Was wird aus Ungersheim?

Geschrieben von am 25. Mai 2007 10:28

Ich gebe zu, dass ich nie eine große Freundin des Ecomusée Ungersheim im Elsaß war. Bei meinen Besuchen in den 1990er Jahren präsentierte sich mir das Freilichtmuseum im Dreiländereck im Elsaß als Ort der Verklärung, mit einem nach meiner Beobachtung zu starken Akzent auf Kommerzialisierung und Vermarktung des Elsässischen. Dennoch, das 1984 gegründete Museum ist in der Region sehr beliebt und gut besucht (um die 280.000 Besucher pro Jahr), findet Anerkennung in nationalen und europäischen Gremien, ist etwa Gründungsmitglied der Vereinigung der Ecomusees und der Musée de sociétés FEMS.
Nun ist das Museum in die Krise geraten und die Gründe erscheinen mir unschön.
Die Geschichte, die nur schwer zu rekonstruieren ist, geht ungefähr so:
Um mehr Touristen aus Straßburg und Colmar abzugreifen und um etwas Neues für die von Arbeitslosigkeit geschüttelte Region zu tun, forciert der Generalrat der Region das Projekt eines Bio-Freizeitparkes. Auf diese Weise sollen neue Arbeitsplätze entstehen.Eine direkte Konkurrenz zum Museum kommt dadurch zustande, als der Biopark in unmittelbarer Nähe des Freilichtmuseums in der Gemeinde Ungersheim aufgebaut wird, zynischerweise auf dem Gelände eines Biotops. 2004 beginnt der Aufbau des Freizeitparkes, im Juni 2006 wird das Bioscope eröffnet und in der Region gemischt aufgenommen. Dass das Bioscope nicht so erfolgreich ist, wie die Politik es versprochen hatte, kann man schon daran merken, dass die Eintrittspreise im Vergleich zum letzten Jahr erheblich gefallen sind.
Es zeichnet sich ab, dass die Kosten für das Bisocope im Ecomusée eingespart werden sollen. Das Museum, das seine Kosten als eigenständiger Verein um größten Teil selbst erwirtschaftet und im Vergleich zu anderen Kulturinstitutionen geringe Subventionen erhält, strebt seit Jahren an, regelmäßig öffentliche Gelder zu bekommen. Angestrebt sind 20 % des jährlichen Budgets. 2005 fehlt Geld, das weder der Generalrat in Colmar noch der Regionalrat in Straßburg gewähren möchte; beide reagieren nicht auf Anfragen des Museums. Ende 2005 wird die Situation bedenklich; die Betriebskosten sind in Frage gestellt. Das Museum beginnt mit phantasievolllen Aktionen in der Öffentlichkeit zu treten, um auf die prekäre Lage aufmerksam zu machen. Offensichtlich wird das Geld woanders gebraucht: die Region trägt den Freizeitpark zu 49% – das sind rund 60 Millionen Euro (den Rest übernimmt die Betreibergesellschaft).

Das Museum gerät in eine Zwangslage und kann Gehälter nicht mehr zahlen. Der Gründungsdirektor Marc Grodwohl wird der finanziellen Mißwirtschaft beschuldigt und versucht sich dagegen mit Gegengutachten zu wehren. Im März 2006 wendet sich die Museumsleitung an das zuständige Handelsgericht in Colmar, um den Vorwurf gerichtlich klären zu lassen und um einen drohenden Konkurs abzuwenden. Gegen die Schließung protestieren viele Bürger, die Grünen, MuseumskollegInnen und viele WissenschaftlerInnen wie der Ethnologe Isac Chiva. Im September 2006 tritt Marc Grodwohl zurück, ebenso wie der Präsident der Vereinigung des Ecomusée, François Capber. Es werden über 60 Personen entlassen. Lange Zeit ist es ungewiss, ob das Museum 2007 überhaupt öffnen kann.
Schaut man nun die Homepage des Museums an, scheint alles wie gehabt weiterzulaufen. Stutzig macht mich nur, dass in der Rubrik „Programme“ nichts mehr zu finden ist – obwohl es genau die Vorführungen aller Art waren, die die BesucherInnnen so begeistert haben.
Bisocope und Ecomusée machen nun gemeinsame Sache und gewähren sich gegenseitigen Rabatt beim Eintritt.

Werbefilm über das Ecomusée (Sprache: schweizerdeutsch) von 2006.
Über das Ecomusée in Le Monde hier und hier.

Die Fäden des Vorgängers

Geschrieben von am 25. April 2007 10:38

Welche Objekte sind für ein kulturhistorisches Museum wichtig, bilden sozusagen seinen Kern? Mit dieser Frage beschäftigt sich eine Ausstellung in Marseille, die zugleich Appetit auf’s Ganze machen soll. „Trésors du quotidien“ zeigt 350 Objekte aus der Sammlung der über einer Million Objekte, die das Musée du national des Arts et traditions populaires (Atp) seit 1937 zusammengetragen hat und die den Grundstock des Mucem, des Musée des civilisations de l’Europe et de la Méditerranée in Marseille bilden. Während an dem von Rudy Ricciotti entworfenen Bau am Alten Hafen noch gearbeitet wird (die Eröffnung ist für 2011 vorgesehen), ist die ebenfalls zum Museumskomplex gehörende Kaserne aus dem 19. Jahrhundert für Wechselausstellungen bereit. Sie ist übrigens nach dem Gründer des Atp, Georges Henri Rivière benannt – was manche nicht für ein gutes Omen halten.
Die „Schätze des Alltags“ sind in die drei Bereiche Zweckmäßigkeit, Unterschied und Weitergabe unterteilt. Die Geschichte hinter den alltäglichen Objekten erschließt sich für den Besucher mit Hilfe eines Audioguides. Die Schätze des Alltags sollen helfen, so das Mucem, die Welt zu verstehen. Dazu Michel Colardelle, Direktor des Mucem und Kurator der Ausstellung: „Es ist unmöglich, von Kultur zu reden, ohne von der Zeit, also von Geschichte zu sprechen“. Aber genau darin sieht der Kritiker von Le Monde, Emmanuel de Roux, der schon jahrelang die Geschichte der Institution verfolgt, das Problem: Er wirft der Ausstellung vor, denselben Fehler zu reproduzieren, den schon Rivière im ATP begangen hätte. Rivière hatte für die ländliche Kultur Frankreichs eine eingängige Museographie entwickelt, in der die Objekte losgelöst von Zeit und Raum zumeist an Nylonfäden schwebten. Damals wie nun heute in Marseille würde der soziale und historische Kontext nicht berücksichtigt, so de Roux. Die Meinung teile ich für Paris nicht ganz, gab es im Atp doch viele Themen, die in Zeit und Raum verortbar waren. De Roux ist über die erste Ausstellung des Mucem in Marseille enttäuscht. Bis zum 24. September bleibt Zeit, sich selbst vor Ort ein Bild zu machen.
Die Ausstellung, gesehen von Anne-Marie Romero in Le Figaro.fr. madame
Die Ausstellung via Kulturelle Welten.

Museums-Modelle in der Diskussion

Geschrieben von am 24. April 2007 10:02

In der Mailing-Liste H-Museum gefunden: Call for papers für ein Kolloquium im Dezember 2007 in Paris. Es soll um Museumsmodelle zwischen dem 19. und 21. Jahrhundert gehen, ausgehend von den neuen Museen wie das Musée de l’Europe in Brüssel, Musée du Quai Branly und das Mucem in Marseille. Es geht den Initiatorinnen darum, danach zu fragen, welche Museums-Modelle es gibt, wie sie entwickelt werden und wurden, wie sie in die Praxis umgesetzt werden und sich in Europa verbreiten, und nicht zuletzt darum, ob sie erfolgreich sind.

Journées d’études „De l’Imitation dans les Musées: la diffusion de modèles de musées en Europe aux XIXe-XXI siècles“, 6-7 Dezember, École normale supérieure, Paris. Informationen und Kontakt:
Hanna Murauskaya; Anne-Solène Rolland: musees.modeles@gmail.com

Das Musée de l’Homme in Paris definiert sich neu

Geschrieben von am 29. März 2007 11:59

Seit die ethnologischen Sammlungen komplett in Besitz des Musée du Quai Branly übergegangen sind, muss das Musée de l’Homme die noch bei ihm verbliebene anthropologische Sammlung völlig neu aufbereiten. Der neue Direktor Zeev Gourarier, der vorher Konservator im volkskundlichen Museum MNATP war, das nach Marseille umgezogen ist, stellte schon einmal die Neukonzeption vor. In der geplanten Dauerausstellung dreht sich alles um den Menschen und um vier grundlegende Fragen: Wer ist der Mensch? Woher kommen wir? Wer sind wir? Wohin gehen wir? Die Umgestaltung soll vier Jahre dauern. Mit Wechselausstellungen soll auf die künftige Dauerausstellung Appetit gemacht werden. Seit Ende Februar ist nun die erste Schau zu sehen, „Die Saga des Menschen. Episode 1: Der ausgestellte Mensch„. In einer Art Zeitreise durch Jahrtausende werden Themen wie der imaginierte Mensch, die Natur des Menschen oder die Entdeckung des Anderen beleuchtet. Parallel zur Ausstellung findet man Artikel des Ausstellungsteams auf dem Sagablog. Interessant sind auch die sphärischen Klänge, die ertönen, wenn man auf der Internetseite zur Ausstellung surft.

Jean Baudrillard und die Medienkunst

Geschrieben von am 8. März 2007 10:38

Peter Weibel, Künstler und Leiter des ZKM in Karlsruhe, erinnert sich an seinen am 6. März verstorbenen Freund Jean Baudrillard:

„Ohne die Reflexionen der französischen Philosophie, besonders von Baudrillard, Jean-François Lyotard oder Gilles Deleuze, wären solche Positionen nie durchsetzbar gewesen. Sie haben überhaupt erst einen Begriffsapparat geschaffen, der bei der Etablierung von Medienkunst geholfen hat – bis hin zur Errichtung des ZKM in Karlsruhe.“

Gelesen in der taz.
Das ZKM bietet auf seiner Seite ein ausführliches Dossier zu Baudrillards Schaffen.

Der Wüstenlouvre bringt eine Milliarde

Geschrieben von am 7. März 2007 10:20

Le Monde berichtet, dass am 6. März der Vertrag zwischen Frankreich und den Vereinigten Emiraten unterzeichnet wurde: 2012 soll das Universalmuseum „Louvre Abou Dhabi“ errichtet werden. Dafür erhält Frankreich, nicht wie Le Monde zuvor ausgerechnet hatte, 700 Millionen Euro, sondern sogar eine Milliarde. Bei diesem Preis, so stellt Liberation süffisant fest, hat man die Themen, die problematisch werden können, tunlichst vermieden (etwa ob nackte Frauen auf den ausgeliehenen Bildern zu sehen sein werden).
Frankreich leiht im Gegenzug, wie bereits hier, hier und hier im Museumsblog ausgeführt, Bilder, stellt Experten und Ausstellungen. Mit dem von Jean Nouvel konzipierten Bau soll noch in diesem Jahr begonnen werden.

Gedächtnis und Universalität – Tagung als Webcast

Geschrieben von am 19. Februar 2007 10:59

Neulich wurde hier über die Herkunft der Dinge gepostet und auf eine Veranstaltung der UNESCO in Paris verwiesen. Beiträge der Veranstaltung „Memory and Universality: New Challenges Facing Museums“ sind hier als Webcast zu sehen und zu hören, u.a. der Direktor des Louvre, Henri Loyrette und aus Benin Alain Godonou, Leiter der École du Patrimoine Africain.

Musée du quai Branly, die vierte

Geschrieben von am 7. Februar 2007 13:04



Ich habe nun das auch hier schon viel besprochene Musée du Quai Branly in Paris besichtigt. Es hat mich sehr enttäuscht: weder Architektur, Museographie oder Präsentation ist neu oder gar innovativ. Es bietet kein Aha-Erlebnis, wie damals die Grande Galerie d’Évolution des naturhistorischen Muséum oder wie die Präsentation des Musée d’Orsay. Es wird sich dennoch durchsetzen, aber nicht, weil es richtig gut ist, sondern weil damit Prestige verbunden ist. Mein erster Eindruck (weitere werden noch folgen):
Den Besucher empfängt, wenn er den wirklich interessanten Garten durchquert hat und die üblichen Hürden (einmal anstehen für die Tickets, einmal für die Sicherheitskontrolle, einmal für den Einlass), überwunden hat, ein sehr dunkel gehaltenes Foyer. Dann begibt man sich auf eine Rampe, die auf einem geschwungenen Weg hinauf in die Ausstellung führt. Eigentlich handelt es sich eher um einen Tunnel mit einer sehr niedrigen Decke. Ab und zu werden kurze Sätze in Leuchtschrift eingeblendet, mal sieht man einen Film oder Dias. Sonst passiert nichts. Auch der Audio-Guide, (der 5 Euro kostet) gibt nur eine knappe Einführung her. Dennoch baut die Rampe eine Erwartungshaltung auf, die dann leider nicht erfüllt wird: Man strandet auf einer Art Kreuzung und weiß nicht genau, wo man hin soll. Es ist schummrig, es gibt keinen Eye-Catcher. Also schaue ich mir erst die androgyne Figur an, die da etwas verloren steht. Zwar hatte das Museum aufgrund des Protestes Objektbeschriftungen angebracht, genützt hat es jedoch nicht viel, haben die Schilder doch eine viel zu kleine Schrift und es ist viel zu dunkel, um sie überhaupt lesen zu können. Überhaupt wird es einem schwer gemacht, Objekte anzusehen: so stehen viele Objekte frei vor der Glasfassade. Zum Schutz wurde auf die Fassade eine perforierte Folie geklebt. Vor der Fassade sind allerdings ebenfalls, anders perforierte Jalousien angebracht. Es entsteht also eine Art psychadelischer Effekt, so dass man die Objekte vor lauter Augenflimmern gar nicht richtig ansehen kann. Dazu ist es schwierig, überhaupt den Weg zu finden durch den mit Vitrinen vollgestellten Ausstellungsraum; die Besucherführung ist gleich null. Ich weiß nicht, wo ich mich befinde und habe keinen Überblick, was mich erwartet. Es sind diese Sachen, die mich ärgern und die mir zeigen, dass da wenig an den Museumsbesucher gedacht wurde. Auch die Museographie halte ich für überdenkenswert – wie ich das meine, werde ich noch in anderen Posts zur Diskussion stellen.Auf ihn wirke das Museum, so ein französischer Freund und unvoreingenommener Biologe, wie ein luxuriöser Duty-Free-Shop. Nach meinem Besuch muss ich ihm Recht geben: ich habe noch nie so viele Menschen in einem Museum gelangweilt um Vitrinen wandeln, telefonieren und Zeitung lesen sehen noch habe ich so viele Unterhaltungen über Erziehungsprobleme oder geschäftliche Angelegenheiten mitangehört. Das Museum bietet dazu wirklich die ideale, dekorative Kulisse. Allerdings erinnert mich alles eher an eine Shopping Mall der Mittelklasse: im Juni 2006 eröffnet, zeigt die Ausstellung jetzt schon einige Gesprauchsspuren. So ist der Bodenbelag teilweise zerstört und elektrische Kabel ragen ungeschützt in den Raum hinein.

Das MQB im Museumsblog wurde hier, hier und hier besprochen.

Das Centre Pompidou wird 30!

Geschrieben von am 31. Januar 2007 11:27

Am 31. Januar 1976 wurde das Centre Pompidou in Paris eingeweiht. Was mußten die Macher sich damals für Vorwürfe anhören wie „Kulturfabrik“ oder Ölraffinerie“. Heute ist es aus dem kulturellen Leben von Paris nicht mehr wegzudenken, bietet es doch sehr viel, auch wenn mit der Sanierung seit 2000 viele Angebote nicht mehr kostenlos sind und eine Hinwendung zum Elitären zu konstatieren ist. Das Centre hat die Hemmschwelle zwischen Kunst und Bevölkerung jedoch drastisch gesenkt. Hier traut sich jede und jeder rein, und sei es nur, um zu gucken. Und vielleicht kommt man ja auch wieder, um das nationale Kunstmuseum, die Ausstellungen, Musik- und Theaterveranstaltungen, Vorträge, Filme… zu sehen und zu hören.
Ich verdanke dem Centre sehr viel: es ist ein Grund, weshalb ich mir das Museum als Betätigungsfeld ausgesucht habe. (Vielleicht bewerte ich das Centre deshalb heute noch viel zu positiv.) Als ich in den 1980er Jahren für ein Jahr in Paris war, hatte ich eine Jahreskarte. Ich habe dort großartige Sachen gesehen, gehört, erlebt. Eine Ausstellung hat mich am meisten fasziniert: Les Immatériaux, erdacht vom Philosophen Jean- François Lyotard und Thierry Chaput. Die Ausstellung war ein einziges sinnliches Erlebnis, grandios inszeniert. Sie ist später geradzu mythisch verklärt worden, zu Recht, wie ich finde, da sie das Medium Ausstellungen (aller Art, nicht nur kunstgeschichtliche) revolutioniert hat.
Deswegen auch von mir persönlich einen herzlichen Glückwunsch, an das Centre, verbunden mit dem Wunsch, es möge verstärkt wieder so avantgardistisch arbeiten!
Zum Jubeltag bleibt heute das Centre Pompidou, das in Paris kurz Beaubourg heißt, allerdings geschlossen: die Prominenz möchte dann doch lieber unter sich feiern.

Der Geburtstag
zum Hören: Radio France Culture macht eine Reihe, die auch zum Teil direkt aus dem Centre kommt.
zum Lesen:
Samule Herzog schreibt in der NZZ-online.
Ein bissiger Text von Jacqueline Hénard im tagesanzeiger.ch
Les Immatériaux: hier findet man eine gesprochene Vorstellung der Ausstellung.

Centre Pompidou geht nach China

Geschrieben von am 16. Januar 2007 11:14

Nicht, dass in deutschen Museen Ruhe herrschte. So verfolge ich mit großem Staunen und ebenso großer Wut, wie die Wettiner (säschsischer Adel) in alt-feudalistischer Manier „ihre“ Kunstobjekte – Porzellan – aus den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden zurückverlangt. Zu Recht oder zu Unrecht, das mag ich nicht beurteilen. Doch ich finde es skandalös und entlarvend, wenn diese Stücke für Millionenbeträge gleich wieder auf dem internationalen Kunstmarkt verhökert werden. Dazu mehr auf dem Archivalia-Blog.
Dann werfen wir doch lieber wieder einen Blick nach Frankreich. In Ergänzung zu den französischen Diskussionen über den Wüstenlouvre gibt Bruno Racine ein Interview in Le Monde. Monsieur Racine ist Präsident im Centre Pompidou und gibt Auskunft über die Expansionspläne des Centre Pompidou: Nach Metz 2008 soll 2010 auch ein Centre Pompidou in Shanghai eröffnen. Alles läge in der Hand der Franzosen (Programm, Ausstellungen), die Chinesen würden aber dafür zahlen. „Unsere Herausforderung ist die Öffnung zur Welt“, sagt Racine auf die Frage, ob er nicht eine ebenso starke Kritik wie beim Louvre fürchtet. Das Anliegen des Centre Pompidou sei doch etwas anders gelagert, da es auch darum ginge, möglichst viel von den 58 ooo Werken, die im Depot lagern, der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. In Shanghai soll das chinesische Publikum mit der westlichen Kunst durch wechselnde Ausstellungen aus der Sammlung des Centre vertraut werden. Parallel dazu geht es darum, eine Sammlung von zeitgenössischer chinesischer Kunst aufzubauen. Das klingt doch etwas harmloser als beim Louvre, oder?

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