Geschrieben von Nina Gorgus am 26. Januar 2007 10:22
Es ist ja manchmal etwas schwierig, nicht Museumsfachmenschen zu erklären, welche Arbeiten und Tätigkeiten im Museum anfallen. Das Musée Dauphinois in Grenoble schafft da Abhilfe: Im Rahmen der Ausstellung “Rester libres” wurde die Arbeit hinter den Kulissen verfolgt. Im Sinne eines “The Making of…” stellten sich Beteiligte der Kamera und erzählen, was sie mit der Ausstellung zu tun haben und wie sie vorgehen. Diese kurzen Filme, die in der Ausstellung zu sehen sind, sind auch auf Internet zu finden: der Museumsdirektor und Ausstellungskurator, die Restauratorin oder der Museograph erzählen sehr plastisch, wie eine Ausstellung entsteht.
Geschrieben von Nina Gorgus am 23. Januar 2007 10:17
Knapp zwei Jahre nach der Eröffnung, sind nun die Architekten Gerhards & Glücker aus Berlin für die Gestaltung der Dauerausstellung des Deutschen Hygiene-Museums in Dresden mit dem Bauwelt Preis 2007 für die Kategorie “Innenräume” ausgezeichnet worden. Der Bauwelt Preis ist ausdrücklich der “Next Generation” vorbehalten und eingereicht werden darf nur das Erstlingswerk. Da sind wir ja gespannt, welche Museen sich die Berliner Architekten in den nächsten Jahren vornehmen (können). Mir hat die Dauerausstellung des DHMD sehr gut gefallen; das klassisch Schlichte, das durch die Materiauswahl doch sinnlich wirkte, hat mich auch überzeugt.
Der Bauwelt Preis ist Thema einer Wanderausstellung, die auf Messen (u.a. in China) und in deutschen Kunsthochschulen zu sehen sein wird.
Hier öffnet sich das PDF der entsprechenden Seiten von Bauwelt zum Bauwelt Preis 2007, Kategorie Innenräume.
Geschrieben von Nina Gorgus am 4. Januar 2007 12:22
Auf Deutschlandradio Kultur ist ab morgen, Freitag, 5. Januar eine Serie über kleine Regionalmuseen zu hören, die doch Großes zu bieten haben. Die Sendereihe wurde zusammen mit dem Deutschen Museumsbund konzipiert. “Ziel der Sendereihe ist es, auf das vielfältige Spektrum der kleineren Museen in Deutschland und ihrer oft unerwarteten Schätze hinzuweisen und zu einem Besuch anzuregen,” so heißt es in der Presseerklärung von Deutschlandradio Kultur. Wer also schon immer einmal wissen wollte, wieviele Bilderbogen sich in Neuruppin befinden oder was sich hinter dem “Boxenstop” von Tübingen eigentlich verbirgt – in den nächsten Wochen immer Freitags um 10.50 Deutschlandradio Kultur einschalten.
Frequenzen und Programm
Geschrieben von Nina Gorgus am 2. Januar 2007 12:02
Im Dezember 2006 hat das Institut für Museumsforschung der Staatlichen Museen zu Berlin Preußischer Kulturbesitz zusammen mit dem Deutschen Museumsbund die statistische Gesamterhebung der Museen der Bundesrepublik Deutschland für das Jahr 2005 veröffentlicht. Für die Erhebung wurden 6.155 Museen in Deutschland befragt und 85% der befragten Institutionen schickten den ausgefüllten Fragebogen zurück. Und das klingt doch ganz gut: die Museen verzeichneten 101.406.806 Eintritte; was im Vergleich zu 2004 einen ganz leichten Rückgang von 1,8% bedeutet. Hinzu kommen die Eintritte in Ausstellungshäuser, die keine eigene Sammlungen besitzen, aber Ausstellungen mit “musealen Charakter” zeigen: Hier kommen 6.924.337 Eintritte zusammen. Insgesamt gingen also etwas über 108 Millionen Menschen 2005 in Museen oder Ausstellungen; 2004 waren es um die 109 Millionen. Auch wenn die Zahl einigermaßen stabil geblieben ist und seit 1990 die Zahl der Museumsbesuche ansteigt, so wurde deutlich, dass Besuche in Kunstmuseen bzw. Ausstellungen zunehmen, während Naturkundemuseen, volks-und heimatkundliche Museen einen leichten Rückgang hinnehmen mußten. Wir sind gespannt auf die Zahlen von 2006!
Statistische Gesamterhebung an den Museen der Bundesrepublik Deutschland für das Jahr 2005. Including an English Summary, Berlin 2006 (96 S.). ISSN 0931-7961, Heft 60.
(Als PDF zum download oder als Broschüre hier zu finden.)
Geschrieben von Nina Gorgus am 13. Dezember 2006 12:13
Ein englischsprachiger Blog zur materiellen und visuellen Kultur ist seit kurzem online. Die MacherInnen des Blogs von Material World dazu:
“Material World is an interactive, online hub for contemporary debates,
discussion, thinking and research centered on material and visual culture.
Material World is the brainchild of scholars working in the anthropology
department of University College London and in the anthropology and museum
studies departments of New York University, but it aims to create a new
international community of academics, students, curators, artists and anyone
else with particular interests in material and visual culture”.
Auch Ausstellungen und Museen haben eine eigene Rubrik; so wird etwa ausführlich das “Museum of Chinese in the Americas (New York City, NY)” vorgestellt.
Geschrieben von Nina Gorgus am 19. Oktober 2006 10:16

Noch bis zum 29. Oktober ist die vieldiskutierte Ausstellung Erzwungene Wege in Berlin im Kronprinzenpalast zu sehen. Sie hat mir doch etwas Unwohlsein bereitet: aus inhaltlicher Sicht, da die Kontextualisierung der dort aufgeführten Vertreibungen vollkommen fehlt bzw. stark verkürzt ist. Die Thematisierung der Vertreibungen jüdischer Menschen etwa wirkte auf mich wie ein Alibi. Und was wollen uns die Ausstellungsmacher sagen, wenn wahllos Fotos nebeneinandergelegt werden, auf dem man Flüchtende aus unterschiedlichen Zeiten und Orten (mit und ohne Handkarren, mit Schlitten, in einem Zug…) sieht?
Auch gestalterisch hat die Ausstellung mich nicht überzeugt. Der erste Raum, in dem es um die verschiedenen Vertreibungen im 20. Jahrhundert in Europa geht, wirkt wie ein an die Wand geklatschtes Buch. Überrascht hat mich, dass aber doch so viele, wirklich wunderbare Objekte präsentiert wurden – man müßte allerdings eher sagen: versteckt wurden. Sie sind im ersten Raum mit in die Schautafeln integriert, aber nicht an prominenter Stelle. In den anderen Raumen sind die Objekte in gestapelten Kisten versteckt. An für sich eine gute Idee. Leider passt sie nicht in diese Räumlichkeiten, und wenn es viel zu dunkel ist, um sie richtig zu betrachten und die Beschriftungen erst einmal gesucht werden müssen, halte ich diese Idee für verschenkt.
Mehr Informationen: was Zeit online, taz, Spiegelonline und der Hauptstadtblog darüber schreiben.
Geschrieben von Nina Gorgus am 2. Oktober 2006 17:06

Gesehen in einem großen, deutschen Museum
Geschrieben von Nina Gorgus am 21. September 2006 11:44
Nachtrag zu den Grüchen: Über “echte” Gerüche im Museum – also über Ausstellungen, die sich mit dem Geruch und/oder Duft beschäftigen, hat mein ehemaliger Kollege Jörn Borchert ausführlich auf seinem Blog geschrieben und das ist alles hier nachzulesen.
Geschrieben von Nina Gorgus am 14. August 2006 15:51
Zugegebenermaßen bekomme ich selten welche, da ich stolze Besitzerin einer ICOM-Karte bin und oft einfach durchgewunken werde. Darüber beklage ich mich gar nicht, sondern darüber, das das Eintrittsbillet häufig nicht mehr als ein Kassenzettel ist. Statt Gemüse und Wein steht dann “1 Erwachsener, voller Tarif”. Oder es gibt Plastikkärtchen, die man wie beim Metro-Fahren in eine Maschine stecken muss. Ich erinnere mich dunkel, irgendwann einmal schöne Bildchen in der Hand gehabt zu haben, die man danach noch prima als Lesezeichen nutzen konnte. Ich finde, mit einer kreativ gestalteten Eintrittskarte macht der Museumsbesuch gleich viel mehr Spaß. Deswegen nehme ich gerne Hinweise entgegen: In welchen Museen gibt es noch schöne Eintrittskarten?
Geschrieben von Nina Gorgus am 10. August 2006 10:06
In Hamburg ist derzeit eine Gruppe von 8 bis 10-jährigen Kindern unterwegs, um vier Tage lang insgesamt 10 ganz unterschiedliche Museen zu besuchen, eine Art Kinderqualitätscheck durchzuführen und die Häuser am Ende mit einer Schulnote für ihre kindgerechten Angebote zu bewerten, so die Meldung des Hamburger Abendblattes vom 08. August. Auf die Präsentation der Ergebnisse am 18. September darf man gespannt sein. Denn es ist immer noch eine bedauernswerte Tatsache, dass sehr viele Museen in Sachen Attraktivität für Kinder beträchtlichen Nachhilfebedarf haben (über die Suche nach für Kinder attraktive Museumsangeboten berichtet der Blog von Jörn Borchert). Oft beschränkt man sich auf ein Quiz, in dem mittels eines Fragebogens Wissen abgefragt wird, oder bietet Knöpfchen zum Daddeln, die anscheinend den Spieltrieb und Wissensdurst gleichermaßen befriedigen sollen. Die Chance des Museums, mittels der dort befindlichen historischen Realien und eben nicht über eine Spielkonsole Kinder neu- und wissbegierig zu machen und gleichermaßen zu unterhalten, scheint den Verantwortlichen nicht als Chance bewusst zu sein. Übrigens: Die Resultate des Museumschecks werden im Altonaer Museum vorgestellt, dem Haus, dessen große Erwartungen weckendes und ambitioniertes Projekt, der sogenannte Kinderolymp „Weltenbummel. Eine Reise in die Welt der Sinne“ leider auch auf durchaus geteiltes Echo stieß.