des (selbstfinanzierten) Museums diskutiert, da die Region keine Subventionen leisten, sondern das Geld lieber in den neuen Freizeitpark Bioscope stecken wollte. Damals war die Zukunft des Museums alles andere als klar – Zeit, mal wieder nachzuschauen, was eigentlich daraus geworden ist. Bislang allerdings nur aus der Ferne.

Das Museum gibt es noch und ist erfolgreicher denn je, wenn man die Besucherzahlen betrachtet: 2009 hat es 163.000 Besucherinnen empfangen.

Nachlesen konnte ich Details über den Auftakt der Saison 2010. Mit der
Compagnie des Alpes, die das Museum und den Freizeitpark Bioscope über 3 Jahre gemeinsam betrieb, verbindet das Museum so gut wie nichts mehr; die Gesellschaft betreibt über eine Tochtergesellschaft nur noch Boutique, Hotel und Restaurant im Museum.

Ein neuer Direktor, Pascal Schmitt, leitet nun die Geschicke des Museums. Sein Rezept, das so erfolgreich ist, setzt auf ganzheitliches Erleben.
Das Motto des Museums heisst: „Tant d’histoires à raconter“. Der Slogan wurde auch für die deutschen und schweizerischen BesucherInnen eingedeutscht: „So viel zu erleben“.

„Im Écomusée d’Alsace sind Sie mehr als
nur ein Zuschauer! Kinder und Erwachsene
nehmen sich die Freiheit und
erkunden Dorf und Landschaft auf
eigenen Wegen. Entdecken Sie Geschichte
und Geschichten, vielleicht sogar
auch ein Teil Ihrer eigenen Geschichte…“

Konsultiert man die Presse-Broschüre, die man sich auf der Seite des Museums herunterladen kann, so boomt der Nostalgie-Freizeitpark à l’alsacien: im typisch elsässichen Dorf, das das Frelichtmuseum nachbilden soll, gibt es allerlei Aktivitäten, die insbesondere Jahreszeiten und Festtage berücksichtigt. Im Juli können Kinder und Jugendliche das ländliche Leben gar selbst ausprobieren, und nach dem Wecken durch den Hahn den Tag mit landwirtschaftlichen Tätigkeiten erleben. Im Blog des Museums sieht man dann auch Mädchen, die in Tracht Hasen füttern.

„Bewohnerinnen“ gibt es anscheinend sowieso: die Besucherbetreuung in Form von verkleideten Schaustellern, die den Töpfer oder den Schmied mimen. Hinzukommen, glaubt man den oben erwähnten Artikel, gleich zwei Familien, die im Sommer am Sonntag zwei Häuser bespielen, was natürlich sehr an die Anfänge des Freilichtmuseums Skansen erinnert.

Freuen können wir uns jetzt auch schon auf Weihnachten:
„So richtig authentisch und schön wird Weihnachten erst im Écomusée d’Alsace“ heisst es in der Gebrauchsanweisung im Internet. Hier würde mich natürlich interessieren, wie authentisch definiert wird!

Auch die gerade laufende Wechselausstellung mit dem Titel „Stoffe und Leute“, deren Inhalt ich in einem PDF nachvollziehen kann, vermittelt nicht den Eindruck einer sozialgeschichtlichen, analytischen Betrachtungsweise.

„Die ganze Kommune bildet ein lebendiges Museum, dessen Publikum sich im Innern befindet. Ein Ecomusée hat keine Besucher, sondern Bewohner“, so hatte 1972 Hugues de Varine, der Erfinder der Bezeichnung Écomusee, das Vorhaben für das Ecomusée le Creusot umschrieben.

Was in Ungersheim umgesetzt wird, hat aber meines Erachtens nichts damit zu tun, d.h. mit der Vorstellung von Partizipation der Bevölkerung an der Entstehung eines Museums (ein Gedanke, der gerade wieder Konjunktur hat), wenig zu tun. Oder täusche ich mich da?

Die Badische Zeitung berichtete im März 2010 über einen Besuch im ecomusée. Die Zeitung DNA Region berichtete auch über den Saisonstart.

Ob der Ziegenbock in Ungersheim noch zugange ist, ist eher ungewiss: er wurde bereits Mitte der 1990er Jahre von U. Hägele fotografiert.

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