Geschrieben von Nina Gorgus am 10. Januar 2008 23:11
Der Satz „J’aime les militaires“ stammt aus einer Operette von Jacques Offenbach. Die Herzogin von Gerolstein, so auch der Titel der Operette, darf sich begeistern: „Ah que j’aime les militaires, leur uniforme coquet, leur moustache et leurs manières…“ Nun wird der Liebe zu den Militärs bzw. zu Uniformen eine Ausstellung im Musée de l’Armée in Paris gewidmet. Uniformen, Bühnenbilder, Kisten, Tarnnetze, Puppen, Musik und Kronleuchter schaffen ein theatralisches Ambiente. Was klingt wie ein Sammelsurium, ist intelligent und phantasievoll arrangiert: Man wandelt etwa an Bühnenszenen von bekannten Stücken vorbei, in denen Uniformen eine große Rolle spielt, wie bei „Carmen“ von G. Bizet. Man sieht echte Uniformen – etwa aus der Sammlung des Musée de l’Armée – und die Adaptionen von Theater und Film. All das ist so gekonnt inszeniert, dass man sich von der Begeisterung für das Militärische bereitwillig anstecken lässt. Selbst das abgenutzte Parkett und die abgeblätterte Farbe an den Wänden in dem noch nicht renovierten Saal des Hôtel des Invalides wirken wie inszeniert. Die perfekte Präsentation verwundert nicht, wenn man weiß, wer die Ausstellung verwirklicht hat: das Centre national du costume de scène et de la scénographie in Moulins (Allier), der einzigen Institution in Frankreich, die Bühnenkostüme erforscht, bewahrt und ausstellt.
Hier vermittelt ein PDF auf der Seite von Moulins, wo die Ausstellung zuerst gezeigt wurde, mehr über Ausstellung und Inhalt. Jörn Borchert war auch schon dort gewesen und zeigt hier Fotos.
Geschrieben von Nina Gorgus am 8. Januar 2008 18:02
Matthew, Isabelle und Theo wollen es wissen und ahmen in Bernardo Bertoluccis Film The Dreamers, der 1968 spielt, den Lauf durch die Gemäldegalerien des Louvre nach. Gekonnt werden Original und Imitat ineinander geschnitten und natürlich sind diese drei Museumshüpfer noch etwas schneller als ihr Vorbild. Wer weiß, vielleicht hat ja schon eine echte Besucherin den Rekord längst wieder gebrochen… the dreamers
Geschrieben von Nina Gorgus am 7. Januar 2008 12:16
Arthur, Odile und Franz rasen durch den Louvre, um den Rekord eines Amerikaners zu brechen, der für seinen Museumsbesuch 9: 45 min gebraucht hatte. Die drei aus Jean-Luc-Godards Film Bande à part (Außenseiterbande) von 1964 können auf 9: 43 min verkürzen. Besonders gut gefallen haben mir der bemützte Museumswärter und die klackenden Absätze auf dem Parkett.
Geschrieben von Nina Gorgus am 21. Dezember 2007 17:37
Dem Kollegen Jörn Borchert gefiel ja die Ausstellung Bêtes et Hommes in Paris ungemein. Auch ich war zunächst angetan von der Idee und Umsetzung. In der ehemaligen Viehhalle von la Villette geht es um Tiere und Menschen und ihre Beziehung zueinander, und es geht vor allem um den Perspektivenwechsel, den der Blick des Menschen auf das Tier vollzieht oder bereits vollzogen hat. Dieser Perspektivenwechsel wird auf verschiedenen Ebenen präsentiert: mit zeitgenössischer Kunst wie Fotografien, Filme, Gemälde oder Skulpturen, hinzu kommen Filme, Objekte, Toninstallationen und lebenden Tiere, alle vereint in einer „spektakulären Szenographie“ wie die Ausstellungsmacher ankündigen. Die einzelnen Themen sind in einer Vielzahl von zeltähnlichen Gebilden untergebracht; zwischendurch stösst man auf Installationen – etwa ein Sofa, dessen Form an einen Dackel erinnert oder auf lebende Tiere wie Aasgeier oder Leguan. Die Ausstellung ist in vier Kapitel – (Die Tiere verändern die Menschen, Das Tier ist für den Mensche ein Fremder, Tiere haben einen Beruf und Tiere erfordern eine Wahl) aufgeteilt. Da aber die Zuordnung über weit oben an der Decke hängende Leuchschriftbuchstaben erfolgt, bemerkt man sie eigentlich nicht. In der Ausstellung ist es eher dunkel, die Geräuschkulisse eigentlich ertragbar. Ob Vogelgezwitscher und andere Tierstimmen Toninstallationen sind oder die von den dort gezeigten Tieren, konnte nicht ausgemacht werden. Man folgt den Nummern an den Zelten und findet darin zuweilen schöne Installationen wie zum Thema „Tiere in der Stadt“ vor, aber manchmal auch nur einen langen Text, ein paar Hocker und einen Bildschirm. Ich habe gelernt, dass Umwelt auch Umwelt auf französisch heißt. Ich habe ausgezeichnet gemachte Filme gesehen, die äußerst unterhaltsam tierische Verhaltensweisen erklärten. Aber nach dem Zelt 18 (es gab über 30) ungefähr wollte ich keine Filme mehr sehen, keine langen Texte mehr lesen. Auch wenn die Inszenierungsidee charmant war – es war einfach zuviel. Ich hatte erst oder schon? nach der Hälfte der über 3500 qm Ermüdungserscheinungen. Deswegen vermittelten mir in der zweiten Hälfte der Ausstellung manche der abgehandelten Themen das Gefühl, das sie einfach aus Platzgründen hier noch gezeigt wurden. Ich hätte mir mehr interaktive Möglichkeiten gewünscht, mehr Dreidimensionales, mir gab es zuviele Bildschirme. Und es war zu dunkel und zu kalt. Vielleicht wäre alles besser gegangen, hätte ich zwischendurch mal einen Café trinken können, doch dazu hätte ich die Ausstellung verlassen müssen und theoretisch nochmals Eintritt zahlen müssen. Unbestritten: das Thema ist wichtig. Die Ausstellung bietet eine neue Sicht auf den Umgang mit dem Tier, wie das etwa hier im Blog Esprits animaux beschrieben wird. Nur mit der Realisierung hatte ich Probleme. Ich finde es interessant, wenn sich die „harten“ Wissenschaften der Kunst bedienen. Nur war mir der Grund der Auswahl manchmal nicht klar: Was will mir ein Dackelsofa sagen? Weshalb die vielen Tierfotos und Videos? Weshalb begrüßte mich eine kauende Kuh auf Video und verabschiedete mich eine Eule? Das war mir manchmal zu beliebig, und ich hatte den Eindruck, einzig das Kriterium „KünstlerIn beschäftigt sich irgendwie mit Tieren“ zählte. Im Gegensatz zu anderen Pariser Ausstellungen hatte man hier allerdings genügend Platz, um sich alles in Ruhe anzuschauen. Man sollte aber französisch können; ich habe keinen anderssprachigen Text gesehen, was für eine Ausstellung in dieser Größenordnung ein großes Manko ist. Die Ausstellung kommentiert in Le Monde und in Le Figaro
Geschrieben von Nina Gorgus am 14. Dezember 2007 14:45
An einem verregneten Montag vormittag sollte man in Paris in keine Ausstellung gehen. Es ist einfach zu voll. Eine Möglichkeit ist es, vorher Karten zu reservieren, damit man nicht im Regen auf den Einlass warten muss (mit einer ICOM-Karte kann man diese elegant umgehen). Wenn man in der Ausstellung steht, dann heißt es aber noch lange nicht, dass man die Bilder auch wirklich sieht. An einem verregneten Montag vormittag scheint aber auch wirklich jeder und jede ausgerechnet wie ich die Arcimboldo-Ausstellung im Musée du Luxembourg besuchen zu wollen. Es sind mindestens vier Führungen da, d.h. vier Menschentrauben, die sich abwechselnd vor den Bildern drängeln; daneben noch eine Schulklasse, ganz zu schweigen von den vielen IndividualbesucherInnen. Man muss richtig kämpfen, um in der nicht gerade weitläufigen Ausstellung überhaupt etwas zu sehen. Und wenn man mal einen Platz vor einem Bild ergattert hat: Nicht gleich wieder aufgeben! Erst mal stehenbleiben. Und schauen. Seine Bilder sind ja wirklich sehr eindrucksvoll und ich habe mich darüber gefreut, nicht nur die Gemüse- und Meeresfrüchte-Portraits einmal im Original zu sehen. Begeistert haben mich vor allem seine ungewöhnlichen Stilleben. Obwohl die Ausstellung schön inszeniert ist, fiel die viel zu kleine Schriftgröße der Texte negativ auf. Die Raumtexte waren zudem viel zu lang und in Durchgängen angebracht, wo man eigentlich nicht stehen bleiben kann. Es ist immer ein Erlebnis, Kunst im Original zu sehen. Aber vielleicht nicht Montag vormittag, sondern Freitag abend oder ich weiß nicht, wann. Denn in einem Pulk von Menschen macht Kunst anschauen einfach keinen Spaß! Bis 13. Januar gibt es noch die Möglichkeit; hier stehen alle Informationen.
Geschrieben von Nina Gorgus am 26. November 2007 15:13
Man stelle sich vor: eine Gruppe von gutsituierten, in bürgerlichen Berufen tätigen Personen dringt nachts in die Alte Nationalgalerie ein und kümmert sich um die Bilder, die dringend restauriert werden müssen, für die aber kein Geld da ist. So geschehen in Paris: Dort drang die Gruppe mit dem hübschen Namen Untergunther, die zum Ziel hat, „das unsichtbare Kulturerbe zu restaurieren“, in den Panthéon ein – also dort, wo die ganz Großen der Nation ruhen dürfen. Im Pantheon ließen sie sich nach der Arbeit – als Krankenschwester oder Rechtsanwalt – nieder, brachten zusammenklappbare Möbel wie Sessel, Tische und Stühle mit, vergaßen auch die Kochplatten für das Diner mit Aussicht nicht. Danach widmete man sich der Restaurierung einer verrosteten Turmuhr von 1850, die aus unbekannten Gründen seit 1965 nicht mehr ging und in Vergessenheit geraten war. Nach einem Jahr war die Uhr unter der Anleitung eines Uhrmachers fachgemäß restauriert und die Gruppe fand es an der Zeit, den Leiter des Panthéon zu informieren. Der war natürlich, milde gesagt, etwas erstaunt, ebenso wie die vorgesetzte Behörde, das Centre des Monuments nationaux. Das Centre versuchte, mit Strafanzeigen die Gruppe vorzugehen, die Klagen wurden aber bis jetzt alle abgewiesen. Neben des widerrechtlichen Eindringens ließen sich die Richter anscheinend von der unentgeldlichen Restaurierung des vergessenen Kulturerbes Uhr beeindrucken. Die Uhr ist nun zwar in Stand gesetzt, geht aber immer noch nicht, auch wenn der Mechanismus wieder funktioniert und die gute Qualität der Restaurierung bescheinigt ist. Offensichtlich fühlt sich der Panthéon durch eine funktionierende Uhr noch mehr kompromittiert. Denn wie sollte der Wortlaut auf dem Schild lauten, das man normalerweise unter solch gesponserten Dienstleistungen hängt? Etwa so: „Urbane Piraten restaurierten zwischen 2005 und 2006 nachts diese Uhr, ohne dass irgendjemand etwas davon gemerkt hätte.“ Gelesen in Le Monde und hier gibt es einen Artikel auf Timesonline.
Geschrieben von Nina Gorgus am 13. November 2007 11:15
Rot ist die Ausstellungsfarbe der Saison, so hat Jörn Borchert in seinem Blog Kulturelle Welten anläßlich seines Paris-Besuches festgestellt. Rot ist auch in dieser Ausstellung zu finden; hier soll sie für Liebe und Krieg(sblut) zugleich stehen. „Amour, guerres et sexualité 1914-1945“, beschäftigt sich damit, wie Liebe und Sexualität im Kriegs-Alltag gelebt werden. Hier geht es um Stereotypen wie das Bild der Krankenschwester, um erotische Freiräume, aber auch um die Instrumentalisierung der Gefühle, und das nicht nur aus französischer Sicht. Eine wirklich sehenswerte Ausstellung, die noch bis zum Ende des Jahres im Hôtel national des Invalides zu sehen ist. Die ausführliche Ausstellungsrezension steht auf den Seiten von H-Soz-u-Kult.
Geschrieben von Nina Gorgus am 30. Oktober 2007 20:14
Bei meinem ersten Besuch hatte ich u.a. bemängelt, dass den BesucherInnen zuwenig Informationen geliefert werden und die Besucherführung quasi nicht existent ist. Nun hat das Musée du quai Branly nachgerüstet und in der Dauerausstellung Orientierungstische aufgestellt. Sie sind mit Texten und Karten versehen, auf denen, zum Teil mit Fotos, die geographische Herkunft der Objekte vermerkt ist. Ebenso ist hier nun ein Ausstellungsplan zu finden, so dass man jetzt wenigstens weiß, wo man sich in der Ausstellung befindet. Auch dieses Mal war ich wieder verblüfft, wie sehr die als Innvovation verkaufte Präsentationsform der Dauerausstellung an die des vor zwei Jahren geschlossenen Musée national des Arts et Traditions populaires erinnert. Der Museologe Georges Henri Rivière hatte in den 1960/70er Jahren hier die populäre französische Kultur eloquent und kunstvoll in Szene gesetzt. Allerdings mit einem Unterschied: in den von ihm inszenierten Vitrinen spielten sich Geschichten ab, werden ganze Zusammenhänge aufgezeigt, während die im Musée du Quai Branly gestalteten Vitrinen auf mich eher dekorativ wirken. Ansonsten war im Musée du Quai Branly der Pokal der Rugby-Weltmeisterschaft zu sehen, eine Fotografie der neuseeländischen Rugby-Mannschaft kontrastiert mit einer (Auftrags-) Fotografie, die die Mannschaft nochmals anders interpretiert, eine Ausstellung mit dem Titel Diaspora mit Video-Installationen und eine Ausstellung über Fünf Jahrhunderte höfische Kunst in Benin. Damit will das Museum offensichtlich gleich drei Terrains abstecken: 1. Aktualität: Frankreich war erstmals Austragungsort einer Rugby-Weltmeisterschaft und das diente dem Museum als Anlass, über das Gedränge von Kulturen* nachzudenken. Frankreich war in dieser Zeit im Rugby-Fieber, es waren sehr viel ausländische Fans in der Stadt. (Rugby-Fans sind zudem, was man hierzulande vielleicht nicht weiß, zahlungskräftige Gäste, die in Mehr-Sterne-Hotels absteigen und wahrscheinlich tagsüber sogar in Museen gehen.) Aktueller geht es also nicht! 2. Zeitgenössische Kunst: Die Ausstellung Diaspora wurde von der Filmemacherin Claire Denis kuratiert. Die ließ von KünstlerInnen, die aus verschiedenen Gründen nicht mehr in Afrika leben, Auftragsarbeiten – Video, Ton und Licht-Installationen – anfertigen, die sich mit Afrika als Inspirationsquelle beschäftigen. Zudem soll auf einschlägigen Plattformen wie Youtube und flickr ein „digitaler Katalog“ enstehen (viel scheint da aber nicht zu passieren). Damit positioniert sich das Museum im Bereich zeitgenössische Kunst; 3. Tradition: Die Ausstellung über die höfische Kunst aus Benin schließlich ist vom Wiener Museum für Völkerkunde übernommen und repräsentiert eine klasssische völkerkundliche Ausstellung mit einem wissenschaftlichen Katalog. Damit kann sich das Museum seine Bedeutung für die Welt der ethnologischen Museen unter Beweis stellen. . Jetzt liegt es an den BesucherInnen, das alles zusammenzubringen – wobei eines klar ist: das Musée du quai Branly ist trotz aller Kritik eine Adresse, um die man nicht herumkommt.
Über das Musée du quai Branly hier, hier, hier und hier im Museumsblog.
*Auch das Außenministerium hatte gemeinsam mit anderen Institutionen, während der Weltmeisterschaft eine Aktion gestartet, bei der man „Französisch im Gedränge“ lernen sollte.
Geschrieben von Nina Gorgus am 24. Oktober 2007 20:02
Das Centre Pompidou in Paris streckt die Fühler aus: 30 Jahre sind Konzept und Gebäude alt; viele halten es schon selbst für museumsreif. Dagegen wird nun eine Offensive gestartet: 2009 wird die Antenne in Metz eröffnet. 2010 soll mit dem Centre Pompidou-Alma eine Dependance in Paris selbst entstehen, und zwar im Untergeschoss des Palais de Tokyo, dem Museum für zeitgenössische Kunst. Hier sollen vor allem jüngere, französische KünstlerInnen ausstellen. Das ist noch nicht alles: Das Centre Pompidou wird mobil und will Kunst in die Regionen und zu Menschen bringen, die eigentlich für Kunst nicht so empfänglich sind. Das alles erzählte Alain Seban, der Präsident des Centre, heute in Le Monde. Und ich empfehle, bis 11. Februar 2008 die Alberto-Giacometti-Ausstellung im Centre anzuschauen. Ein Hochgenuß, da nicht nur viele Skulpturen, sondern Teile seines Ateliers, Gemälde, Fotos und Zeichnungen klug präsentiert werden.
Geschrieben von Nina Gorgus am 18. Oktober 2007 10:47
Auf den ersten Blick kommt die Dauerausstellung „Repères“ in der Cité nationale de l’histoire de l’immigration leicht und locker daher: die Szenographie wirkt beschwingt, da sich die Gestaltungselemente abwechseln: bunte Vitrinen, Einbauten aus Pappe und Holz, große Leinwände, Monitore, beleuchtete Tische, all das trägt dazu bei, dass man neugierig auf das doch eigentlich schwerfällige Thema Immigration wird. Nach dem Prolog – hier erfährt man auf großen Karten allgemein etwas über die weltweiten Migrantenströme durch die Jahrhunderte, begibt man sich einige Stufen hinunter in den großen, luftigen Ausstellungsraum. Die Geschichte der Immigration in Frankreich wird ab Beginn des 19. Jahrhundert erzählt. Die drei großen Blöcke – Emigrieren, in Frankreich leben und Vielfältigkeiten (also welche Kulturen werden mitgebracht) – werden auf verschiedene Weise erzählt: Zum ersten durch die ganz persönlichen Geschichten einzelner Personen, repräsentiert mit persönlichen Stücken und Interviews, die man sich auf Monitoren anschauen kann. So geht es etwa um die Lebensgeschichte eines Radiomoderatoren aus dem Kongo und seinen Weg nach Paris. Zum zweiten mit einem Blick auf die Geschichte: die beleuchteten Tische thematisieren das große Ganze mit Texten und vielen Fotos. Beispielsweise ist ein Tisch der Herausbildung von Stereotypen des Fremden gewidmet. Zum dritten interpretieren Künstler ihre Sicht auf das Weggehen, Ankommen und Bleiben. So hat zum Beispiel ein Fotograf einen afrikanischen Immigranten auf seiner Irrfahrt durch Afrika bis nach Europa begleitet, ein anderer Künstler machte eine Installation aus Stockbetten und den typischen karierten Plastiktaschen. Diese Kombination von Objekten, Dokumentation und Kunst macht die Stärke der Ausstellung aus, und liefert Anhaltspunkte – so die ungefähre Übersetzung des Ausstellungstitels. Was auch gut gefällt, dass die Ausstellung Stellung bezieht und nicht in einem Bemühen der political correctness versandet. Ein kleines B-moll (wie man es in Frankreich sagen würde) die Texte sind nur auf französisch. Über die Cité hier, hier und hier im Museumsblog.